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Stadt Hannover Grippe-Impfstoff: In Hannover gibt es Lieferprobleme
Aus der Region Stadt Hannover Grippe-Impfstoff: In Hannover gibt es Lieferprobleme
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06:00 29.10.2018
Deutlich stärker nachgefragt als im vergangenen Jahr: Dr. Peter Essmann verabreicht einer Patientin den Vierfach-Impfstoff.ff Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Rainer Hirschberger war zur Blutabnahme ohnehin bei seinem Hausarzt, also wollte er sich bei der Gelegenheit gleich gegen Grippe impfen lassen. Doch sein Arzt hatte wie derzeit viele Mediziner in Hannover keinen Impfstoff. „Sie haben mir dann ein Rezept ausgestellt. Ich sollte ihn mir in der Apotheke besorgen und dann zurückkommen.“ Doch auch in der Apotheke konnte man ihm das Serum nicht geben. „Es gibt derzeit keines, haben sie mir gesagt.“

Wie Rainer Hirschberger geht es derzeit vielen Patienten in Hannover. Nach Angaben des Niedersächsischen Apothekerverbandes ist die Versorgung in der Landeshauptstadt offenbar besonders schwierig. „Während Apotheken im Norden des Landes kein Problem haben, ausreichend Impfstoff zu liefern, gibt es in Hannover ein Problem“, sagt Mathias Grau, Apotheker in Horneburg bei Stade und stellvertretender Landesvorsitzender des Apothekerverbandes.

Grau hatte noch vor etwas mehr als einer Woche die Klage des Niedersächsischen Hausärzteverbandes über die Impfstoffknappheit zurückgewiesen. Apotheker Grau stimmt dem inzwischen aber zu: „Es gibt die Lieferprobleme in Hannover.“ Constanze Linz aus der Leibniz-Apotheke in der Georgstraße bestätigt das: „Ad hoc bekommen wir gerade nichts. Der Großhandel vertröstet uns jeden Tag.“

Die Apothekerkammer hat darauf nun reagiert. Apotheker dürfen ausnahmsweise an Patienten wie Rainer Hirschberger, die mit einem Rezept zu ihnen kommen, einzelne Dosen aus Großpackungen abgeben, die eigentlich Praxen vorbehalten sind. Diese Zehnerpacks haben die Aufschrift „Einzelverkauf verboten“. Das hat Gründe: Die großen Pakete enthalten nur einen Beipackzettel, in der Regel muss aber jede Medikamentenabgabe einen Beipackzettel haben. Außerdem ist der Preis ein anderer. Um die Versorgung sicherzustellen, hat die Kammer das Einzelverkaufsverbot nun ausnahmsweise aufgehoben. Doch selbst diese Zehnerpacks seien derzeit nur schwer zu bekommen, sagt Apothekerin Linz.

Woran der Engpass gerade in Hannover liegt, ist unklar. „Wir versuchen das selbst zu klären“, sagt eine Sprecherin der Apothekerkammer. „Ich kann dazu im Moment nichts Verbindliches sagen.“ Denn eigentlich müsste ausreichend Impfstoff am Markt sein. Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts standen zum Stichtag 24. Oktober 15,3 Millionen Dosen zur Verfügung. Das Institut ist in Deutschland für die Freigabe der Impfstoffe verantwortlich und überwacht auch die Verteilung.

Apotheker Grau hat einen Verdacht. Offenbar habe der Großhandel ein Problem. „Die Hersteller sind auch nicht ohne.“ Die hätten in diesem Jahr nur zurückhaltend produziert, da die Kassen die Abnahme nicht mehr garantieren.

Etwas anderen kommt offenbar hinzu. In diesem Jahr bekommen auch Kassenpatienten den deutlich wirksameren Vierfachimpfstoff. Im vergangenen Jahr bekamen sie auf Rezept nur den wenig wirksamen Dreifachimpfstoff. Viele Kassenpatienten ließen sich nicht impfen – die Zahl der Grippeinfektionen war hoch. Das führt offenbar dazu, dass sich in diesem Jahr mehr Menschen als erwartet impfen. „Das vergangene Jahr hat das Interesse der Menschen am Impfstoff erhöht“, sagt eine Arzthelferin aus einer hannoverschen Praxis. Man habe zwei Mal 60 Dosen bestellt, diese seien inzwischen aufgebraucht. „Seit zwei Wochen bekommen wir nichts mehr.“

Die Situation sei „schwierig“, sagt der Sprecher eines bundesweiten Großhändlers mit Niederlassung auch in Hannover. „Apotheken, die jetzt bestellen, können nicht beliefert werden“, sagt er. Er möchte nicht, dass der Name seines Unternehmens genannt wird. „Der Vierfachimpfstoff kann derzeit von den Herstellern nicht geliefert werden.“ Man habe alle Apotheken, die rechtzeitig vorbestellt hatten, bedient. Doch jetzt seien die Lager leer. Im vergangenen Jahr habe man enorme Mengen vernichten müssen, weil sie nicht verimpft worden seien. Der Schluss liegt nahe, dass der Großhändler darum in diesem Jahr gescheut hat, große Vorräte anzulegen.

Doch dann müssten die 15,3 Millionen Impfdosen, die laut Paul-Ehrlich-Institut auf dem Markt sein müssten, bei anderen Großhändlern, Ärzten oder Apothekern lagern. Apotheker Grau spricht von einem Verteilungsproblem. Bei Apothekern und Ärzten, die früh große Mengen bestellt hätten, lägen sie nun ohne Verwendung in Kühlschränken. Grau findet, es sei nun Aufgabe der Krankenkassen, sie wieder einzusammeln und dort hinzubringen, wo sie gebraucht werden. „Die Kassen sind schließlich für die Versorgung zuständig.“

Von Karl Doeleke

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