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Neue Autos setzen bei Unfall Notruf ab

Verkehrssicherheit Neue Autos setzen bei Unfall Notruf ab

Hannovers Feuerwehr-Leitstelle ist technisch aufgerüstet worden und kann jetzt automatische Notrufe empfangen. Bei Unfällen müssen alle neuen Automodelle künftig den Notruf 112 absetzen.

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Autos setzen bei Unfällen automatisch einen Notruf ab, und die Mitarbeiter der Feuerwehrleitstelle wissen sofort, wo sich der Unfall ereignet hat.

Quelle: Nancy Heusel

Hannover.  Wer Opfer eines Autounfalls wird, muss künftig nicht mehr hoffen, dass ein aufmerksamer Helfer schnell den Rettungsdienst verständigt – das macht das Auto automatisch. ECall heißt das europaweit geltende Notrufsystem, das in allen Automodellen, die ab April auf den Markt kommen, eingebaut sein muss. So schreibt es die EU gesetzlich vor. Die Feuerwehr Hannover hat jetzt ihre Regionsleitstelle in der Calenberger Neustadt technisch aufgerüstet, sodass sie solche automatischen Notrufe empfangen und bearbeiten kann. „Es bricht für die Rettungskräfte eine neue Zeit an“, sagt Regionsdezernentin Cora Hermenau (CDU) am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Technologie. Von einem „unglaublichen Vorteil“ für alle Verkehrsteilnehmer spricht Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD).

Die Helfer in der Feuerwehrzentrale werden über das Mobilfunknetz nicht allein über den Ort des Unfalls verständigt, eCall übermittelt einen ganzen Datensatz. „Wir wissen sofort Bescheid über die Bauart des Fahrzeugs, den Antrieb und wie viele Personen gerade im Fahrzeug sitzen“, sagt Hannovers Feuerwehrchef Claus Lange. Die Informationen werden über die Sensorik des Fahrzeugs ermittelt. So weiß  der Auto-Computer anhand von Gurt-Klicks, wie viele Personen mitfahren. Die Mitarbeiter der Leitstelle erkennen sofort auf einer Computerkarte, wo sich der Unfall ereignet hat, und sie können bei Bedarf über die Freisprechanlage des Autos Kontakt mit den Unfallopfern aufnehmen.

Ausgelöst wird der Notruf dann, wenn sich der Airbag aufbläht, also bei stärkeren Kollisionen. Zudem sollen neueste Fahrzeuge auch mit einem Notfallknopf ausgestattete werden, sodass der Notruf manuell getätigt werden kann.

„Die Daten werden erst übermittelt, wenn sich der Unfall ereignet“, betont Steve Schneider von der Firma ITS mobility, die das System mitentwickelt hat. Daher sei das Programm datenschutzrechtlich in Ordnung. Und wenn die Informationen bei der Leitstelle der Feuerwehr eingehen, dringe nichts nach außen, sagt Schneider. „Die Informationen unterliegen den Datenschutzvorgaben der Leitstellen“, sagt er.

Weniger Datensicherheit  gibt es, wenn ältere Autos mit Notrufsystemen nachgerüstet werden. „Versicherungen bieten simple Systeme an, aber dann ist das Fahrzeug auch jederzeit zu orten“, sagt Schneider. Wer mit solcher Technik einen Notruf startet, landet nicht direkt bei der Feuerwehr, sondern in einem Callcenter.

Ziel von eCall ist es, die Wartezeit auf Rettungskräfte deutlich zu verkürzen. „2500 Verkehrstote können vermieden werden, wenn die Helfer schneller bei der Unfallstelle sind“, sagt  Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU). 250 umgerüstete Leitstellen gebe es jetzt in Niedersachsen, 15 Millionen Euro aus EU-Töpfen seien in den Ausbau geflossen. 90.000 Euro haben Stadt und Region in die Hand genommen, um ihre Leitstelle zu modernisieren.

Von Andreas Schinkel

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