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Stadt Hannover Zu viel Party: Verein sagt Limmerstraßenfest ab
Aus der Region Stadt Hannover Zu viel Party: Verein sagt Limmerstraßenfest ab
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00:32 19.05.2018
Beliebte Veranstaltung: Limmerstraßenfest 2017. Quelle: Frank Wilde
Hannover

 Das Limmerstraßenfest fällt dieses Jahr aus – und findet danach womöglich nie mehr in gewohnter Form statt. Die Händlervereinigung Aktion Limmerstraße hat das beliebte Stadtteilfest abgesagt. Die Pause wollen die Geschäftsleute für eine Neuorientierung nutzen. „Das Fest hat sich immer mehr zu einer Party entwickelt. Davon profitieren die Gastronomen und weniger die kleinen Einzelhändler. Die sind aber unsere Mitglieder“, erklärt Vereinsvorstand Harm Baxmann. Gemessen an den steigenden Besucherzahlen ist das Limmerstraßenfest ein voller Erfolg. Seit einigen Jahren feiern geschätzt jeweils rund 10.000 Menschen an einem Sonnabend Anfang September in Linden-Nord. 2017 sollen sogar 15.000 Besucher bei der Feier zeitgleich zum Lindener Schützenfest durch die Fußgängerzone flaniert sein.

„Die Leute gehen nur noch zum Feiern hin und nicht mehr, um zu sehen, was für Geschäfte es gibt“, sagt Peter Hoffmann-Schoenborn vom Verein Lebendiges Linden, dem Dachverband der Lindener Standortgemeinschaften. Vor allem seit die Üstra ihren Verkehr für das Fest umleitet und dies auch in Rechnung stellt, strömen die Massen. Für die Händer entwickelt sich dieser Erfolg zum Problem. Die Kosten für ein immer aufwendigeres Bühnenprogramm bis 21 Uhr stiegen stetig. 2017 lag das Budget inklusive Zuschüssen der Stadt bei rund 23.000 Euro. Doch die Bereitschaft der Geschäftsleute, sich zu engagieren, blieb gering. Dem Verein Aktion Limmerstraße gehören nur rund 25 Händler und Gastronomen an. Für das Fest leisten 40 bis 50 von rund hundert Geschäftsleuten in der Straße einen finanziellen und organisatorischen Beitrag. 

„Ich habe es nicht geschafft, dass ein Kleinstadtmilieu entsteht. Die Limmerstraße ist Großstadt geblieben, wo die Leute sich raushalten“, merkt Eventmanager Peter Holik selbstkritisch an. Der 64-Jährige hat das Fest sechs Jahre lang als Dienstleister für den Verein organisiert und letztlich zum Publikumsmagneten entwickelt. Seit Anfang des Jahres ist klar, dass er nicht mehr weitermacht. Auch das „Blaue Wunder“ in Linden-Mitte und den Weihnachtsmarkt am Küchengarten richtet Holik nicht mehr aus. Die schwierige Finanzierung und steigende Sicherheitsauflagen der Stadt fielen Holik zunehmend lästig. 

Durch den Ausstieg der Profis sind die Händler nun auf sich gestellt. „Wir trauen uns das zu, aber nicht so kurzfristig“, betont  Harm Baxmann. Der Verein Aktion Limmerstraße veranstaltet die Werbeaktion seit 2001, damals noch unter dem Namen Marktfest Limmerstraße. Damals präsentierten sich kleine Vereine und Geschäfte, mit Ladenschluss endete das Fest. Die Händler wollen nun zurück zu den Wurzeln. „Uns sind die Belebung des Stadtteils Linden-Nord und das Bekanntmachen der kleinen Geschäfte wichtig“, erklärt Baxmann. In der Zwischenzeit will der Verein Ideen der Geschäftsleute sammeln und ein neues Konzept entwickeln. „Ein zeitlicher Abstand ist gut, denn jetzt verbinden alle mit dem Limmerstraßenfest eine große Party“, glaubt Baxmann. Ob sich damit allein das Rad zurückdrehen lässt, muss sich erweisen. „Ich kann nur einen neuen Namen empfehlen“, sagt Peter Holik. Sonst seien auch in zwei Jahren Menschenmassen zu erwarten, für die umfangreiche Verkehrssicherung notwendig ist. 

Von Bärbel Hilbig

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