Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Wie der Bombenkrieg 1943 Hannover zerstört
Aus der Region Stadt Hannover Wie der Bombenkrieg 1943 Hannover zerstört
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:23 24.10.2018
Zeitzeugen und Historiker berichten beim HAZ-Forum im Historischen Museum über die Bombardierung Hannovers 1943. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Kurz versagt Hildegard Ottmers die Stimme. Ruhig und gefasst hat die Zeitzeugin gerade berichtet, dass sie bei den schweren Luftangriffen in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober zuerst aus einem, dann aus dem nächsten Bunker fliehen musste. Rauch und bebende Wände vertrieben die Achtjährige aus den Schutzräumen. „Wir legten uns nasse Tücher um, damit die Haare nicht verbrennen.“ Die Erinnerung an die Lebensgefahr selbst erschüttert die Seniorin nicht mehr. Damals flieht das Mädchen durch den Tunnel am Volgersweg Richtung Innenstadt. Dort erwartet das Kind ein Schock. „Hannover brannte lichterloh, dieses brennende Meer war mein schrecklichstes Erlebnis“, erzählt sie vor rund 200 Besuchern beim HAZ-Forum im Historischen Museum.

Wie sie später mit ihren Erlebnissen umgegangen sind, fragt HAZ-Redakteur Simon Benne die Zeitzeugen. „Groß geredet haben wir darüber nicht, es musste gelebt werden“, sagt Maria-Elisabeth Lohmann. Sie selbst, neun Jahre alt, rennt in der Nacht aus dem Luftschutzkeller der Unfallklinik, verliert ihre Begleiterin, irrt mit einem fremden Mädchen durch die glühende Stadt und findet ihre Familie erst nach drei Tagen wieder.

125 Luftangriffe erlebten die Hannoveraner zwischen 1940 und 1945. Viel häufiger schreckte ein Luftalarm sie auf, an die 1400 Mal. So berichtet es Historiker Andreas Fahl. Rund 6800 Menschen in Hannover starben durch die Bombenangriffe.

75 Jahre ist die verheerende Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 jetzt her. So lange, dass die Zerstörung der Stadt jüngeren Menschen heute unwirklich erscheint. Manche sind deshalb gemeinsam mit ihren Großeltern zu dem Diskussionsforum gekommen. Einigen Zuhörern, die die Angriffe als Kinder erlebten, steht die Bedrohung dagegen lebendig vor Augen. „Ich erschrecke mich noch heute, wenn ich Feuer sehe, auch beim Grillen“, erzählt eine Frau.

Der Vorstellungskraft der Besucher helfen seltene Filmdokumente, die Peter Stettner, Leiter des Filminstituts Hannover an der Hochschule Hannover, präsentiert. Die Luftaufnahmen aus einem britischen Flugzeug entstanden nur wenige Stunden nach der Einnahme Hannovers im April 1945. Eine Stadt in Trümmern, soweit das Auge reicht. Die Verwüstung der Innenstadt, die Ruinen von Marktkirche und Café Kröpcke zeigt ein weiterer Film, den der Künstler Otto Gefers nach Angriffen im Sommer 1943 heimlich drehte. „Das stand unter strenger Strafe, denn die Nazis wollten verhindern, dass sich solche Bilder verbreiten“, erklärt Historiker Fahl.

Von Bärbel Hilbig

Die Linie 10 der Stadtbahn konnte am Mittwochabend zeitweise nicht wie gewohnt verkehren, weil ein Taxi auf den Schienen stand. In beiden Richtungen fuhren die Bahnen nur eingeschränkt

24.10.2018

Der Stadtkirchenverband diskutiert über seinen Beitrag zu Hannovers Kulturhauptstadtbewerbung. Vieles ist noch unkonkret, ein Vorschlag stieß aber auf große Resonanz.

24.10.2018

Noch gibt es nicht einmal einen Verhandlungstermin für die Klage der Deutschen Umwelthilfe auf Fahrverbote in Hannover, doch die Stadt prüft bereits mögliche Folgen. Sehr zum Ärger der Wirtschaft.

24.10.2018