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Stadt Hannover Betrüger nehmen Senioren-Paar 110.000 Euro in Gold ab
Aus der Region Stadt Hannover Betrüger nehmen Senioren-Paar 110.000 Euro in Gold ab
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16:15 21.01.2019
Ein Betrüger hat einem alten Paar aus Isernhagen zum Goldkauf geraten und die Senioren anschließend um ihre Ersparnisse gebracht. Quelle: Pressereferat/Der Senator für Inneres
Hannover/Isernhagen

Schon wieder ein Trickbetrug – und wieder mit neuer Masche: Am Mittwoch sind erneut zwei Senioren nach einem fingierten Telefonanruf von falschen Polizisten auf Betrüger hereingefallen: Das Paar aus Isernhagen-Süd – 78 und 82 Jahre alt – büßte dabei Ersparnisse in Höhe von 110.000 Euro ein. Der neueste Trick: Die Senioren sollten die hohe Geldsumme wegen vorgetäuschter Sicherheitsrisiken bei ihrer Bank vom Konto abheben, dafür bei einem anderen Institut über ein Spezialkonto Goldbarren kaufen und zur Echtheitsüberprüfung an einer vereinbarten Stelle in einer privaten Tiefgarage in der Innenstadt ablegen.

Laut Polizei gibt es derzeit wieder eine neue Welle von Betrugsfällen, in denen falsche Polizeibeamte ältere Menschen anrufen und sie in fingierten Gesprächen dazu bringen, Geld oder Wertgegenstände aus der Verwahrung von Geldinstituten zu holen – um ihnen anschließend ihren Besitz an vereinbarten Stellen abzunehmen. Erst am Montag hatte ein Senior aus der Calenberger Neustadt Geld und Goldmünzen im Gesamtwert von rund 120.000 Euro aus seinem Bankschließfach geholt. Als er seine Ersparnisse zum Treffpunkt bringen wollte, wurde er überfallen. Die Polizei Hannover hat vom 1. bis 15. Januar dieses Jahres bereits 516 Anrufe von Trickbetrügern registriert. Allein am 9. Januar ist es laut Behördensprecher Philipp Hasse zu mehr als 70 Fällen gekommen. In den ersten 15 Tagen erbeuteten die Trickbetrüger demnach rund 230.000 Euro. Die Dunkelziffer könnte sogar noch höher ausfallen, da nicht jeder Fall angezeigt werde. „Die Täter sind rund um die Uhr aktiv, auch abends und an Wochenenden“, sagt Hasse.

Laut Polizei nimmt vor allem die Masche „immer mehr zu“, von Senioren ihre Bankschließfächer leer räumen zu lassen . So würden die Trickbetrüger skeptische Bankangestellte umgehen, denen das Abheben ungewöhnlich hoher Summen verdächtig vorkomme, erläutert die Polizei den Hintergrund. Im neuesten Fall wählten die Betrüger einen bislang eher selten angewandten Trick: Laut Polizei hatte einer der Betrüger schon am Montag bei dem 82-jährigen Mann aus Isernhagen angerufen und sich als Kriminalkommissar ausgegeben. Der falsche Polizist behauptete, dass es bei der Hausbank des Paares „eine undichte Stelle“ gebe und die Ersparnisse dort nicht mehr sicher seien. Nach weiteren Telefonaten brachte er das Paar dazu, 110.000 Euro vom Konto abzuheben, das Geld auf ein sogenanntes Goldkonto einzuzahlen und in Barren umzutauschen. Diese, so sagte der vermeintliche Kommissar, würde die Polizei überprüfen und dann zurückgeben. Am Mittwochnachmittag legte der Senior zur vereinbarten Zeit drei inzwischen erhaltene Goldbarren in einer Einkaufstüte in einer privaten Tiefgarage an der Theaterstraße ab. Erst als die Senioren am Donnerstag immer noch keine Benachrichtigung vom vermeintlichen Kommissar erhalten hatten, wandten sie sich an die richtige Polizei. Die sucht nun Zeugen, die am Mittwoch gegen 16 Uhr an der Theaterstraße auffällige Geschehnisse beobachtet haben.

Die Ermittler und verschiedene Geldinstitute versichern, dass angesichts zunehmender Trickbetrugsfälle ein regelmäßiger Austausch stattfinde, um das Bankpersonal für ungewöhnliche Vorfälle zu sensibilisieren. „Bei uns wird auf das plötzliche Abheben von Summen ungewöhnlicher Größenordnung reagiert“, sagt der Sprecher der Sparkasse Hannover, Stefan Becker. Auch beim Goldhandel Degussa versichert eine Mitarbeiterin der Niederlassung an der Theaterstraße, dass das Personal bei ungewöhnlichen Angelegenheiten stets den Hintergrund erfrage.

Polizei informiert über neue Betrugsmaschen

Immer wieder neue Tricks und Maschen: Um ältere Menschen vor Trickbetrügern zu schützen, setzt die Polizei auf Aufklärung: Enkeltrick, falsche Polizisten, falsche Bankmitarbeiter, dubiose Anrufe - vor allem Senioren werden so immer wieder um ihre Ersparnisse gebracht. Die Sparkasse Hannover lädt deshalb gemeinsam mit der Polizei für Donnerstag, 31. Januar, von 10 bis 13 Uhr sowie Freitag, 1. Februar, von 9 bis 13 Uhr in der Filiale an der Vahrenwalder Straße 71 zu einer zweitägigen Informationsveranstaltung ein. Heinz Battmer, Kontaktbeamter der Polizei und Sparkassenmitarbeiter geben interessierten Besuchern wichtige Tipps. Berichtet wird auch über neueste Tricks: Immer öfter geben Telefonbetrüger vor, die echte Polizei zu sein, indem sie die Opfer auffordern, den Notruf 110 anzurufen. Dabei wird das Telefonat von den Betrügern jedoch nicht beendet, sondern nur ein Freizeichen technisch eingespielt. Anschließend wählen die Angerufenen eigenständig die 110 und landen erneut bei den falschen Beamten. Wer einen Anruf dieser Art erhält, soll sofort auflegen. Außerdem rät die Polizei, zumindest Vornamen aus dem Telefonbuch streichen zu lassen, weil sich Täter daran orientieren, um möglichst ältere Menschen anzurufen. Allerdings greifen die Trickbetrüger auch auf alte Telefonbuchexemplare zurück. Sicher gehen Senioren demnach nur, wenn sie sich eine neue Nummer zulegen, die nicht im Telefonbuch erscheint.

Von RND/sbü/Ingo Rodriguez/Peer Hellerling

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