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Stadt Hannover Steintorplatz: Umbau-Ideen im Juni gefragt
Aus der Region Stadt Hannover Steintorplatz: Umbau-Ideen im Juni gefragt
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18:57 09.02.2018
Der Steintorplatz soll neu gestaltet werden – und die Bürger sollen mitreden.  Quelle: Florian Petrow
Hannover

Der Umbau des Steintorplatzes ist seit Jahren ein politisches Streitthema, jetzt sollen die Hannoveraner sagen, wie sie sich den zentralen Cityplatz vorstellen. Nach Informationen der HAZ startet im Juni die von SPD, Grünen und FDP geforderte Bürgerbeteiligung. Eine halbe Million Euro lässt sich die Stadtverwaltung das Verfahren kosten. Damit gehört die Mitsprache zum Steintor-Umbau zu den teuersten Beteiligungsprojekten, die die Stadt in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat.

Die Bürger-Mitsprache wird voraussichtlich vom renommierten Berliner Büro Urban Catalyst organisiert und soll bis zum Frühjahr 2019 dauern. Das Verfahren ist ergebnisoffen. Die Planungen werden dem Bezirksrat Mitte demnächst vorgelegt.

Das Verfahren gliedert sich in mehrere Phasen. Noch vor  den Sommerferien sollen Passanten in der City zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten angesprochen und um ihre Meinungen zum Steintorplatz gebeten werden. „Es sollen auch Nachschwärmer und Partygänger zu Wort kommen“, heißt es aus dem Rathaus. Man wolle sicherstellen, dass unterschiedliche Altersgruppen angesprochen werden.

Zunächst sollen die Bürger mitteilen, welche Stärken und Schwächen der Steintorplatz habe, danach wird nach möglichen Zwecken gefragt, die der Platz erfüllen könnte. Die Ideen fließen später in erste Entwürfe von Landschaftsarchitekten ein. Auf dem Steintorplatz wird ein Container aufgestellt, in dem Vorschläge und Skizzen präsentiert werden.

Ursprünglich sollten auf dem Steintorplatz zwei Wohn- und Geschäftshäuser entstehen.  Die Pläne des Düsseldorfer Investors Centrum wurden 2015 von der damaligen rot-grünen Ratsmehrheit begrüßt, doch die Oppositionsparteien und etliche Bürger protestierten gegen das Vorhaben. Die Steintor-Bebauung geriet zum heiß umkämpften  Wahlkampfthema. Nach der Kommunalwahl 2016 änderten sich die Mehrheitsverhältnisse im Rat, die Stadt stoppte das Verfahren. Das neue Mehrheitsbündis aus SPD, Grünen und FDP einigte sich darauf, den Platz neu zu gestalten und die Bürger zu beteiligen. 

„Diese Beteiligung wird etwas ganz Besonderes“, sagt SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Es gebe nicht wie üblich mehrere  Informationsveranstaltungen, zu denen die Stadt einlädt, sondern Menschen werden gezielt angesprochen – auf der Straße, in Cafés und Imbissbuden. Auch die Grünen begrüßen den Start der Beteiligung. „Durch den Container auf dem Platz gibt es eine ständige Präsenz des Prozesses“, sagt Grünen-Baupolitikerin Elisabeth Clausen-Muradian. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke sieht in dem Verfahren eine „echte Bürgerbeteiligung“. „Ich bin gespannt, war dabei herauskommt“, sagt er.

Die CDU bleibt skeptisch. „Das Ganze ist eine Farce“, meint CDU-Baupolitiker Felix Balschzyk. Die Gefahr bestehe, dass der Platz am Ende doch noch bebaut werde, schließlich soll die Beteiligung „ergebnisoffen“ sein. „Ein Verfahren lässt sich auch manipulieren“, sagt Blaschzyk. Zudem seien die Kosten von einer halben Million Euro viel zu hoch. 

Von Andreas Schinkel

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