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Stadt Hannover Professor für Bass und Beatmung
Aus der Region Stadt Hannover Professor für Bass und Beatmung
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00:34 08.06.2018
Siloah: Besuch bei Prof. Dr. med. Bernd Schönhofer, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Stillsitzen oder untätig sein ist seine Sache nicht: Prof. Bernd Schönhofer, Internist und Pneumologe im Klinikum Siloah, ist ständig unterwegs. Wenn er mal am Schreibtisch sitzt, dann brütet er über neuen kreativen Aktionen, die er anschieben könnte. Sowie die Reihe Kultur im Siloah, für die er regelmäßig renommierte Musiker in die Klinik holt. In dieser Woche richten Schönhofer und Kollegen den Fachkongress für Außerklinische Beatmung im HCC aus. „Ein ganz wichtiges Thema, bei dem wir führend sind hier in Hannover“, so der Professor.

Für das Rahmenprogramm ist Schönhofer denn auch gleich mit zuständig. Der 59-Jährige macht Musik – Kontrabass und E-Bass – Sohn Felix spielt Trompete, Tochter Pia singt Jazz und Gattin Maria managt. „Es mag altmodisch anmuten, aber wir sind als Familie sehr harmonisch“, sagt Schönhofer. Er habe vor 43 Jahren seine Jugendliebe geheiratet, „und ich kann mit sehr gut vorstellen, dass das hält.“ Außerdem könne das Programm, das er täglich habe, nur im Team bewältigt werden.

Aufgewachsen ist Schönhofer in Aachen, wo er auch studiert hat. Seinen Facharzt hat er in Würzburg gemacht, danach folgte die Habilitation in Marburg. Zwei Jahre arbeitet er in einer Lungenklinik im Sauerland, zwei weitere in Chicago , bereits mit Schwerpunkt der Möglichkeiten eines eigenständigen Patientenlebens trotz Beatmung. 2001 übernahm der Professor schließlich das Heidehaus und die Lungenklinik im Oststadtkrankenhaus, seit sieben Jahren wirkt der Pneumologe im Siloah.

Bernd Schönhofer schwärmt geradezu von der Außerklinischen Beatmung. „Es gibt sehr viele Wege, ein selbstbestimmtes Leben mit Luftröhrenschnitt zu führen.“ Seine Patienten leiden unter Lungenemphysem, ASL oder Muskelschwäche, auch junge Menschen gehören zu den Betroffenen. „Kinder und Jugendliche leben heute mit bestimmten Krankheiten viel länger, wir müssen uns daher bei der Behandlung auch um den Übergang von der Kinder- zur Erwachsenenmedizin kümmern“, betont Schönhofer.

Rund die Hälfte aller Patienten, die nach 30 Tagen Intensivstation in einer anderen Klinik im Siloah auf die sogenannte Entwöhnungsstation kommen, um das Außerklinische Beatmen zu lernen, schaffen das später auch im Alltag. Der Fachkongress in Hannover wird viele dieser neuen Wege aufzeigen. „Es ist vor allem wichtig, dass wir in diesem Bereich interdisziplinär arbeiten“, meint der 59-Jährige. Pflegekräfte und Mediziner seien genauso beteiligt wie Logopäden, Geriater, Reha-Einrichtungen oder Palliativ-Mitarbeiter. „Die Beatmungsmedizin ist ein komplexes und auch anerkanntes Thema. Mittlerweile gibt es längst Atmungstherapeuten, und die Lebensqualität von beatmeten Patienten ist stark gestiegen.“

Schönhofer ist im Laufschritt unterwegs. Im Erdgeschoss des Klinikums in Linden steht ein Flügel, seinen Kontrabass bewahrt der Professor im Nebenzimmer auf. Seit zehn Jahren übt und spielt er das Instrument. Manchmal darf er in der Band seines Sohnes mitspielen, „so zwei Stücke Blues in F, das schaffe ich.“ Sonst organisiert er eben musikalische Auftritte. Der Pneumologe scheint unendliche Energie zu haben. Wenn er nicht musiziert, Kongresse organisiert und durch die Klinik rennt, läuft er Marathon und wacht über ein Bienenvölkchen im heimischen Garten. Der Tausendsassa ist bestens vernetzt und liebt die Kommunikation. Nur am frühen Morgen, wenn er im Autoradio, die Morgenandacht hört, ist Schönhofer ausnahmsweise mal ganz ruhig. „Ich bin nämlich auch Christ, und manch morgendlicher Radio-Gedanke bringt mich bestens durch den Tag.“

Info: Der 26. Jahreskongress der Deutschen Interdisziplinären Gesellschaft für Außerklinische Beatmung findet vom 7. bis 9. Juni im Hannover Congress-Centrum statt. KRH-Chefarzt Prof. Bernd Schönhofer ist als Kongresspräsident wissenschaftlicher Leiter der Tagung. Bei Patienten mit Asthma bronchiale, COPD oder Lungenentzündung, die bei schwerem Krankheitsverlauf an Ateminsuffizienz leiden, stellt maschinelle Beatmung oft die lebensrettende therapeutische Maßnahme dar. Aufgrund des zunehmenden Alters der lungenkranken Patienten sowie des fortlaufenden medizinischen Fortschritts wächst die Zahl der Patienten in der außerklinischen Beatmung kontinuierlich an. Die Versorgung dieser Patientengruppe stellt mit jährlichen Kosten von rund drei Milliarden Euro inzwischen eine große Herausforderung im deutschen Gesundheitswesen dar.

Von Susanna Bauch

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