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Stadt Hannover Pflegeheime klagen über gewalttätige Senioren
Aus der Region Stadt Hannover Pflegeheime klagen über gewalttätige Senioren
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00:17 29.04.2018
Senioren im Pflegeheim sind generell hilfsbedürftig. Manche Bewohner mit psychischen Störungen zeigen jedoch ungeahnte Aggressionen. Quelle: dpa
Hannover

 Altenheime in der Region mit geschlossenen Wohnbereichen für Demente und andere psychisch Kranke beobachten übereinstimmend eine deutliche Zunahme von Gewalttaten in ihren Häusern. Bewohner wenden ihre Aggressivität gegen das Personal, Mitbewohner oder Einrichtungsgegenstände. Die Massivität der Angriffe ist relativ neu. „Für uns war es völlig überraschend, dass mehrere Einrichtungen die gleichen Schwierigkeiten schildern“,  berichtet Uwe Blanke, Psychiatriekoordinator der Region. Die Häuser haben bereits reagiert und Deeskalationstraining für ihre Mitarbeiter eingeführt. Doch das allein reicht nach Einschätzung der Fachleute nicht aus. 

„Die Übergriffe gegen die Mitarbeiter haben dadurch etwas nachgelasssen, nicht aber gegen die Mitbewohner“, berichtet Blanke. So komme es vor, dass ein Senior einen anderen im Vorbeigehen schubse und damit zu Fall bringe. Schwerere Verletzungen können die Folge sein. Im aktuellen Sozialpsychiatrischen Plan der Region, der jährlich erscheint, schildern gleich drei größere Einrichtungen die Probleme mit gewalttätigen Senioren. Das städtische Pflegezentrum Heinemanhof, das Anna-Meyberg-Haus in Kirchrode (Bethel im Norden) und das Haus am Leuchtturm in Hannover-Buchholz (Diakovere) verfügen gemeinsam über insgesamt 250 Wohnheimplätze in ihren geschlossenen Stationen. Die Veränderungen seien seit rund fünf Jahren spürbar und treten bundesweit auf, berichten die Fachleute aus den geschlossenen gerontopsychiatrischen Einrichtungen. 

Über die Gründe für die zunehmend schwierige Lage gibt es bisher nur Vermutungen. „Psychiatrische Kliniken entlassen psychisch Kranke angesichts des Kostendrucks früher. Die Pflegeheime bekommen deshalb Bewohner, deren Gesundungsprozess noch nicht weit fortgeschritten ist“, erklärt Blanke. In dem Bericht kritisieren Mitarbeiter, Altenheime würden so zur „Abschiebestation für psychisch Kranke“. In den geschlossenen Abteilungen leben Senioren mit Demenz, mit Psychosen oder Schizophrenie, von denen manche jede Behandlung verweigern. 

„Es ist außerdem ein neues Phänomen, dass Suchtkranke ein hohes Alter erreichen“, berichtet der Psychiatriekoordinator. Auch betagte Straftäter werden nach langer Haft in altersgerechte Einrichtungen entlassen. Der Bericht erwähnt  Bewohner mit Störungen aufgrund von Alkoholismus und anderen Süchten. Für die Betreiber steigen die Kosten allein schon wegen zerstörter Türen, Möbel und Elektrogeräte. Wesentlich schwerer wirkt die Belastung für Mitarbeiter sowie die anderen Bewohner. 

Die Träger suchen in einer Arbeitsgruppe nach Lösungen. Die Verfasser des Berichts fordern einen höheren Personalschlüssel, der dem in psychiatrischen Kliniken entspricht, außerdem regelmäßige Fortbildungen und eine zielgerichtete Ausbildung. „Die Kostenträger müssten am Ende steigende Kosten übernehmen“, schlussfolgert Blanke.

Von Bärbel Hilbig

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