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Stadt Hannover Seniorin darf Mietkosten in Wohnheim von Steuer absetzen
Aus der Region Stadt Hannover Seniorin darf Mietkosten in Wohnheim von Steuer absetzen
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00:32 22.04.2018
Der 11. Senat des Niedersächsischen Finanzgerichts hörte sich alle Argumente an – auch von Henning Sommer (l.), Steuerberater und Prozessbevollmächtigter der Seniorin. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

 Eine Seniorin hat gute Chancen, viele tausend Euro Miete von der Steuer absetzen zu können. Konkret geht es um 25.412 Euro Kosten für eine Seniorenresidenz, die die Offizierswitwe für das Jahr 2015 geltend gemacht hat – doch es dreht sich natürlich auch um die Folgejahre. Die Kernfrage in dem Verfahren vor dem Niedersächsischen Finanzgericht, das auch viele Angehörige älterer und pflegebedürftiger Menschen interessieren dürfte, lautet: Wo verläuft die Grenze von „normalen“ Altersbeschwerden und Erkrankungen, deren Überschreitung steuerliche Vergünstigungen ermöglicht? Der 11. Senat unter Vorsitz von Jörg Grune fällte am Donnerstag zwar noch kein Urteil, doch wurde der Tenor bereits deutlich: Die 88-Jährige wird einen Großteil ihrer Unterbringungskosten als „außergewöhnliche Belastungen“ absetzen können.

Ist jemandem ein Pflegegrad zuerkannt worden, womöglich gepaart mit eingeschränkter Alltagskompetenz (etwa bei Demenz), ist die Sachlage relativ klar: Dann kann er den Eigenanteil der Unterbringung in einem Pflegeheim steuerlich geltend machen. Sollten Kinder einen Teil der elterlichen Pflegekosten aus eigener Tasche zahlen müssen, können auch sie dies ansetzen – aber erst über eine „zumutbare Belastung“ hinaus. Doch im Fall der 88-Jährigen lag der Fall komplizierter.

Osteoporose quält Seniorin

Seit November 2014, so schilderte es ihr Steuerberater vor Gericht, lebt die Seniorin im Wohnbereich der Residenz auf 63 Quadratmetern. Zu ihrem Domizil zählen zwei Balkone und zwei Bäder, die monatliche Miete – ohne jegliche Pflegeleistungen – liegt bei 1974 Euro. Doch leide seine Mandantin, so der Prozessbevollmächtigte, unter starker Osteoporose, chronischer Bronchitis, Depressionen und erheblichen Schmerzen. In zwei Attesten wurde ihr von Ärzten bescheinigt, keinen eigenen Haushalt mehr führen zu können. In der behindertengerecht ausgestatteten Seniorenresidenz aber kann sie sich mit ihrem Rollator frei bewegen, wird verpflegt und muss sich nicht um Hausarbeit und Einkäufe kümmern. Das Wohnen im Heim sei ihrer Krankheit geschuldet, sagt der Steuerberater – was das Finanzamt bestreitet.

 Das Gericht signalisierte, dass man die Unterbringung in der Residenz durchaus als krankheitsbedingt ansieht; allerdings halte der Senat um die 30 Quadratmeter Wohnraum für ausreichend. Heißt: Die Seniorin wird einen Gutteil ihrer Mietkosten absetzen können, aber sicher nicht in der geforderten Höhe.

Von Michael Zgoll

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