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Stadt Hannover Essays erinnern an die Revolte
Aus der Region Stadt Hannover Essays erinnern an die Revolte
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20:40 19.06.2018
Gewichtiges Werk: Wolf-Dieter Mechler (l.) und Gerd Weiberg im Historischen Museum. Quelle: Villegas
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Hannover

Glücklich, wer so zurückblicken kann: „Wir fühlten uns als Subjekte der Geschichte, alles schien offen und möglich“, schreibt Klaus-Peter Börtzler, der Ende der Sechziger in Hannover studierte und ein „Achtundsechziger“ war. Sein Aufsatz findet sich in dem Band „Ansichten der Revolte. Hannover 1967-1969“ (Offizin Verlag, 412 Seiten, 19,80 Euro), der jetzt vor rund 100 Besuchern im Historischen Museum vorgestellt wurde. In rund zwei Dutzend Essays werfen die Autoren darin einen Blick zurück auf bewegte Zeiten.

„Wir wollten die aktive Generation noch einmal in einem Buch zu Wort kommen lassen“, sagt der Historiker Wolf-Dieter Mechler, der den Band mit Gerd Weiberg herausgegeben hat. Mehrere Jahre haben sie an dem Projekt gearbeitet. Dem mit 364 Abbildungen reich illustrierten Buch gelingt der Spagat zwischen wissenschaftlichen Ansprüchen und populärer Unterhaltung; auch Kenner können noch viel Neues über ’68 in Hannover erfahren.

Es geht um Kommunen und Schülergruppen, um Vietnam-Proteste und die Rote-Punkt-Aktion. Historische und aktuelle Fotos zeigen 31 „Orte der Revolte“ vom Lichthof der Uni bis zum Grab des Revoluzzers Hans-Jürgen Krahl auf dem Ricklinger Friedhof. Auf einer beiliegenden DVD finden sich dazu Filminterviews mit Zeitzeugen: Egon Kuhn spricht über die Gründung des Freizeitheims Linden, Manfred Lauermann über Demonstrationen. Nur das Kapitel über Frauen fällt reichlich knapp aus. Sie hätten versucht, eine Frau zu finden, die über die Macho-Kultur der Achtundsechziger schreibt, sagt Weiberg: „So richtig ist es nicht gelungen.“

Am Sonnabend, 23. Juni, gibt es um 18 Uhr sowie um 21 Uhr in der Volkshochschule, Burgstraße 14, das Theaterprojekt „Wut und Gedanke“ über Adorno und Krahl zu sehen. Dort eröffnet am 5. Juli, 18 Uhr, auch die Ausstellung „Ansichten der Revolte“.

Von Simon Benne

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