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Stadt Hannover Zur Rosskur
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00:15 05.12.2014
Von Conrad von Meding
Sanft entschwebt: Ein Kran hievt die Kiste mit dem Relief durchs Dach. Quelle: Julian Stratenschulte
Hannover

Niedersachsens Wahrzeichen hat am Dienstag fliegen gelernt. Gut verpackt in einer Holzkiste ist das drei mal drei Meter große Gipsrelief des Niedersachsenrosses durch ein Loch im Dach des Plenarsaals geschwebt. Das Landtagsgebäude wird gerade komplett entkernt und modernisiert. Das riesige Gipswerk aber passte durch keine Tür. Es war Anfang der sechziger Jahre von Bildhauer Kurt Schwerdtfeger vor Ort modelliert worden. Ob es jemals in den Plenarsaal zurückkehren wird, ist derzeit unklar. Jetzt ist es erst mal beim Restaurator – zur Rosskur sozusagen.

Am Ende war die Aktion nicht ganz so spektakulär wie geplant. Eigentlich hatte das Abbruchunternehmen die riesige Dachlaterne aus Kupfer abnehmen wollen, die Nachkriegsarchitekt Dieter Oesterlen auf den Plenarsaalneubau am Leineschloss gesetzt hatte. Zwei 500-Tonnen-Kräne sollten dafür in Position gebracht werden. Doch am Dienstag reichte ein Kran von 80 Tonnen. Der Abbruchunternehmer hatte einfach ein fünf mal drei Meter großes Loch ins Dach schneiden lassen, das Ross entschwebte sanft. „Wir haben Glück mit dem Wind gehabt“, resümmierte anschließend ein zufriedener Landtagssprecher Kai Sommer. „Das Wetter war relativ ruhig – bei Windstärke sieben oder acht hätte das alles nicht funktioniert.“

Ein Restaurator im Raum Gifhorn nimmt sich jetzt des Kunstwerks an. Er soll ein paar Altersschäden beseitigen, vor allem aber eine Konstruktion entwickeln, mit der das Relief im Foyer des provisorischen Plenargebäudes, dem von-Cölln-Haus an der Marktkirche, installiert werden kann. Im Landtag hatte Künstler Schwerdtfeger es direkt auf eine Konstruktion von Stahlträgern gegipst. Arbeiter hatten das Bildhauerwerk nun in mühevoller Kleinarbeit von der Befestigung gepickelt.

Ob das Relief in den sanierten Plenarsaal, der im Sommer 2017 fertig sein soll, zurückkehrt, sei insbesondere von Fragen der Akustik und des Lichts abhängig, sagte Sommer am Dienstag. Das Innere des Parlamentsraums wird um 180 Grad gedreht, der Präsident sitzt künftig mit dem Rücken zum Platz der Göttinger Sieben, hinter ihm sind große Fenster. Es kann sein, dass an der Wand statt des Pferdes Apparaturen zur Verschattung nötig sind, und es kann auch sein, dass das riesige Gipsross die fragile Akustik des Raums stört. Andererseits ist Schwerdtfeger (1897 – 1966) ein Avantgardekünstler seiner Zeit gewesen, der unter anderem am Bauhaus in Dessau arbeitete. „Wir diskutieren in der Baukommission, was mit dem Relief passiert“, sagt Sommer. Voraussichtlich rund um Ostern soll es erst mal wieder im provisorischen Landtag zu sehen sein.     

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