Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Stadt Hannover Region zahlt höhere Zuschüsse an neuen S-Bahn-Betreiber
Aus der Region Stadt Hannover Region zahlt höhere Zuschüsse an neuen S-Bahn-Betreiber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:26 03.05.2018
Eine S-Bahn von DB Regio fährt auf der Strecke zwischen Bennigsen und Völksen. In gut drei Jahren könnte die Nord-West-Bahn übernehmen. Quelle: dpa
Hannover

 Bisher zahlt die für den Nahverkehr zuständige Region Hannover jährlich 37,5 Millionen Euro Zuschuss für den S-Bahn-Verkehr an die Regionaltochter der Deutschen Bahn. Von Ende 2021 an, wenn ein neuer Verkehrsvertrag in Kraft tritt, soll diese Summe auf 42,5 Millionen Euro steigen. Begründet wird dies damit, dass modernere Fahrzeuge sowie mehr Zugbegleiter zum Einsatz kommen. Durch verbesserten Service und gesteigertes Sicherheitsgefühl erwartet die Region mehr Fahrgäste und damit auch höhere Einnahmen. Die gesteigerten Zuschüsse kann sie aus Zuwendungen vom Bund bestreiten.

Das ist die Nord-West-Bahn

Die Nord-West-Bahn gehört zur französischen Unternehmensgruppe Transdev, nach eigenen Angaben einer der bedeutendsten internationalen Anbieter im öffentlichen Personennahverkehr mit 6,7 Milliarden Euro Jahresumsatz und 83.000 Mitarbeitern. Transdev ist in 19 Ländern auf fünf Kontinenten aktiv. 

Die deutsche Tochter Nord-West-Bahn ging erstmals im Jahr 2000 in der Region Weser-Ems auf die Schienen. Seitdem hat sie sich zu den großen Privatbahnen Deutschlands entwickelt. Das Netz, das sie bedient, misst insgesamt 1500 Kilometer Gesamtstrecke, mit der S-Bahn Hannover kämen 325 Kilometer hinzu. Vertreten ist die Nord-West-Bahn im Norden Deutschlands, am Niederrhein, im Ruhrgebiet, im Münsterland und in Ostwestfalen Lippe. Insgesamt zählt sie im Jahr mehr als 40 Millionen Fahrgäste und beschäftigt rund 850 Mitarbeiter.

In gut drei Jahren dürfte es bei der S-Bahn zu einem Betreiberwechsel kommen. Nach Informationen der HAZ hat die Osnabrücker Nord-West-Bahn in einem Bieterverfahren mit vier Teilnehmern das attraktivste Angebot abgegeben. Damit könnte die Regionaltochter der Deutschen Bahn zum ersten Mal seit Bestehen des Netzes abgelöst werden. Die neue Konzession läuft bis zum Jahr 2034.

Von den vier Angeboten – außer der Nord-West-Bahn und der DB Regio war auch die Abellio-Holding aus den Niederlanden im Rennen – ist eines wegen unvollständiger Unterlagen ausgeschlossen worden. Beim entscheidenden Wirtschaftlichkeitskriterium liegt die beste Offerte um 14,6 Prozent unter dem Wert, der zuvor erwartet worden war. Weil das der Region und der Nahverkehrsgesellschaft des Landes (LNVG) ungewöhnlich niedrig erschien, ist es überprüft worden. Verstöße gegen umwelt-, sozial- und arbeitsrechtliche Vorschriften wurden dabei nach Angaben von Insidern nicht festgestellt. Die Bieter mussten unter anderem Tariftreue garantieren.

Weder die beteiligten Unternehmen noch die Region oder die LNVG äußerten sich zu dem Thema. Das liegt daran, dass die endgültigen Beschlüsse noch gar nicht gefallen sind. Die Regionspolitik soll am 15. Mai entscheiden, der Aufsichtsrat der Nahverkehrsgesellschaft erst Ende Juni.

„Kein Kommentar“, sagt deshalb auch kurz und bündig Stephanie Nölke, Sprecherin der Nord-West-Bahn. Weder äußert sie sich zum Fuhrpark, mit dem das Unternehmen nach Hannover kommen würde, noch zur Werkstattfrage. Bisher besitzt an den S-Bahn-Strecken nur DB Regio eine Werkstatt in Leinhausen, hat sich aber verpflichtet, diese bei einer Wettbewerbsniederlage einem anderen Betreiber zur Verfügung zu stellen.

Um die Konkurrenz anzustacheln, hat die Region Betreibern Finanzierungshilfen für den Fahrzeugkauf angeboten. Nach Informationen der HAZ will die Nord-West-Bahn diese auch nutzen und mit neuen Wagen an den Start gehen. Auch sollen die Züge länger werden und öfter verkehren, soweit die Gleiskapazitäten dies zulassen. Die Ausstattung der Wagen wird verbessert, etwa durch zusätzliche Hilfen für behinderte Fahrgäste, durch eine LED-Beleuchtung, Displays und Steckdosen.

Bei der S-Bahn-Hannover sind nach Angaben aus Bahnkreisen rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Ein neuer Betreiber könnte Personal übernehmen und müsste es vermutlich auch. Vor allem im Fahrdienst bieten die meisten Eisenbahnunternehmen offene Stellen an.

Hart umkämpfter Markt

Der Markt im Regionalverkehr ist hart umkämpft, wobei die Deutsche Bahn vor allem auch in Niedersachsen mit den Jahren oft bei Ausschreibungen verlor und Anteile abgeben musste. Sollte es auch bei der hannoverschen S-Bahn endgültig dazu kommen, wäre das ein dicker Brocken. Sie befördert auf sieben Linien jährlich mehr als 31 Millionen Fahrgäste und fährt 9,3 Millionen Zugkilometer.

Zieht der Staatskonzern den Kürzeren, könnte er den Betreiberwechsel bei der Vergabekammer oder vor Gerichten anfechten. In Nürnberg hatte das Folgen. Dort hatte eigentlich die britische National Express 2015 den Zuschlag für die S-Bahn erhalten. Die Bahn klagte solange, bis der Konkurrent 2016 entnervt aufgab. Er wollte es nicht riskieren, trotz ungeklärter Rechtslage Geld für die Züge zu investieren. Dadurch wurde die Zeit bis zur geplanten Betriebsaufnahme zu knapp. DB Regio übernahm wieder.

Von Bernd Haase

Die Neugestaltung des Welfengartens hat drei Millionen Euro gekostet. Die Sanierung ist bald abgeschlossen. Doch die Gebäude und Sitz-Elemente werden ständig beschmiert.   

03.05.2018

Wegen „unerträglicher Seelenschmerzen“ hat der Ex-Ehemann von So Yeon Kim Altkanzler Gerhard Schröder auf Schmerzensgeld verklagt. Schröder soll mit der Affäre die Ehe zerstört haben.

30.04.2018

Die Polizei hat am Sonntagabend in der List einen mutmaßlichen Brandstifter festgenommen. Der 30-Jährige soll innerhalb einer Stunde insgesamt sechs Feuer im Bereich Liebig- und Höfestraße und am Sylter Weg gelegt haben.

03.05.2018