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Stadt Hannover Fassungslosigkeit über Kostenexplosion für Sanierung
Aus der Region Stadt Hannover Fassungslosigkeit über Kostenexplosion für Sanierung
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00:43 23.04.2018
Der Brandschutz im Altbau des Sprengel Museums muss modernisiert werden. Die Kosten dafür verdreifachen sich. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Die Kostenexplosion bei der geplanten Brandschutzsanierung im Sprengel Museum macht Ratspolitiker fassungslos – und löst am Freitag einen Eklat im Kulturausschuss aus. Kulturdezernent Harald Härke will trotz mehrmaliger Nachfragen weder Details zu den Gründen des Kostenanstiegs nennen, noch darüber informieren, wie die Finanzierung zustande kommt. 

„Mit ist unbegreiflich, woher das Geld kommen soll. Wir müssen uns mit dem Land abstimmen“, sagt er. Als „kleiner Kulturdezernent“ könne er über große Summen aber nicht verhandeln, das müsse auf höherer Ebene geschehen. Die FDP, Mitglied im Mehrheitsbündnis, zieht daraufhin die Kompetenz Härkes in Zweifel. „Haben Sie als ,kleiner Kulturdezernent’ dann noch die Fähigkeit, die Bewerbung Hannovers um den Titel Kulturhauptstadt voranzutreiben?“, fragt FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke.

Wie berichtet, ist der Stadtverwaltung seit Dezember bekannt, dass die Ausgaben für den Brandschutz im Altgebäude des Museums von 4 auf 11 Millionen Euro steigen. Warum das so ist, darüber gibt es derzeit nur Spekulationen. Unklar ist auch, wer sich in welcher Höhe an den verdreifachten Kosten beteiligt. Eigentlich tragen Stadt und Land das Museum je zur Hälfte. 

Die Stadtverwaltung schaltet auf stur und teilt mit, dass es im Mai einen Sanierungsplan geben wird. Kulturdezernent Härke verweist auf andere Zuständigkeiten. Damit meint er den Fachbereich Gebäudemanagement, verantwortlich für Sanierungsvorhaben in städtischen Häusern. Die Gebäudemanager sind dem Wirtschaftsdezernat von Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) zugeordnet. „Dass der Kulturausschuss nicht über die Kostensteigerung informiert wurde, nehme ich auf meine Kappe“, sagt Härke. Aber andere hätten ebenfalls Auskunft geben können, fügt er mit Blick auf die Wirtschaftsdezernentin hinzu.

Bei den Ratspolitikern kommt die Hinhaltetaktik des Kulturdezernenten nicht gut an. „Die Verwaltung sollte so früh wie möglich proaktiv informieren“, fordert SPD-Fraktionschefin Christine Kastning. Da sei es gleichgültig, in welchem Ausschuss man gerade sitze. FDP-Mann Engelke hätte erwartet, dass nach dem HAZ-Bericht über die Kostenexplosion ein Vertreter des Gebäudemanagements im Kulturausschuss Rede und Antwort stehe. „Auch Museumsdirektor Reinhard Spieler, oft ein Gast im Ausschuss, ist heute leider nicht zugegen“, sagt Engelke. Kopfschütteln auch bei der CDU. „Härke versucht, die Misere schönzureden“, sagt CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Moderate Töne kommen von den Grünen. „Es wäre schön, eine Stellungnahme von der Stadt zu bekommen“, sagt Grünen-Kulturpolitiker Daniel Gardemin

Mehrheitlich kritisiert wird der Vorschlag von CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Toepffer, das Sprengel-Museum allein in die Hände des Landes zu geben und das Staatstheater der Stadt zu überlassen. „Das können wir nicht ernst nehmen“, meint SPD-Ratsherr Robert Nickolls. Für „dumm-dreist“ hält die FDP die Idee, das kostspielige Staatstheater der Stadt aufzudrücken. Selbst die CDU-Ratsfraktion drückt auf die Bremse. „Eine Diskussion über die Trägerschaft sollte in unserer Stadt ergebnisoffen geführt werden“, sagt CDU-Fraktionschef Jens Seidel

Das Kulturministerium hält eine Beteiligung der Stadt Hannover am Staatstheater nicht für unrealistisch. „Das ist eine interessante Idee", sagt die Sprecherin des Ministeriums, Anna Anding. Den Vorschlag von Toepffer, dass das Land das Sprengel-Museum komplett übernehmen könnte, will das Ministerium aber nicht kommentieren. In Regierungskreisen hält man das nicht für realistisch.

Von Andreas Schinkel und Marco Seng

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