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Stadt Hannover Neue Bäume als Zeichen der Hoffnung
Aus der Region Stadt Hannover Neue Bäume als Zeichen der Hoffnung
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00:46 08.06.2018
Ein Baum gegen das Vergessen: Renate Bauschke und Walter Konarske am Mahnmal in Ahlem. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Er spricht mit Respekt über diesen Ginkgo-Baum; als wäre dieser ein Mensch mit einer eigenen Geschichte: „Ginkgos gibt es seit mehr als 30 Millionen Jahren, in der asiatischen Kultur gelten sie als heilig“, sagt Walter Konarske. In der Evolutionsgeschichte markieren die robusten Ginkgos den Übergang von Nadel- zu Laubbäumen. „Sie sind uralt, haben schon viele Katastrophen überstanden – und überdauern die Zeit“, sagt der Gartenmeister des Berggartens. „So gesehen passen sie ideal zu einem Mahnmal wie diesem.“

Einen Ginkgo hat der 59-Jährige jetzt am Mahnmal in Ahlem eingepflanzt; ebenso wie einen Urweltmammutbaum, einen Metasequoia glyptostromboides. Beide Bäume gelten als lebende Fossilien: Erst 1947 war diese Art von Mammutbaum in einer chinesischen Provinz wiederentdeckt worden. „Es sind Wächterbäume“, sagt Konarske. So sollen die neu angepflanzten Bäume dem Mahnmalgelände einen stillen Charakter verleihen – und zugleich helfen, die Erinnerung an die Gräuel der NS-Zeit wachzuhalten.

Rund 1500 Häftlinge wurden hier im KZ Ahlem zwischen November 1944 und April 1945 hinter elektrischem Stacheldraht gequält. Sie mussten im nahen Asphaltstollen unter unmenschlichen schuften, etwa 750 von ihnen starben. Als die Amerikaner – unter ihnen der spätere US-Außenminister Henry Kissinger – das KZ am 10. April 1945 befreiten, stießen sie auf ausgezehrte, geschundene Häftlinge.

Mehrere besondere Bäume flankieren das Mahnmal, das in Ahlem an Leid und Unrecht erinnert. Als Symbol der Hoffnung wurde dort vor 16 Jahren auch ein Mandelbaum gepflanzt. Als Unbekannte diesen vor einigen Monaten beschädigten und die Rinde vom Stamm entfernten, bat Renate Bauschke vom Arbeitskreis Bürger gestalten ein Mahnmal den Herrenhäuser Gartenmeister um Hilfe. Dieser verarztete den Mandelbaum mit Wundharz. „Inzwischen hat er neue Triebe – er hat die Verletzung überstanden“, sagt Konarske.

Nach der Behandlung des Mandelbaums beschloss Konarske, dem Mahnmal die beiden jetzt neu gepflanzten Bäume zu schenken. Der Sämling für den Urweltmammutbaum stammt aus dem Berggarten. „Das Geschenk ist eine großzügige Geste“, sagt Renate Bauschke. „Das Mahnmalgelände kann sie auch lange nach uns gut gebrauchen.“

Von Simon Benne

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