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Stadt Hannover Morgenmän Franky spricht über Magenverkleinerung
Aus der Region Stadt Hannover Morgenmän Franky spricht über Magenverkleinerung
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16:43 11.03.2018
Von links: Dr. Anette Rechslob, Chefärztin der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am KRH Psychiatrie Wunstorf, Dr. Axel Teichmann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am KRH Klinikum Neustadt am Rübenberge, FFN-Moderator Frank "Franky" Schambor, Prof. Dr. med. Julian Mall, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Adipositaschirurgie am Klinikum Nordstadt und Prof. Dr. Jochen Wedemeyer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am KRH Klinikum Gehrden Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

 Hängende Brüste und eine Hautschürze am Bauch – ungeschönt erzählte Frank Schambor, besser bekannt als „Morgenmän“ Franky vom Radiosender FFN, wie sein Körper momentan aussieht. Mit Hilfe einer Magenverkleinerung hat der 46-Jährige in den vergangenen zwei Jahren 60 Kilogramm abgenommen. „Am Anfang war es die Hölle, aber die Operation war trotzdem die beste Entscheidung meines Lebens“, berichtete Franky beim HAZ-Leserforum zum Thema Übergewicht am Mittwochabend. 

Neben ihm saß sein Lebensretter, wie Franky seinen behandelnden Arzt Prof. Dr. med. Julian Mall, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Adipositaschirurgie am Klinikum Nordstadt nennt, der gemeinsam mit Prof. Dr. Jochen Wedemeyer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie am KRH Klinikum Gehrden, Dr. Anette Redslob, Chefärztin der Klinik für Kinder und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am KRH Psychiatrie Wunstorf und Dr. Axel Teichmann, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am KRH Klinikum Neustadt am Rübenberge auf dem Podium über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Übergewicht sprach. „Leider wird Übergewicht noch immer nicht als Krankheit gesehen, aber das falsche Essverhalten beginnt oft schon in der Kindheit und wird mit zunehmenden Alter schlimmer“, erklärte Prof. Dr. Mall. Ob ein Patient übergewichtig ist – da waren sich die Experten einig – zeigt sich am einfachsten über den Body Mass Index (BMI) der Person. Dieser bestimmt das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße. „Patienten, die zu uns kommen, haben im Schnitt einen BMI von 50“, sagte der Spezialist für Magenverkleinerungen. Normal sei ein Wert von 25. 

Auf Diäten sollte verzichtet werden

Allerdings sollte eine Operation die letzte aller Möglichkeiten sein, betonten die Ärzte. „Es ist extrem anstrengend sein Essverhalten zu ändern, aber notwendig – und zwar auf Dauer“, sagte Prof. Dr. Wedemeyer. Dr. Teichmann bemerkte, dass dies schon in der Schwangerschaft relevant sei. „Das Ess- und Bewegungsverhalten der Schwangeren hat auch Einfluss auf die Entwicklung des Fötus“, erklärte er. Bei Kindern sähe es nicht besser aus. 10 bis 20 Prozent aller Schulkinder seien übergewichtig. „Unsere Gesellschaft ist absolut auf dem falschen Weg was Essgewohnheiten angeht“, sagte Dr. Teichmann. „Nach der Schule Fernsehen und Chips essen, vor dem Fernseher essen, billig verarbeitete Lebensmittel und zu wenig Bewegung sind bei vielen Kindern leider Alltag.“ Dem stimmte auch Dr. Redslob zu. „Viele Kinder, die bei uns behandelt werden und übergewichtig sind, werden in Schule gemobbt. Dadurch werden sie depressiv und legen schließlich noch mehr Gewicht zu“, sagte sie. Dies läge auch an der gesellschaftlichen Assoziation, dass dick auch gleich faul bedeute.

Von Gewichtsabnahme durch Diäten rieten die Experten durchweg ab. „Dabei gibt es so gut wie immer einen Jojo-Effekt, bei dem im Nachhinein mehr Gewicht zu- als abgenommen wird“, sagte Prof. Dr. Mall. „Der Körper gewöhnt sich daran auf Sparflamme zu arbeiten und lagert dann alles ein, was er kriegen kann, sobald wieder normal gegessen wird.“ 

Ist rund auch gesund?

Ganz aussichtslos ist die Situation für Menschen, die etwas mehr wiegen, aber nicht. Auf Nachfrage von Moderatorin und HAZ-Redakteurin Jutta Rinas, ob rund nicht auch gesund sei, erklärte Prof. Dr. Wedemeyer: „Tatsächlich haben gut trainierte Übergewichtige eine höhere Lebenserwartung als untrainierte Untergewichte.“ Dennoch läge die höchste Lebenserwartung nun einmal bei Menschen mit einem Ideal-BMI von 25. Kleine Tricks, wie Trinken vor dem Essen oder den Salat vor dem Hauptgang zu essen, könnten beim Abnehmen helfen. „Um nachhaltig abzunehmen hilft aber nur eins: Weniger essen, als der Körper verbraucht“, bemerkte Wedemeyer zum Abschluss. 

Für Franky war die Verkleinerung seines Magens ein drastischer Wandel in seinem Leben. Durch den Gewichtsverlust sei sein Selbstwertgefühl gestiegen, er habe keine Schmerzen mehr und die Artrose in seinen Knien sei zurückgegangen. Eins ist dem 120-Kilo-Mann aber besonders wichtig. „Endlich kann ich wieder mit meinem Sohn Fahrrad fahren und mit ihm mithalten“, sagte er zufrieden. 

Die Gesundheits-Reihe wird am Freitag, 9. März, mit dem Thema „Bewegung - das richtige Maß für die Gesundheit“ fortgesetzt. Auf dem Podium diskutiert der Sportler Simon Wald mit Dr. Bernd Schönhofer , Chefarzt der Klinik für Pneumologie des Klinikum Siloah,  Dr. Bernhard Vieregge , Chefarzt der Klinik für Kardiologie des Klinikum Neustadt am Rübenberge,  Dr. Jörg Geletneky , Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin und Dr. Jens Uffmann , Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. 

Am Montag, 12. März, ist abschließend die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Carola Reimann , zu Gast. Sie spricht zum Thema „Warum hat mein Arzt immer weniger Zeit für mich?“ mit Barbara Schulte , KRH-Geschäftsführerin Finanzen und Infrastruktur, Erika Jaeger , KRH-Pflegedirektorin im Bereich Mitte und Uwe Hildebrandt , Pressesprecher des Sozialministerium.

Von Johanna Kruse

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