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Stadt Hannover Kosten für NS-Lernort explodieren
Aus der Region Stadt Hannover Kosten für NS-Lernort explodieren
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00:55 29.04.2018
Im ehemaligen VHS-Gebäude gegenüber dem Rathaus entstehen Büros für die Stadtverwaltung und Ausstellungsräume zur NS-Geschichte in Hannover. Quelle: Nancy Heusel
Hannover

 Die Einrichtung eines Lernorts zur Geschichte des Nationalsozialismus in Hannover wird für die Stadtverwaltung deutlich teurer als geplant. Mehrausgaben von 867.000 Euro sind nötig, um die Räume im sogenannten Rathauskontor gegenüber dem Rathaus herzurichten. Das geht aus vertraulichen Verwaltungspapieren hervor, die der HAZ vorliegen. Ursprünglich waren nur 330.000 Euro für den Ausbau eingeplant. Die Ratspolitik hat der Kostenexplosion am Donnerstag bereits mehrheiltich zugestimmt, wenn auch zähneknirschend. „Das ist sehr ärgerlich“, heißt es aus den Fraktionen des Mehrheitsbündnisses aus SPD, Grünen und FDP. Die CDU hat die Mehrausgaben abgelehnt.

Der Lernort soll vor allem Schülern die Geschichte des Nationalsozialismus in Hannover nahebringen. Auf 600 Quadratmetern sollen Zeitdokumente ausgestellt und die Neugier der Schüler geweckt werden. Im übrigen Teil des Rathauskontors, der einst die Volkshochschule beherbergte, werden Verwaltungsbüros eingerichtet. Erworben hat die Immobilie die Unternehmensgruppe Baum von der Stadt. Derzeit lässt Baum das Haus komplet sanieren. Die Stadt mietet die Büroräume und gibt Geld für den Ausbau des Lernorts.

Die Kostenexplosion hat ihre Ursache vor allem in einer sehr viel aufwendigeren Heizungs- und Lüftungstechnik.  Die ist nötig, weil im Erdgeschoss nicht Büros, sondern Ausstellungsräume eingerichtet werden. Das hätte man auch vorher wissen können, meint die Ratspolitik, schließlich habe man bereits im vergangenen Jahr beschlossen, den Lernort einzurichten. Jetzt hat die Ratspolitik in letzter Minute dem Kostenanstieg zugestimmt, um einen Baustopp zu verhindern. Hätte der Rat die Mittel nicht bis Ende April freigegeben, wäre der Ausbau des gesamten Hauses ins Stocken geraten und der Eigentümer hätte Schadenersatz von der Stadt gefordert.

Für die überraschende Kostenexplosion hat es dem Vernehmen nach im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss viel Kritik gegeben. „Warum war der Anstieg nicht absehbar?“, fragen sich die Politiker. In die Schusslinie gerät einmal mehr Kulturdezernent Harald Härke. „Es war doch lange klar, dass im Rathauskontor Ausstellungsräume entstehen“, wundern sich die Grünen. Der Dezernent verspiele seine Sympathien, heißt es. Härke nimmt am Donnerstag weder am Verwaltungsausschuss noch an der Ratssitzung teil. 

Erst kürzlich ist bekannt gworden, dass die geplante Brandschutzsanierung des Sprengel Museums um das Dreifache steigt. Auch hier wirft die Ratspolitik Härke vor, nicht rechtzeitig informiert zu haben.

Von Andreas Schinkel

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