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Stadt Hannover Angela Merkel eröffnet die Hannover Messe
Aus der Region Stadt Hannover Angela Merkel eröffnet die Hannover Messe
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21:43 22.04.2018
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Enrique Pena Nieto, Präsident des Gastlandes Mexiko, bei der Eröffnungsfeier der Hannover Messe 2018. Quelle: dpa
Hannover

 Alles dreht sich um die vernetzte Industrie auf der Hannover Messe, die als die weltgrößte Industrieschau gilt. Deutschland stehe da „recht gut da“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel, als sie die Messe gestern Abend im Hannover Congress Centrum (HCC) eröffnete. Nachholbedarf gebe es aber auch hierzulande, so die Kanzlerin – vor allem im Bereich der künstlichen Intelligenz. Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, der zusammen mit seiner Ehefrau Rivera de Peña an der Eröffnungsfeier teilnahm, wird mit Interesse zur Kenntnis genommen haben, dass auch in Deutschland nicht alles perfekt ist. Mexiko ist in diesem Jahr das Partnerland der Messe.

Das Motto der Industrieschau lautet in diesem Jahr „Connect & Collaborate“ – doch für die Aussteller steht neben der Zusammenarbeit und dem Knüpfen neuer Verbindungen auch die Sorge um mögliche Exportbeschränkungen im Mittelpunkt. Im drohenden Handelskonflikt mit den USA setzt die deutsche Industrie auf die Hilfe der Bundesregierung. „Es ist die Königsaufgabe der Politik, die Wirtschaft im Ausland zu stärken und unsere Interessen zu wahren“, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser kurz vor der Messe-Eröffnung. Im internationalen Wettbewerb dürften nicht geopolitische Verwerfungen darüber entscheiden, welche Unternehmen Aufträge bekommen: „Wir brauchen gleiche Bedingungen, damit die Besten gewinnen können.“

„Der Wind in der Handelspolitik ist rauer geworden“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf. Daher müssten die Bundesregierung und die Europäische Union aktiv werden: „Es gilt die Welthandelsorganisation WTO zu stärken und nicht zu untergraben.“US-Präsident Donald Trump hatte die WTO zuletzt harsch kritisiert, weil sie aus seiner Sicht zu wenig gegen Ungleichgewichte im Welthandel unternimmt.

Trump will daher mit Strafzöllen dafür sorgen, das Handelsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten zu verringern. Die EU-Mitglieder sind von höheren Zöllen auf Stahl- und Aluminiumimporte zwar vorerst ausgenommen – doch diese Befreiung gilt nur bis zum 1. Mai.

Aus diesem Grund sollte man Trumps Plänen in Brüssel mit „robusten Streitverfahren“ entgegentreten, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann. Insbesondere die deutsche Wirtschaft stehe aktuell noch sehr gut da. „Bei einem Rückfall in den Protektionismus ist aber die Gefahr groß, den Motor der Weltwirtschaft abzuwürgen“, sagte der CDU-Politiker.Die Bundesregierung hofft, mit der amerikanischen Administration bis zum Sommer einen Kompromiss im Handelsstreit zu finden.

Helfen könnte dabei aus Berliner Sicht ein Schulterschluss gegen China. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte kürzlich bei einem Besuch in Washington angekündigt, nach einer einheitlichen Linie im Kampf gegen Dumpingpreise und den Diebstahl geistigen Eigentums suchen zu wollen. Ziel sei es, eine Eskalation des Konflikts zu verhindern, sagte er gestern in Hannover. „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass in Deutschland keine Jobs wegfallen, die dann in den USA oder in China entstehen.“

Merkel hielt sich dazu am Sonntag bedeckt. Deutschland trete weiter für den freien Welthandel ein. „Worauf es ankommt, sind einvernehmliche Verhandlungslösungen“, sagte sie mit Blick auf die Aktualisierung des Freihandelsabkommens mit Mexiko.

Zur Hannover Messe erwarten die Veranstalter in diesem Jahr rund 200 000 Besucher – das wären 10 000 Gäste mehr als bei der vom Turnus her vergleichbaren Veranstaltung vor zwei Jahren. Das Gelände ist mit 227 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und rund 5000 Ausstellern aus 75 Ländern ausgebucht.

Infos für Besucher:

Die Messe richtet sich zwar in erster Linie an Fachbesucher, doch jedermann kann Tickets kaufen und den Robotern beim Schrauben, Schweißen und Kleben zusehen. Das Tagesticket kostet 31 Euro, das Dauerticket 70 Euro. Alle Tickets gelten auch für die Logistikmesse Cemat. Beide Bereiche haben von Montag bis Freitag jeweils von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag zahlen Kinder und Jugendliche sowie begleitende Erwachsene und Kleingruppen an den Tageskassen nur 3 Euro pro Person. Das Messeticket dient nicht als Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr. Der GVH bietet aber für 25,40 Euro ein Spezialticket an, mit dem man von Sonntag bis Freitag in allen Bussen und Bahnen im GVH-Gebiet fahren kann.

Von Jens Heitmann (mit dpa)

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