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Stadt Hannover 96-Fans wehren sich gegen Zustände in Gewahrsamszelle
Aus der Region Stadt Hannover 96-Fans wehren sich gegen Zustände in Gewahrsamszelle
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20:32 21.08.2017
Von Michael Zgoll
Das Verwaltungsgericht nahm am Montag die Haftzellen an der Waterloostraße in Augenschein.Foto: Dröse Quelle: Rainer Droese
Hannover

Zwei Männer und eine Frau wehren sich vor dem Verwaltungsgericht dagegen, je 95 Euro für Transportkosten und eine Unterbringung im Polizeigewahrsam zahlen zu müssen. Sie waren im November 2016 im Vorfeld des Fußballspiels von Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig auf einem Hildesheimer Baumarkt-Parkplatz festgenommen und anschließend 46 Stunden in Zellen der Polizeidirektion Hannover eingesperrt worden. Laut Ermittlungsbehörde zählten sie zu einem Kreis von 170 Personen, die sich in Hildesheim mit den Fans der gegnerischen Mannschaft prügeln wollten. Rechtsanwalt Andreas Hüttl, der die drei Kläger vertritt, übt heftige Kritik am Vorgehen der Polizei.

170 Fans festgenommen

Wie Hüttl meint, gebe es überhaupt keine Anhaltspunkte, dass seine Mandanten zu denjenigen gehörten, die Gewalttaten geplant hatten. Zudem sei die Unterbringung in den Zellen, deren miserabler Zustand vor Jahren schon den Landtag beschäftigt habe, ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Die kahlen Zellen seien nur 4,2 Quadratmeter groß und mit dünnen Matratzen ausgelegt, auch lasse sich kein Fenster öffnen. Zudem seien seine Mandanten noch nie als Sport-Gewalttäter aufgefallen.

Von den 170 Festgenommenen habe die Polizei 50 aus Mangel an freien Zellen wieder laufen lassen müssen. Unter diesen jedoch seien etliche als gewalttätig bekannte Fans gewesen, insofern halte er die Auswahl der präventiv Inhaftierten für völlig willkürlich.

Verwaltungsrichter Andreas Kleine-Tebbe nahm gestern die Haftzellen an der Waterloostraße in Augenschein. Ein Urteil allerdings fällte er noch nicht, dies wird innerhalb der nächsten zwei Wochen auf schriftlichem Wege ergehen.

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