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Stadt Hannover Heimaufsicht fehlt Ausstattung für Kontrollen
Aus der Region Stadt Hannover Heimaufsicht fehlt Ausstattung für Kontrollen
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00:16 24.04.2018
Kontrollen in den Pflegeheimen können in Hannover nicht so schnell ausgeführt werden wie die Beschwerden bei der Heimaufsicht eingehen. Quelle: dpa-Zentralbild
Hannover

 Die Heimaufsicht, eine Kontrollinstanz der Stadtverwaltung, kann den zunehmenden Beschwerden über Missstände in Seniorenheimen kaum mehr nachgehen. Das geht aus einem vertraulichen Bericht des Rechnungsprüfungsamts hervor,der der HAZ vorliegt. Es bedürfe einer engmaschigeren Kontrolldichte in den Häusern, „die jedoch mit dem vorhandenen Personal der Heimaufsicht nicht in dem gebotenen Umfang leistbar ist“, heißt es in dem Papier. 

Die Ratspolitik ist alarmiert. „Wir sollten im nächsten Haushalt sicherstellen, dass die Heimaufsicht personell und sachlich ausreichend ausgestattet ist“, sagt FDP-Sozialpolitiker Patrick Döring. Dem schließen sich andere Ratspolitiker an. „Die Inanspruchnahme der Heimaufsicht ist gestiegen“, sagt Robert Nicholls, SPD-Sozialexperte. Jetzt müsse man politisch reagieren. „Wenn es den Bedarf gibt, müssen wir uns kümmern“, sagt die Ausschussvorsitzende Silvia Klingenburg-Pülm (Grüne).

Bis zu drei Beschwerden täglich

Erst vor kurzer Zeit ist ein möglicher Fall von Vernachlässigung in einem städtischen Pflegeheim im Stadtteil Bothfeld bekannt geworden. Eine 87-Jährige soll dort über Stunden nicht genügend zu trinken bekommen haben. Nachdem sie kollabiert war, wurde sie in ein Krankenhaus gebracht, wo man feststellte, dass die Frau stark dehydriert war. Nach mehreren Infusionen besserte sich ihr Zustand. Die Angehörigen waren entsetzt, jetzt soll die Heimaufsicht den Fall untersuchen.

Immer häufiger muss die Kontrollbehörde solchen Beschwerden nachgehen. Die Zahl der Überprüfungen sei in zwei Jahren um 37 Prozent angestiegen, heißt es in dem Verwaltungsbericht. Überwiegend habe es sich um Hinweise auf Pflege- und Hygienemängel gehandelt. Die Zahl der wiederholten Kontrollen ist sogar um 39 Prozent nach oben geklettert. Nach Informationen der HAZ gehen bei der Heimaufsicht zwei bis drei Beschwerden pro Tag ein.

Behörde erhält mehr Aufgaben

Die Arbeitsbelastung für die Heimaufsicht steigt auch dadurch, dass die Behörde bei Baugenehmigungen für Pflegeeinrichtungen zurate gezogen werden muss. Das schreibt das neue Pflegestärkungsgesetz vor. „Insbesondere bei den Betreibern von Tagespflegen müssen die Prüfer Überzeugungsarbeit leisten, um Fehlentwicklungen zu vermeiden“, heißt es in dem Bericht. Die Zahl der Tagespflegestationen ist in Hannover seit 2013 von acht auf 20 angestiegen.

Um die Prüfaufgaben bewältigen zu können, ist die Heimaufsicht auf den Einsatz von Praktikanten angewiesen. Das Rechnungsprüfungsamt schreibt der Stadt ins Hausaufgabenbuch, „die personelle Ausstattung der Heimaufsicht zu überprüfen und anzupassen“. Zudem wünscht sich das Amt, dass die Heimaufsicht „Nachweise über die Mängelbeseitigung“ von den Pflegeheimbetreibern einfordert, etwa Fotos von renovierten Zimmern und Pflegedokumentationen. 

Auch die Sachausstattung der Heimaufsicht lässt offenbar zu wünschen übrig. Aus Kostengründen verzichtet die Behörde auf den Zugriff auf Datenbanken, die für die ­juristische Recherche wichtig sind. „Dieser Zugriff wird aber unter anderem zur Klärung rechtlich hoch komplexer Sachverhalte benötigt“, betont dagegen das Amt. Schließlich schalteten manche Heimbetreiber bei Beschwerden sofort ihre Anwälte ein.

Von Andreas Schinkel

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