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Stadt Hannover Immer wieder behindern Gaffer Einsatzkräfte
Aus der Region Stadt Hannover Immer wieder behindern Gaffer Einsatzkräfte
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18:21 06.11.2018
In den vergangenen Tagen haben schaulustige Smartphonenutzer mehrfach die Arbeit von Rettungskräften behindert. Quelle: Uwe Dillenberg
Hannover

Es ist eine besorgniserregende Entwicklung: Schaulustige, die nach Unfällen Fahrzeugwracks, Rettungskräfte oder sogar Unfallopfer mit ihren Smartphones fotografieren oder filmen, sind zwar kein völlig neues Phänomen. In jüngerer Vergangenheit lässt sich aber eine Häufung von gefährlichen Zwischenfällen beobachten. Gleich bei drei Einsätzen innerhalb von vier Tagen sind jetzt in Hannover und der Region Probleme mit Gaffern an Einsatzorten von Rettungskräften bekannt geworden. Erst gestern hatte die Feuerwehr bei einem tödlichen Verkehrsunfall in der Calenberger Neustadt auf der Humboldtstraße eine „regelrechte Wagenburg aus Einsatzfahrzeugen“ errichtet, – so nannte es die Feuerwehr – um neugierige Beobachter und ungenierte Handynutzer von der Unfallstelle fernzuhalten.

Gleichwohl: Sowohl die Polizei als auch die Feuerwehr will nach den Vorfällen der vergangenen Tage nicht von einer dramatischen Zunahme oder Zuspitzung der Vorkommnisse sprechen. Vielmehr habe sich die Gaffer-Problematik im Zeitraum der vergangenen Jahre entwickelt, so die nahezu gleichlautende Einschätzung. Dabei gab es vor allem aus den Reihen der Feuerwehr zuletzt massive Beschwerden über das Verhalten von schaulustigen Passanten: Ebenfalls am Dienstag hatte die Freiwillige Feuerwehr Otze nach einem Auffahrunfall auf der Bundesstraße 3 wegen schaulustiger Autofahrer auf der Gegenfahrbahn vier Folgeunfällen registriert.

Dramatische Szenen hatten sich bereits am Sonnabend abgespielt, als ein junger Mann mitten in der City damit gedroht hatte, vom Europahaus zu springen. Einsatzkräfte konnten ihn zwar von seinem Vorhaben abbringen. Zuvor hatte die Polizei die Absperrung am Kröpcke aber mehrfach erweitern müssen, weil renitente Passanten immer wieder Probleme gemacht hatten. Demnach hatten mehrere Fußgänger dem 21-Jährigen zugerufen, er solle springen. Um skrupellose Handynutzer am Filmen der Geschehnisse zu hindern, musste die Polizei ebenfalls mehrfach eingreifen.

Trotz der jüngsten Häufung der Zwischenfälle halten Polizei und Feuerwehr aber weiter an ihren Konzepten fest. „Für uns geht es diesbezüglich darum, unsere Rettungseinsätze weiterhin so abzuwickeln, dass die Privatsphäre der Opfer und Beteiligten weitestgehend geschützt bleibt“, sagt Feuerwehrsprecher Jörg Rühle. Für die Polizei sind die Gaffer mit viel zusätzlichem Aufwand verbunden. Inzwischen werden am Unfallort sogar schaulustige Handynutzer in ihren Fahrzeugen von den Beamten gefilmt. „Um später die Fahrzeughalter zu ermitteln“, sagt Thorsten Schiewe von der Polizeidirektion Hannover. Es sei grundsätzlich notwendig, bei schaulustigen Smartphonenutzern die Personalien zu ermitteln, wenn der Verdacht auf eine Straftat bestehe.

Zwar sagt der Polizeisprecher, dass es anschließend immer um eine Einzelfallbetrachtung gehe. Unmissverständlich und grundsätzlich ist jedoch im Strafgesetzbuch eine „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ geregelt: Demnach droht unter anderem eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren demjenigen, der „eine Bildaufnahme, die die Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt“.

Von Ingo Rodriguez

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