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Stadt Hannover Seniorchef wird auf Kreuzung geblitzt – wegen Staus
Aus der Region Stadt Hannover Seniorchef wird auf Kreuzung geblitzt – wegen Staus
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01:51 09.03.2018
Dieser Rotlichtblitzer an der Hamburger Allee Ecke Celler Straße wurde dem 78-Jährigen zum Verhängnis. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

 Ein Firmenchef alten Schlags war an einem Mittwochmittag im September 2017 auf der Kreuzung Hamburger Allee / Celler Straße in eine missliche Lage geraten. Der 78-jährige Metzger, der mit seinem Mercedes Sprinter etliche Portionen warmen Leberkäses sowie Hack- und Spießbraten ausliefern musste, befand sich auf dem Weg zu einem Feinkostladen im hannoverschen Hauptbahnhof. Doch kurz hinter der Haltelinie stellte er fest, dass sich vor ihm auf der Hamburger Allee ein Stau gebildet hatte, ein Betonlaster stand an letzter Stelle. Der Schlachter hielt unverzüglich an – und wurde zweimal von einer Rotlichtkamera angeblitzt. Die Geldstrafe von 230 Euro aus dem Bußgeldbescheid hätte der Seniorchef wohl noch akzeptiert, doch das einmonatige Fahrverbot ging ans Eingemachte – immerhin legt der rüstige Unternehmer noch stolze 40.000 Kilometer im Jahr zurück. Am Montag erzielte er vor dem Amtsgericht einen Teilerfolg, der ihm durchaus entgegenkam.

Zur Not bei Grün anhalten

Richter Lars Römermann verurteilte den 78-Jährigen wegen der Missachtung eines Rotlichts – bei einer Ampelphase länger als eine Sekunde – zu einer Geldstrafe von 450 Euro. Das Fahrverbot hob der Strafrichter auf, die zwei Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei sind davon aber unbenommen. Römermann attestierte dem Familienunternehmer, dessen drei Kinder Feinkostfilialen in Hannover, Berlin und Düsseldorf leiten, Fahrlässigkeit: „Sie hätten den Stau bemerken können und an der Haltelinie stoppen müssen, auch wenn die Ampel noch Grün zeigte.“

Die Rechtsprechung müsse bei der Beurteilung von Verkehrssituationen immer von einem „Idealfahrer“ ausgehen, erklärte der Amtsrichter, auch wenn dies der gelebten Praxis auf den Straßen widerspreche. Der 78-Jährige hatte kurz hinter der Haltelinie verharrt und den Querverkehr auf der Celler  Straße passieren lassen, doch das nützte ihm nichts mehr – geblitzt war geblitzt. 

Senior allzu fix unterwegs

Das letzte Wort des Verkehrssünders geriet zu einem Plädoyer für den Erhalt qualitätsvollen deutschen Schlachterhandwerks, von selbstgemachter Roulade bis zu würziger Krakauer. Er habe Zeit seines Lebens kaum Urlaub gemacht, verriet der Firmenchef, und es eigentlich immer eilig gehabt. So erklärt es sich wohl auch, dass der alte Herr 2015 und 2017 bereits zwei Bußgeldbescheide wegen zu fixen Fahrens kassiert hat; dabei war er im Überlandverkehr jeweils um die 30 Kilometer pro Stunde zu schnell gefahren. Der Fauxpas auf der Ampelkreuzung in Hannover tue ihm sehr leid, entschuldigte sich der Senior, er habe die Situation einfach  falsch eingeschätzt. Normalerweise liefere er seine Wurstwaren auch nicht mehr selber aus, sei eher er auf Kontrolltouren unterwegs. An jenem Mittwoch aber habe er halt aushelfen müssen – und werde dies auch in Zukunft tun, wenn Not am Mann ist.

Von Michael Zgoll

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