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Stadt Hannover Malt für eine bessere Welt: Lune Ndiaye
Aus der Region Stadt Hannover Malt für eine bessere Welt: Lune Ndiaye
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19:14 27.08.2018
Besuch bei dem senegalesischen Künstler Lune Ndiaye auf dem Faustgelände. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Ein zugiger Wind weht durch das Atelier in der dritten Etage der Bettfedernfabrik. Lune Ndiaye stört das nicht, er muss sein neuestes Bild fertig stellen, am Sonnabend und Sonntag ist wieder Zinnober und auch das Künstlerkollektiv des Verein Mira öffnet seine Türen für Besucher. Hier hat Lune eine Ecke für sich, in dem sich seine Materialien und einige Kunstdrucke seiner Werke stapeln. Zur Zeit hängen die Originale noch im Kulturzentrum „Kalle“ in Garbsen, wo es kürzlich ein Afrika-Festival gab. Etwas chaotisch sieht es aus, eben so wie man es sich in einem Atelier vorstellt. „Aber für das Wochenende räumen wir hier alles auf“, verspricht der gebürtige Senegalese, der seit 2005 in Deutschland lebt.

Auf einem Tisch stapeln sich Schalen gefüllt mit verschieden farbigen Sandkörnern. „Sablage“ nennt sich die Art der Malerei, die er aus dem Senegal mitgebracht hat und zu einem eigenen Stil in Europa weiterentwickelte. Sable ist französisch und heißt Sand. Mit Sand würde in Europa nicht viel gearbeitet werden, deswegen hätte er seinen eigenen Stil kreieren können, so Ndiaye. Für seine besondere Maltechnik mischt er klaren Holzleim mit etwas Wasser und Farbe an, streicht es auf die Leinwand und rieselt den Sand auf den noch feuchten Pinselstrich. Teilweise arbeitet er Fetzen mit bunt-bedruckten Stoffen in seine Werke mit ein, wodurch eine Art Kollage entsteht. Der Einsatz von Sand hat aber auch eine pragmatische Seite: Weil Farben teuer sind, habe er bereits früh angefangen, mit Naturmaterialien zu arbeiten.

Lune Ndiaye malt mit Sand für eine bessere Welt

Oft werde er in Deutschland mit Gustav Klimt verglichen. Vor allem das Bild The lovers erinnere europäische Kunden an den bedeutenden Jugendstilkünstler. „Klimt habe ich erst in Europa kennengelernt – in Afrika kannte ich nur Picasso und Van Gogh.“ Farbige Bilder mit vielen Rot- und Orangetönen, die einen wohliges Gefühl erzeugen, verkaufen sich gut. Das Lune Ndiaye kommerzielle Bilder male, die gefallen, sei ein wichtiger Bestandteil seiner täglichen Arbeit. „Wir Künstler müssen auch Geld verdienen“. In seinen Werken würden sich sowohl Europäer als auch Afrikaner wiederfinden, erklärt er seinen Stil. Aber Afrikanische Kunden habe er weniger. Meist seien es Europäer, die bereit sind, tausende Euro für seine Werke auszugeben. Zwar fliegen hier und da rote Herzen über sonnigen Untergrund, auf dem sich schlanke Figuren mit langen Armen und Beinen aneinander schmiegen, aber verliebte Paare, sind längst nicht alles, was Ndiaye beschäftigt. Wenn er aus dem Fenster blickt, sieht er das, was ihn bewegt. Die Folge von Krieg auf der ganzen Welt, sehe er tagtäglich an den Flüchtlingen draußen vor der Tür, die im Kulturzentrum Faust an den verschiedenen Bildungsangeboten teilnehmen. Diese Inspirationen spiegeln sich in seinen zwei neuesten Werken, die er für seine Serie Building a better world malt, wieder. Seine Bilder seien Friedensbotschaften: „Es gibt viel Krieg auf dieser Welt, mit mehr Liebe würde es uns allen besser gehen und die Menschen könnten besser zusammen arbeiten.“

Ab September geht er dorthin, wo die Bildung einer friedvollen Gesellschaft im Kleinen beginnt: An der IGS Linden gibt Lune Ndiaye ab nächsten Monat einmal wöchentlich Kunstunterricht für die Fünft- und Sechtklässler. Ein Jahr lang hat er Zeit mit den Nachwuchs-Künstlern an Sandgemälden zu arbeiten und ihnen sein Verständnis von einer besser Welt, ohne kriegerische Auseinandersetzungen, dafür mit einem harmonischen Miteinander aller Kulturen, näher zu bringen.

Info: Die Kunstveranstaltung Zinnober findet am 1. und 2. September an verschiedenen Kunstorten Hannovers statt. Bildende Künstler öffnen Interessierten ihre Ateliers und Werkstätten und zeigen eigene Arbeiten.

Von Marleen Gaida

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