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00:17 12.11.2018
Datenexperten bei HAZ-Redakteur Jan Sedelies (rechts): Jürgen Recha, Kathrin Körber und Ninia Binias (von links). Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz erzählt Datenschützer Jürgen Recha gerne diesen Fall. Menschen werden auf Seminaren gebeten, ihre persönlichen Passwörter für verschiedene digitale Geräte einzugeben. Und sind jedes Mal entsetzt, wie leicht die zu entschlüsseln sind. „Der Name des Partners, beginnend mit einem Großbuchstaben und richtig geschrieben, dazu die Zahl der Kinder oder Haustiere, vielleicht noch ein Ausrufezeichen am Schluss“, berichtet Recha, so durchschaubar hielten es viele Menschen. Der Geschäftsführer vom Langenhagener Unternehmen „interev“ will damit sagen: So leicht darf man es potenziellen Datendieben und Eindringlingen nicht machen.

Das HAZ-Forum zur aktuellen Sicherheitswoche behandelte am Freitagabend im Kirchröder Pressehaus die Themen Datenschutz und Datensicherung in einer digitalisierten Welt. Moderator Jan Sedelies erfuhr am eigenen Kontostand, wie schnell Opfer von Kriminellen werden kann, wer selbst glaubt, vorsichtig mit seinen Daten umzugehen. „3000 Euro wurden von meiner Kreditkarte abgebucht, nach vielen, vielen Mails habe ich bisher 2800 Euro wieder bekommen.“ Damit stand die Frage des Abends im Raum: Wie schützt man sich im Internet, bei Facebook, Google, WhatsApp und seinen täglichen Klicks?

Kathrin Körber, Digitalisierungsreferentin der Verbraucherzentrale Niedersachsen, warnte vor Phishingmails, die plötzlich auf Rechnern auftauchen. Die elektronische Post fordert dazu auf, Passwörter und Kontodaten anzugeben oder Zugangsdaten zu aktualisieren, oft in Form täuschend echt nachgemachter Webseiten wirklicher Anbieter, etwa von Amazon. Körber empfahl einen Blick in die Absenderadresse der ungebetenen Post, daran könne man erkennen, dass nicht die echten Unternehmen vertrauliche Informationen abfischen wollten. „Löschen Sie diese Mails und rufen Sie im Zweifel die Unternehmen an.“ Seriöse Unternehmen versicherten, sie würden niemals per Mail zum Beispiel Kontodaten abfragen.

Die Experten des HAZ-Forums rieten dringend zur Umsicht im Internet. Ninia Binias, hannoversche Autorin und Social-Media-Expertin wies darauf hin, dass alle Daten auf einem Smartphone ausgelesen werden können. Sie riet für Facebook: „In den Einstellungen gucken, welche Personen was auf meinem Profil sehen können und dann entscheiden, was man haben will.“ So etwas verschlingt Zeit, alle drei Gäste des Forums hielten es aber für notwendig, diese Geduld aufzubringen.

Ohnehin gehörten private Bilder, fotografiert im Urlaub oder auf Partys, nicht auf eigene Profilseiten. Sie würden praktisch veröffentlichen, dass man beispielsweise gerade verreist sei. Am sehr beliebten Nachrichtendienst WhatsApp findet Jürgen Recha kaum etwas Gutes. Das Unternehmen gehört dem Datenkonzern Facebook mit Servern in den USA, wo Rechte Einzelner im Zweifel nichts zählten: „Verschlüsselt sind dort nur die Textnachrichten, nicht die Fotos. WhatsApp hat Zugriff auf alle Kontakte in meinem Smartphone und sie dürfen die nutzen, ungefragt.“ Eine Alternative ist Telegram, deren Daten aber auf Computern in Russland konzentriert sind.

Zurück zu Passwörtern. Der Tipp der Fachleute: Eine relativ lange Kombination aus Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung wählen, dazu Sonderzeichen, keine Wörter, die im Duden stehen, weil Programme sie leicht entschlüsseln. Jedes Gerät sollte ein eigenes Passwort haben, das wiederum nicht nur sieben Zeichen lang ist. „Hase2“, sagte Recha, das sei als Passwort nicht so gut. Die Experten empfehlen auch, eingebaute Kameras etwa in Geräten zuzukleben, weil die über eingeschleuste Programme von Leuten in Gang gesetzt werden könnten, von denen man das nicht will. Für Google, dem Konzern, der Geschäfte mit Daten seiner Kunden macht, gibt es alternative Suchmaschinen. Bibianas nannte Metager, entwickelt von der Universität Hannover.

Von Gunnar Menkens

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