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Stadt Hannover Mehr Gewalt und Autodiebstähle, weniger Sexualdelikte
Aus der Region Stadt Hannover Mehr Gewalt und Autodiebstähle, weniger Sexualdelikte
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00:15 17.02.2017
Von Tobias Morchner
Quelle: HAZ-Montage
Hannover

Die Zahl der Gewaltstraftaten im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Hannover ist im vergangenen Jahr deutlich angestiegen. Dazu zählen insbesondere die Angriffe auf Polizeibeamte, die Tötungsdelikte und die gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Die Gewalt geht auch von Flüchtlingen aus. Die von ihnen begangenen Körperverletzungen stiegen von 113 im Jahr 2015 auf 277 ein Jahr später. Das geht aus der Kriminalstatistik für das Jahr 2016 hervor, die Polizeipräsident Volker Kluwe und Vize-Behördenleiter Jörg Müller am Dienstag vorgestellt haben. Insgesamt haben die Straftaten im Bereich der Polizeidirektion im vergangenen Jahr nur minimal, um ganze 0,48 Prozent, zugelegt. Die Aufklärungsquote insgesamt liegt mit 62,1 Prozent deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Mein Dank gilt deshalb allen Kolleginnen und Kollegen für ihre gute Arbeit“, sagte Polizeichef Kluwe.

Die Behörde stellte im vergangenen Jahr 7848 Straftaten fest, die von Flüchtlingen begangen wurden. Nicht enthalten in den Zahlen sind die ausländerrechtlichen Verstöße. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr Damals waren 5329 Fälle in der Statistik festgehalten worden. Aber auch der generelle Anteil der Nichtdeutschen in der Bevölkerung sei um 1,31 Prozentpunkte auf 11,96 Prozent gestiegen, "was zu einem großen Teil durch die zu uns gekommenen Flüchtlinge zu erklären ist", konstatiert Polizeipräsident Volker Kluwe. Daher könne nicht geschlussfolgert werden, dass Flüchtlinge besonders viele Straftaten begehen. "Die weit überwiegende Mehrheit begeht eben keine Straftaten", stellt der Polizeipräsident klar.

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Gewaltanstieg hat auch mit 
Alkoholmissbrauch zu tun

Der starke Anstieg bei den Gewaltstraftaten hat auch mit dem Anstieg der Fälle von Alkoholmissbrauch zu tun. Die Hälfte der Täter, die Polizisten im Dienst verletzten, war betrunken. Die Zahl der Alkoholmissbrauchsfälle stieg 2016 auf 9599. Im Jahr zuvor waren es nur 9070 Fälle. Bei Straftaten wie Körperverletzung oder Häuslicher Gewalt lag der Anteil der betrunkenen Verdächtigen bei 26,3 beziehungsweise 30,3 Prozent. „Wir werden nicht nachlassen, uns bei diesem wichtigen Thema einzubringen“, sagte Kluwe. Der Zusammenhang zwischen Alkoholmissbrauch und Gewalt sei offenkundig.     

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Stark gestiegen ist die Zahl der gewaltsamen Übergriffe auf Polizisten. War zwei Jahre zuvor erstmals ein Rückgang der Zahlen festzustellen gewesen, schnellte die Statistik für das vergangene Jahr wieder in die Höhe. 762 Beamte wurden demnach Opfer einer Straftat. Das ist ein Anstieg von 30,3 Prozent. Die Zahlen sind insbesondere bei den Körperverletzungsdelikten angestiegen. Bei den leichten Taten um 47 Übergriffe au 276 Taten. Bei den schweren Körperverletzungen sogar um 106 Taten auf insgesamt 170. Polizeipräsident Volker Kluwe bezeichnete diese Entwicklung als „besorgniserregend“. Die Hälfte der Gewalttäter sei bei dem Übergriff auf die Beamten betrunken gewesen. In diesem Zusammenhang begrüßte der Behördenleiter die Bemühungen der Gesetzgeber, die Strafen für Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und andere Helfer zu verschärfen. Das könne allerdings nur ein Baustein im Kampf gegen die zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften sein, so Kluwe weiter.

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Die Zahl der Tötungsdelikte stieg von 38 im Jahr 2015 auf 58 im vergangenen Jahr. Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen registrierte die Behörde einen Anstieg um knapp 13 Prozent auf insgesamt 3034 Taten. „Diese Entwicklung macht uns Sorge“, sagte Kluwe. Die Behörde sei mit einem Phänomen konfrontiert, das die Polizei alleine nicht lösen könne. „Wenn die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung immer weiter steigt, ist das eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte der Polizeipräsident.

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Sorgen bereitet den Ermittlern auch ein weiteres Problem. Die Zahl der Autodiebstähle hat den höchsten Stand seit sechs Jahren erreicht. 838 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr in der Stadt und dem Umland gestohlen. Das sind 86 mehr als ein Jahr zuvor. Dabei ist ein Schaden von insgesamt 5,9 Millionen Euro entstanden. Die Polizeidirektion hat auf diese Entwicklung bereits Ende des Jahres reagiert. Seit Ende Dezember arbeitet eine 17-köpfige Ermittlungsgruppe beim Zentralen Kriminaldienst ausschließlich an der Aufklärung von Autodiebstählen. „Alle Mitglieder dieser Gruppe haben langjährige Erfahrungen im Bereich der Fahndung nach Autodieben“, sagt Polizei-Vizepräsident Jörg Müller.

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Die ersten Erfolge kann die neue Einheit bereits verbuchen: Die Ermittler konnten neun gestohlene Fahrzeuge sicherstellen und vier Tatverdächtige festnehmen. Die hohe Flexibilität der Täter erschwert den Beamten nach den Worten Müllers ihre Ermittlungen. „Sie haben es immer auf andere Gegenstände abgesehen – derzeit zum Beispiel auf Xenon-Scheinwerfer“, sagt der Polizei-Vizepräsident.

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In vielen Bereichen verzeichnet die Polizei einen Rückgang oder zumindest eine Stagnation der Fallzahlen. Sexuelle Übergriffe gingen im vergangenen Jahr zurück – die Behörde registrierte knapp zehn Prozent weniger Taten. Die Anzahl der Raubüberfälle ist zumindest konstant geblieben. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote in diesem Bereich leicht, um 1,2 Prozent an. Rückläufig ist auch die Zahl der Drogentoten. Starben 2015 noch zwölf Menschen an den Folgen ihrer Rauschgiftsucht, sank die Zahl ein Jahr später auf zehn. „Dennoch: Jeder Drogentote ist einer zu viel“, sagte der Polizeipräsident.

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