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Stadt Hannover Haben Behörden Sozialbetrug vertuscht?
Aus der Region Stadt Hannover Haben Behörden Sozialbetrug vertuscht?
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00:17 25.01.2017
Von Conrad von Meding
Haben die Vorgesetzten der Landesaufnahmestelle Braunschweig (Bild) gezielt dafür gesorgt, dass dem Verdacht der Mehrfachidentitäten nicht nachgegangen wurde? Der Vorwurf wiegt schwer. Quelle: Stratenschulte (Archiv)
Hannover/Braunschweig

In Hunderten Fällen ermittelt eine Braunschweiger Sonderkommission aktuell gegen Flüchtlinge, die sich mithilfe von Mehrfachidentitäten doppelt, dreifach oder noch häufiger Leistungen im Sozialsystem erschlichen haben sollen. Doch offenbar wussten die zuständigen Behörden schon viel länger, dass etwas schief läuft. Gegenüber dem NDR schildert jetzt Nadja N., eine ehemalige Mitarbeiterin der Landesaufnahmestelle, dass ihre Vorgesetzten sie im Frühsommer 2016 zur Vertuschung des Verdachts gezwungen hätten. Sie sei schließlich zur Polizei gegangen, weil sie das Gefühl gehabt habe, dass Unrecht geschehe. Ihr Vertrag bei der Landesaufnahmestelle wurde danach nicht verlängert - sie war als Zeitarbeiterin angestellt.

2015 war die Identifizierung der Hilfesuchenden auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle sehr dilettantisch - es wurden nur Fotos gemacht, keine Fingerabdrücke genommen. Doch berichtet Nadja N., es sei einer Kollegin von ihr dank eines fotografischen Gedächtnisses gelungen, zahlreiche Flüchtlinge zu identifizieren - trotz falscher Namensangaben, gefärbter Haare, nachgewachsenen Bärten und ähnlichen Merkmalen. Es sei gewesen wie bei einem Memory-Spiel. Den Flüchtlingen wurden ihre Aktivitäten erleichtert, weil die Bearbeitung der Flüchtlingsfälle damals nach Anfangsbuchstaben verschiedenen Mitarbeitern zugeordnet waren. So fiel der Betrug zunächst nicht auf.

Aktenweise hätten sie und ihre Kollegin Material zusammengetragen, berichtet Nadja N. Doch ihre Vorgesetzten hätten sie angewiesen, die Akten in den Keller zu bringen. Man wolle sie zwar nicht vernichten, aber sich auch nicht groß darum kümmern.

Die Landesaufnahmebehörde teilte jetzt gegenüber dem NDR mit, es sei bei Sichtung der Unterlagen "zweifelhaft" erschienen, "dass auf dieser Datengrundlage eine Mehrfachidentität verifiziert werden könne".

Die Frau aber ging zur Sonderkommission Zerm der Braunschweiger Polizei, die die Akten schließlich offiziell anforderte. Kriminaldirektor Ulf Züch von der Braunschweiger Polizei lobt, Nadja N. sei "im Grunde ihrer Bürgerpflicht nachgekommen". Er hätte "erwartet, dass die Landesaufnahmebehörde selber auf uns zukommt und sagt, schauen Sie mal, wir haben hier eine hervorragende Mitarbeiterin. Wir stellen Ihnen die Akten zur Verfügung, versuchen Sie, herauszubekommen, wer uns hier betrogen hat."

Rund 300 potenzielle Sozialbetrüger sind aktuell im Visier der Fahnder. In der Region Hannover sind es 54.

doe/med

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