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Stadt Hannover Kita St. Johannis: Brandbrief an Politiker
Aus der Region Stadt Hannover Kita St. Johannis: Brandbrief an Politiker
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00:15 20.03.2019
Kita St. Johannis Kirchrode Quelle: Jacqueline Hadasch
Bemerode

Verärgert, benachteiligt und von der Politik im Stich gelassen – so beschreibt die Kita St. Johannis ihre Situation bei der Suche nach Personal. Vertreter der Kindertagesstätte wendeten sich nun per Brief an Ministerpräsident Stephan Weil, Kultusminister Grant Tonne und Oberbürgermeister Stefan Schostock. Ihr Signal: Die Politik ist für den weitreichenden Personalnotstand verantwortlich – und soll attraktivere Konditionen für kirchliche Kitas ermöglichen.

Seit elf Monaten sucht die evangelisch-lutherische Kita bereits nach Erziehern. Im Dezember verloren sogar 47 der 97 Kinder vorübergehend ihren Betreuungsplatz. Einen ersten Erfolg konnte die Kita nun erzielen: Ab April ist eine der drei frei gewordenen Stellen wieder dauerhaft besetzt, eine weitere vielversprechende Kandidatin hat kürzlich hospitiert. Die Kita hofft auf ihre Zusage. Trotzdem sei man noch immer auf Zeitarbeitskräfte für die zwei unbesetzten Posten angewiesen, beklagt Kita-Leiterin Esther Michelhans.

Nachteile durch Finanzierungsvertrag

Dass sich die Personalsuche derart zäh gestaltet schreibt die Kita auch dem fehlenden Einsatz der Politik gegen den Erziehermangel zu. Von „weiteren Maßnahmen zur Stärkung des Erzieherberufes“, die Kultusminister Tonne vergangenes Jahr im NDR Interview versprach, sei nichts angekommen. Laut Schreiben liegt das größte Problem aber im „schlecht verhandelten Vertrag zwischen dem Stadtkirchenverband und der Stadt“: Beim Wettbewerb um Personal seien Hannovers kirchliche Einrichtungen finanziell schlechter gestellt als Kitas städtischer Trägerschaft. Der kirchliche Träger habe keine Möglichkeit, Erziehern die gleiche Bezahlung wie die städtischen Kitas zu bieten, erzählt Michelhans. Daher würden Bewerber oftmals Kitas städtischer Trägerschaft vorziehen.

Auch einen „sonst üblichen Defizitvertrag“, der die finanzielle Unterstützung der Stadt bei Budgetüberschreitungen festschreibt, gäbe es für die evangelischen Kindertagesstätten nicht. Dieser würde einen flexibleren Umgang mit Notsituationen ermöglichen und sei laut Brief dringend „zur Verbesserung der momentanen Personalsituation in den kirchlichen Kindertagesstätten Hannovers“ notwendig.

Stadt Hannover: Kita-Träger ist selbst verantwortlich

Die Stadt sieht den Grund für den Personalengpass nicht bei der ihr vorgeworfenen mangelnden Unterstützung. „Die Finanzierung ist in erster Linie Sache der Träger“, erklärt Stadtsprecherin Susanne Stroppe. Daher müsse sich die Kita an diesen wenden.

Auch eine ehemalige Mitarbeiterin sieht die Kita in der Verantwortung. Vorwürfe, diese hätte das Verlassen von drei Erzieherinnen besser planen könnnen, weist Michelhans allerdings zurück. Natürlich habe man „lange im Voraus gewusst“, dass drei Stellen neu besetzt werden müssen. Die Erzieherinnen hatten ihr Ausscheiden im Dezember frühzeitig kommuniziert. Daraufhin wurde die Planung der Personalsuche sofort begonnen.

Die Kita habe bereits alle möglichen Anstrengungen vorgenommen, um die Stellen zu besetzen, erzählt Pastor Ole Großjohann. Zahllose Vorstellungsgespräche hätten bereits stattgefunden, bei manchen Kandidaten habe man auch über die Voraussetzung einer kirchlichen Mitgliedschaft für die Stellenbesetzung hinweggesehen. Außerdem wurde die Kita modernisiert und attraktiver eingerichtet: Eine Vielzahl der Räume wurden neugestaltet und gestrichen, auch die Küche habe man neu ausgestattet.

Für die Zukunft wünscht sich die Kita mehr Hilfe der Politik. Eine Antwort auf ihren Brief hat sie allerdings noch nicht erhalten. Bessere finanzielle Konditionen könnte es vielleicht bald geben - derzeit laufen die Verhandlungen für neue Finanzierungsverträge zwischen der Stadt und dem Stadtkirchenverband.

Von Jacqueline Hadasch

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