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Stadt Hannover 96-Fan bereut Angriff auf Polizisten
Aus der Region Stadt Hannover 96-Fan bereut Angriff auf Polizisten
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00:15 20.12.2014
Quelle: Archiv
Hannover

Trotz mehrerer Einträge im Strafregister hat das Amtsgericht am Mittwoch Milde gegenüber einem 20-Jährigen walten lassen, der im März einen Polizisten geschlagen hatte. Am Tag des Auswärtsspiels von Hannover 96 bei Hertha BSC Berlin hatte der Hannoveraner einen Beamten in Berlin in den Bauch getreten und mit der Faust auf den Kopf geschlagen. Da der junge Mann aber glaubhaft Reue zeigte und im vergangenen Jahr mehrere private Schicksalsschläge hinnehmen musste – darunter den Tod seiner Mutter –, belegte ihn Amtsrichter Jens Buck nur mit einer Geldstrafe von 500 Euro.

„Allein das Stadionverbot, das noch bis Mitte 2015 Bestand hat, ist für den Fußballfan Strafe genug“, sagte Buck.  Das hatte Hertha BSC Berlin bereits kurz nach dem Vorfall an einer S-Bahn-Haltestelle nahe des Berliner Olympiastadions gegen den damals 19-Jährigen verhängt. Am 15. März war er mit dem Zug von Hannover aus mit etwa 300 weiteren Fans der „Roten“ in die Hauptstadt gereist.

Angeklagter entschuldigt sich

Als die 96-Anhänger am Bahnsteig von der Polizei in Empfang genommen wurden, eskalierte die Situation kurzzeitig und etwa 30 gewaltbereite Fans beleidigten die Beamten und bewarfen sie mit Flaschen. „In dem Getümmel sah ich, wie mein bester Freund von zwei Beamten festgenommen wurde“, sagte der Angeklagte. „Da wurde irgendwie ein Schalter in meinem Kopf umgelegt.“ Er sei daraufhin auf den nächsten Polizisten losgegangen und habe ihm mit der Faust auf den Helm geschlagen. Ob er ihn auch getreten habe, wisse er selbst nicht mehr, so der Auszubildende.  Daran erinnerte sich jedoch der Berliner Polizist, der als Zeuge vor dem Amtsgericht aussagte.

Der Angeklagte räumte daraufhin nicht nur die komplette Tat ein, sondern entschuldigte sich bei dem Beamten. „Auch wenn ich selbst weiß, dass das den Angriff nicht rechtfertigt, möchte ich sagen, dass ich betrunken war“, so der 20-Jährige. Die Kontrolle habe er aber vor allem verloren, weil sein bester Freund, der am Bahnhof verhaftet wurde, praktisch die einzige Person sei, die so etwas wie Familie für ihn darstelle.

Im Juni war die Mutter des jungen Mannes nach langer Krankheit gestorben. Seinen Vater kenne er zwar und wisse auch von zwei jüngeren Halbschwestern, Kontakt habe er aber nicht mit ihnen. Nach dem Tod seiner Mutter seien ihm nur seine 82  Jahre alte Großmutter und sein bester Freund geblieben. „Mit ihm gehe ich fast jedes Wochenende zum Fußball“, sagte der 96-Fan. Dass er nun für mehr als ein Jahr kein Spiel bis hinunter zur vierten Liga besuchen dürfe, habe ihn genauso zum Nachdenken gebracht wie die Zeit in der Arrestzelle des Olympiastadions. „Ich werde alles daransetzen, dass so etwas wie in Berlin nicht noch einmal passiert“, sagte der Angeklagte.

Die Stadt Hannover lässt das Hohe Ufer für 1,75 Millionen Euro umbauen. Neben einem Fahrstuhl, der die Uferebenen miteinander verbinden soll, sind eine Platanenallee und Ufergastronomie geplant. Die Umgestaltung soll bereits 2015 beginnen.

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