Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Experten warnen vor Verlust der Geschichte
Aus der Region Stadt Hannover Experten warnen vor Verlust der Geschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:27 08.06.2018
„Archive stoßen an den Rand ihrer Kapazitäten“: Christine van den Heuvel beim Norddeutschen Archivtag im Sprengel Museum. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige
Hannover

Über Mangel an Zuspruch konnten die Gäste nicht klagen. In warmen Worten würdigte Bürgermeister Thomas Hermann zum Auftakt des 7. Norddeutschen Archivtags im Sprengel Museum die Arbeit von Archiven: „Ohne solides historisches Gedächtnis bleibt unser Wissen über unsere Stadt und unser Land an der Oberfläche“, sagte er am Dienstag – dabei seien seriöse Quellen ein guter Schutz vor „Fake news“.

In der Region gibt es 26 öffentlich zugängliche Archive von Land und Kommunen, Kirchen und Hochschulen – und die meisten stehen vor einem epochalen Wandel: „Die Digitalisierung macht vor Archiven nicht halt“, sagte Jörg Mielke, Chef der Staatskanzlei, im Sprengel Museum.

Rund 200 Experten aus halb Deutschland haben sich zu der zweitägigen Veranstaltung, die alle drei Jahre über die Bühne geht, in Hannover versammelt – und sie nutzten die Gelegenheit, um Alarm zu schlagen. Die Arbeit in Behörden geht verstärkt digital vonstatten, und Archive haben es angesichts dieser Entwicklung mit einer Flut an Dokumenten zu tun. „Öffentliche Archive stoßen an den Rand ihrer Kapazitäten“, sagt Christine van den Heuvel, Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs.

„Die Archivierung elektronischer Unterlagen stellt uns vor große Herausforderungen“, sagt auch Cornelia Regin, Leiterin des Stadtarchivs. Sogenannte virtuelle Lesesäle für Benutzer seien in den meisten Archiven noch nicht realisiert. Insbesondere kleineren Einrichtungen fehle es zudem an Know-how und technischer Infrastruktur, um die anstehenden Aufgaben zu meistern. Beispielsweise gebe es in Niedersachsen – anders als in Nordrhein-Westfalen – keine fest eingerichtete Archivberatung, bei der die Archivare sich Rat holen könnten: „Niedersachsen ist nicht optimal gerüstet“, moniert Regin.

Die Leiterin des Stadtarchivs fordert, dass bei einer Neufassung des Archivgesetzes die Kommunen stärker in die Pflicht genommen werden, um digitale Dokumente für die Nachwelt zu erhalten. Ansonsten drohe ein Abriss bei der Überlieferung von Quellen: „Wenn wir diesen Schritt nicht schaffen, werden wir in Zukunft eine geschichtslose Landschaft haben.“

Von Simon Benne

In der Rathausaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt auch noch wegen Untreue. Der Vorwurf richtet sich gegen Frank Herbert, den Büroleiter von Oberbürgermeister Stefan Schostok und gegen Kulturdezernent Harald Härke.

06.06.2018

Wer zahlt für Kosten beim Straßenneubau? Die Straßenausbaubeitragssatzung ist umstritten, anlässlich einer Anhörung im Landtag gab es eine Demo mit 300 Teilnehmern.

08.06.2018

Eine Verfolgungsjagd durch die Calenberger Neustadt fand am Montagabend ein schmerzhaftes Ende. Ein 27-Jähriger war vor Polizisten geflüchtet. Kurz bevor er gestellt wurde, sprang er von einer Brücke in die Leine.

05.06.2018
Anzeige