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Stadt Hannover Carsharing-Offensive kommt schwer in Gang
Aus der Region Stadt Hannover Carsharing-Offensive kommt schwer in Gang
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00:17 26.04.2018
Ein Smart von Stadtmobil auf der Hildesheimer Straße. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Die geplante Ausweitung der Carsharing-Stellflächen hakt bei der Umsetzung. 400 zusätzliche Parkplätze soll die Stadt laut Ratsbeschluss für gemeinschaftlich genutzte Autos bereitstellen. Doch wegen vergaberechtlicher Bedenken bremste die Verwaltung beim Flottenausbau des Carsharing-Anbieters Stadtmobil, der 75 zusätzliche Flächen bis Jahresende benötigt. 

Die drastische Ausweitung des Carsharing-Angebots ist einer von elf Punkten des Maßnahmenkatalogs gegen die Stickoxidbelastung, den der Rat auf Antrag von SPD, Grünen und FDP beschlossen hat. 400 zusätzliche Stellplätze im öffentlichen Raum seien „aus unserer Sicht ohnehin eine Utopie“, sagt Judith Siano, Abteilungsleiterin Kundenservice beim größten hiesigen Anbieter Stadtmobil. Das Unternehmen berichtet, dass bereits die Vergabe von 75 weiteren Flächen schleppend voranging – erst Recherchen der HAZ brachten Bewegung in die Sache.

Carsharing gilt als probates Mittel gegen zu viel Dreck in der Luft: Ein Auto, das sich mehrere Nutzer teilen, ersetzt laut Statistik mehr als 20 Privatfahrzeuge. Weil die Anbieter – in Hannover sind es außer dem Platzhirsch Stadtmobil noch Greenwheels und die Deutsche Bahn – ständig über Stellplatzmangel klagen, hatte der Rat die zusätzlichen Flächen beschlossen. „Mit uns war das nicht abgesprochen. Wir haben davon aus der Zeitung erfahren“, sagt Siano. Stadtmobil habe derzeit 290 Autos im Fuhrpark, darunter 80 sogenannte Stadtflitzer ohne festen Stellplatz. 400 zusätzliche Fahrzeuge könne das Unternehmen gar nicht stemmen.

Trotzdem hat sich Stadtmobil laut Siano über den Beschluss gefreut und die Initiative ergriffen: „75 weitere Fahrzeuge wollten wir anschaffen – von April bis Dezember jeweils etwa zehn pro Monat.“ Die Stadt habe erklärt, es sehe gut aus, was die dafür notwendigen Stellplätze angehe. Geeignete Flächen seien bereits bei Ortsbegehungen in Augenschein genommen worden. Deshalb habe Stadtmobil bereits 20 Wagen der Marken Audi, Toyota und Ford bei Händlern geordert.  Dann jedoch sei von der Verwaltung die Mitteilung gekommen, es gebe vergaberechtliche Bedenken.

Die Stadt äußerte sich zunächst schmallippig. „Mit den Unternehmen wird daran gearbeitet, zusätzliche Stellplätze im öffentlichen Raum einzurichten“, teilt sie mit, nennt aber weder Stückzahl noch Zeitraum. Auf die Frage, ob sie die politische Zielvorgabe überhaupt für realistisch hält, antwortet sie: „Es steht der Verwaltung nicht zu, Ratsbeschlüsse zu kommentieren.“

Zwei Tage später erklärte die Stadt dann auf erneute Nachfrage, sie strebe „in Abhängigkeit der personellen Kapazitäten“ an, Stadtmobil monatlich die zehn Plätze zur Verfügung zu stellen, bis die Zielzahl 75 erreicht ist.  Die Firma Greenwheels habe grundsätzliches Interesse geäußert, ebenfalls aufzustocken. Alle Stellplatzvorschläge müssten geprüft und dann Verträge abgeschlossen werden. Danach seien Markierung und Beschilderung durchzuführen. „Die dafür vorhandenen personellen Kapazitäten sind begrenzt“, teilt die Stadt mit.

Von Bernd Haase

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