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Stadt Hannover Prominente kämpfen für neues Kirchenfenster
Aus der Region Stadt Hannover Prominente kämpfen für neues Kirchenfenster
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00:15 29.10.2018
Prominente Unterstützung: Herbert Schmalstieg bei einer Veranstaltung in der Marktkirche. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Der Zwist um das neue Buntglasfenster für die Marktkirche schlägt immer höhere Wellen. In einem offenen Brief haben sich jetzt 20 Prominente um Hannovers früheren Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg zu Wort gemeldet. Vehement plädieren sie dafür, das vom Künstler Markus Lüpertz entworfene Reformationsfenster in der Kirche zu installieren.

„Kirchenfenster sind oft im Verlauf von Jahrhunderten ergänzt oder ausgetauscht worden“, schreiben sie in einem offenen Brief. Exemplarisch nennen sie moderne Fensterentwürfe von Gerhard Richter im Kölner Dom und von Neo Rauch in Naumburg. Bei der Marktkirche handele es sich um eine historische, gotische Architektur, die im 17. Jahrhundert barockisiert und im 19. Jahrhundert neugotisch ausgestattet wurde. „Warum sollte es nun ausgerechnet für die Nachkriegsüberarbeitung auf unbestimmte Zeit einen exklusiven Denkmalschutz geben?“, fragen sie.

„Fenster nicht blockieren“

Über das Fenster, das Altkanzler Gerhard Schröder der Kirchengemeinde schenken möchte, sind heftige Debatten entbrannt. Kritiker stören sich an dem Entwurf, der neben einer stilisierten Luther-Figur auch fünf dicke Fliegen zeigt. Der Rechtsanwalt Georg Bissen, Urheberrechtserbe des Nachkriegsarchitekten Dieter Oesterlen, verweigert dem Einbau des Fensters die Zustimmung. An ihn wenden sich die Unterzeichner des Aufrufs in erster Linie. Sie appellieren an ihn, „einzulenken und die Realisierung des Fensters nicht zu blockieren.“

Unterzeichnet haben den Aufruf neben Schmalstieg, der selbst lange im Marktkirchenvorstand war, so unterschiedliche Persönlichkeiten wie der Gastronom Dietmar Althof und die langjährigen Nord/LB-Chefs Manfred Bodin und Gunter Dunkel, Stefan Becker vom Verein der Freunde des Sprengel Museums, dessen Direktor Reinhard Spieler, Galerist Robert Simon, Bildhauer Hartmut Stielow, der Publizist Eike Christian Hirsch und der frühere Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen Joachim Werren sowie der Kabarettist Matthias Brodowy und die Kunstförderin Ulla Sandmann.

„Es tut Hannover gut, wenn über Kunst diskutiert wird“, schreiben sie in ihrem Brief. Markus Lüpertz, der das Fenster in der Südseite der Kirche installieren will, sei ein in Deutschland und weit darüber hinaus geachteter Künstler: „Sein Werk in der Marktkirche wäre eine Bereicherung – vielleicht Einladung zu weiterer künstlerischer Intervention auf der gegenüberliegenden Seite.“

Zugleich appellieren die Unterzeichner an den Vorstand der Marktkirchengemeinde, „eine offene Diskussion zu führen und nach Wegen zu suchen, die eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden“. Gleichwohl dürfte die Debatte um das Fenster Hannover noch lange bewegen.

Lüpertz dankt Unterstützern

Der Künstler Markus Lüpertz hat sich dankbar über die Unterstützung durch die Unterzeichner des offenen Briefes geäußert. „Es ist ganz großartig, dass diese Menschen sich für meinen Fensterentwurf einsetzen“, sagt er. Es sei für ihn eine „irrsinnige Frustration“, dass er sein Kunstwerk nicht realisieren könne und dass sich womöglich ein langwieriger Rechtsstreit um das Fenster anbahne: „Ich bin ja nicht mehr so jung“, sagt der 77-Jährige. Dass Georg Bissen, der Stiefsohn des Nachkriegsarchitekten Dieter Oesterlen, die Installation des Fensters verhindern will, sei unverständlich, sagt Lüpertz: „Nach meinem Rechtsempfinden steht der Lichteinfall in einer Kirche nicht unter dem Schutz des Urheberrechts“, sagt er. „Der Mann verhält sich schlicht unanständig.“

Von Simon Benne

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