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Stadt Hannover N-Bank vergibt günstige Kredite
Aus der Region Stadt Hannover N-Bank vergibt günstige Kredite
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19:39 26.12.2014
Von Albrecht Scheuermann
Der eigene Betrieb soll kein Traum bleiben: Mit dem N-Bank-Programm bekommen Gründer – etwa Friseure – leichter einen Kredit. Quelle: Carsten Rehder
Hannover

Wer sich als Friseur oder in einem anderen Handwerksberuf, als Gastwirt oder Händler selbständig machen will, braucht in der Regel Geld. Die Hausbank oder Sparkasse winkt jedoch häufig ab, weil Sicherheiten fehlen oder das Geschäft wegen der niedrigen Beträge kaum rentabel ist. In diese Lücke stößt die N-Bank mit einem speziellen Angebot: Sie vergibt sogenannte Mikrodarlehen an Unternehmensgründer oder ganz junge Firmen. Bisher gibt es diese Darlehen nur im früheren Regierungsbezirk Lüneburg, der von Celle bis Cuxhaven reicht. Doch vom nächsten Jahr an sollen alle Jungunternehmer in Niedersachsen davon profitieren können.

Die landeseigene Förderbank vergibt seit Herbst 2013 diese Darlehen. Firmengründer können 5000 bis 25 000 Euro erhalten - und zwar ohne Sicherheiten, die schließlich gerade am Beginn oft nicht vorhanden sind. Das Geld dafür kommt zu drei Vierteln von der Europäischen Union, ein Viertel steuert die Landeskasse bei. „Die Darlehen werden viel stärker nachgefragt als erwartet“, sagt N-Bank-Chef Michael Kiesewetter.

Kredite über 4,5 Millionen Euro

Insgesamt seien 207 Kredite im Umfang von 4,5 Millionen Euro aus diesem Programm zugesagt worden. Bis Ende Oktober waren 234 Anträge eingegangen. Bisher steht ein Fonds von 6,7 Millionen Euro für diese gewerblichen Kleindarlehen zur Verfügung. Davon stammen 5 Millionen Euro aus europäischen Kassen und 1,7 Millionen Euro vom Land Niedersachsen.

Wenn jetzt das Mikrokreditprogramm auf ganz Niedersachsen ausgeweitet wird, ist der dafür bereitgestellte Fonds mit 32 Millionen Euro ausgestattet. Die Europäische Union und das Land Niedersachsen übernehmen davon jeweils die Hälfte. Das Programm läuft bis 2020.

Um in den Genuss der Mittel zu bekommen, muss man eine Gründungsberatung absolvieren und außerdem das Votum einer „fachkundigen Stelle“ beibringen. So will die N-Bank allzu aussichtslose Vorhaben schon vorab aussortieren. Für normale Kreditinstitute seien solche Geschäfte schon wegen der hohen Kosten und Risiken, die damit verbunden sind, uninteressant, erklärt N-Bank-Vorstandsmitglied Sabine Johannsen. „Die Beratung ist sehr aufwendig, das schreckt die Banken ab.“ Angesichts der jeweils relativ geringen Kreditbeträge erreichten die Verwaltungskosten bei der N-Bank rund 25 Prozent der Darlehenssummen. Auch die Ausfallquote ist demnach mit rund 15 Prozent weit höher als im gewerblichen Kreditgeschäft üblich. „Wir betrachten dies als Teil der Wirtschaftsförderung“, sagt Johannsen.

Dazu gehört auch der für solche unbesicherten Darlehen äußerst niedrige Zinssatz von 2 Prozent. Dieser soll nun allerdings angehoben werden. „Wir wollen Mitnahmeeffekte vermeiden“, erklärt Johannsen.

Kein Geld ohne Beratung

Der Weg zum eigenen Geschäft: Von dem „Mikrostarter“-Kreditprogramm profitierte zum Beispiel Bettina Lozano Rottwinkel. Die Friseurin aus Stade suchte schon länger einen geeigneten Betrieb, um sich als Meisterin selbständig machen zu können. Ihre Suche führte sie zur Betriebsberatung der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, wo sie ihre Fragen etwa zu Finanzierung, Rechtsform oder Kalkulation klären konnte. Mit dieser Beratung erfüllte die Friseurmeisterin die entscheidende Voraussetzung, um das Darlehen der N-Bank zu erhalten. Das geeignete Geschäft fand sie über die Betriebsbörse der Handwerkskammer. Der Inhaber wollte nach 35 Jahren das Unternehmen in jüngere Hände übergeben. Bei Bettina Lozano Rottwinkel sah er die Zukunft seines Geschäftes als auch der vier Mitarbeiterinnen in guten Händen

Die N-Bank als zentrales Institut des Landes Niedersachsen zur Wirtschaftsförderung wird Kiesewetter zufolge künftig weniger Geld verteilen können. Da der frühere Regierungsbezirk Lüneburg keine gesonderten Mittel der Europäischen Union mehr erhält, sinken die Zuschüsse aus der EU-Kasse in der Förderperiode bis zum Jahr 2020 von 1,4 auf eine Milliarde Euro. Den gleichen Betrag steuert das Land Niedersachsen bei. Wegen der knapper werdenden Mittel will die N-Bank in Zukunft laut Kiesewetter einen größeren Teil der Förderung in Form von Krediten statt als Zuschüsse bereitstellen. Damit folge Niedersachsen dem Vorbild anderer Bundesländer.

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