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Stadt Hannover Wie umweltschädlich ist Kunstrasen?
Aus der Region Stadt Hannover Wie umweltschädlich ist Kunstrasen?
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00:15 28.01.2018
Das schwarze Granulat auf Kunstrasenplätzen birgt Umweltrisiken, meint das niedersächsischen Umweltministerium. Quelle: Ulrich zur Nieden
Hannover

 Kunstrasenplätze mit Granulat als Füllmasse belasten die Umwelt  – das hat das niedersächsische Umweltministerium jetzt auf Nachfrage des  CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer mitgeteilt. Das Granulat besteht zumeist aus alten Autoreifen. Die Kunststoffteilchen werden ausgeschwemmt und gelangen ins Grundwasser. Nach Angabe des Ministeriums zählen Kunstrasenplätze zu den größten Verschmutzern der Umwelt mit Plastikpartikeln, gleich hinter Gummiabrieb von Reifen und den Reibungsverlusten bei Produktionsprozessen. „Wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen“, fordert Bäumer.

In Hannover könnte jetzt das millionenschwere Ausbauprogramm für Kunstrasenplätze einen Dämpfer bekommen. Die Grünen sehen sich in ihrer anfänglichen Skepsis gegenüber den Umweltrisiken von Kunstrasenplätzen bestätigt und fordern ökologisch verträgliche Platzarten. „Wir wollen Sand statt Granulat oder gar keine Füllmasse“, sagt Grünen-Sportpolitiker Mark Bindert. Die SPD warnt vor einer überhitzten Debatte, die das Ausbauprogramm stoppen könnte. „Ich gehe davon aus, dass die Baufirmen auf Umweltverträglichkeit achten“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter.

Die Stadtverwaltung gibt Entwarnung. Bei den bestehenden Kunstrasenplätzen in Hannover seien keine Gummigranulate aufgetragen worden. „Dies ist auch für das kommende Kunstrasenprojekt nicht geplant“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Es werde mit anderen Füllmaterialien gearbeitet, etwa Quarzsand. In der nächsten Sitzung des Sportausschusses im Februar werde die Stadt ausführlich darlegen, wie es mit dem Ausbau der Kunstrasenplätze weitergehen soll.

Vereine und Ratsopposition fordern sei Langem mehr Kunstrasenplätze für Hannover.Plastikhalme bieten gegenüber Naturrasenflächen den Vorteil, dass sie nahezu rund um die Uhr bespielt werden können. Da in Hannover Sportflächen knapp sind, könnten Kunstrasenplätze die Vereine entlasten. Mitglieder und Interesse am Sport gebe es genug, heißt es aus vielen Vereinen, aber die Trainingsmöglichkeiten seien leider begrenzt. 

Erschwerend kam im vergangenen Jahr hinzu, dass die feuchte Witterung im Sommer und im Herbst viele Rasenplätze unter Wasser setzte. Etliche Punktspiele im Fußball mussten abgesagt werden. Auch hier helfen Kunstrasenplätze weiter. Durch ihr Drainagesystem halten sie Dauerregen aus. 

Allerdings sind Kunstrasenplätze teuer. Bis zu 600.000 Euro verschlingt der Neubau. Daher will die Stadt den Vereinen unter die Arme greifen. Ziel des neuen Programms soll sein, für jeden der 13 Stadtbezirke einen Kunstrasenplatz zu errichten. Mehr als 30 Vereine haben bereits ihr Interesse bekundet. Die Stadt muss jetzt eine Auswahl treffen, welcher Verein zu welchem Zeitpunkt in den Genuss einer neuen, widerstandsfähigen Sportfläche kommt. Zudem wünscht sich die Ratspolitik ein Finanzierungskonzept, das darlegt, wie sich die Vereine an den Kosten beteiligen.

Von Andreas Schinkel

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