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Stadt Hannover Gemeinde feiert 125-jähriges Bestehen
Aus der Region Stadt Hannover Gemeinde feiert 125-jähriges Bestehen
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12:31 29.08.2018
Die Postkarte zeigt die St.-Bernwardskirche und das katholische Waisenhaus im Jahr 1906. Quelle: Historisches Museum Hannover
Döhren

Der Bischof kam mit der Eisenbahn. Mit Pferdedroschken geleiteten örtliche Honoratioren Wilhelm Sommerwerck bis zum Grundstück an der Hildesheimer Straße, wo auf freiem Feld ein trutziger Neubau entstanden war. Massen von Menschen drängten sich auf dem Platz vor der Kirche, der an jenem 8. September 1893 mit Fahnen und Girlanden geschmückt war. Feierlich überreichte Architekt Christoph Hehl dem Bischof den Schlüssel, ehe dann vor genau 125 Jahren die Festmesse zur Kirchweihe begann.

„Die Direktion der Wollwäscherei und -kämmerei gewährte ihren katholischen Arbeitern damals extra einen freien Tag“, sagt Bernward Kalbhenn. Der langjährige NDR-Redakteur stammt selbst aus Döhren. Vor 70 Jahren wurde er hier getauft, später war er Messdiener in St. Bernward – jener katholischen Kirche, deren Namen er selbst trägt und mit deren Geschichte er sich intensiv beschäftigt hat.

Arbeiter kamen vom Eichsfeld

„Ende des 19. Jahrhunderts gab es eine ,Invasion von Katholiken’, wie alte evangelische Döhrener sagten“, erzählt Kalbhenn. Im Zuge der Industrialisierung waren Arbeiter vom Eichsfeld ins lutherische Döhren gezogen, die bei Firmen wie der „Wolle“ Lohn und Brot fanden. Anno 1885 gab es in Döhren schon 589 Katholiken, und die Zahl wuchs rasant. Das damalige Dorf wurde bald zur Hochburg der als fremd empfundenen Zuwanderer, die zum Gottesdienst bis zur Clemenskirche zu Fuß gehen mussten – dem einzigen katholischen Gotteshaus im damaligen Hannover.

„Noch vor der Kirche errichteten die Döhrener Katholiken allerdings eine Schule“, sagt Kalbhenn. Im heutigen Gemeindebüro wurden seit 1887 katholische Kinder unterrichtet. Der umtriebige Kaplan Bernhard Jördens hatte das Grundstück erworben, auf dem dann auch ein Waisenhaus und eben die Kirche erbaut wurden – letztere aus Geldmangel zunächst noch ohne Querschiff und Chor. „Diese wurden erst 1959 angebaut – man kann die unterschiedliche Färbung der Steine noch gut erkennen“, sagt Kalbhenn.

St. Bernward hat 4800 Mitglieder

„Seit 125 Jahren ist St. Bernward nun eine Anlaufstelle für Menschen in verschiedensten Lebenssituationen – sie haben hier geweint, gelacht und gebetet“, sagt Thomas Berkefeld, der seit einem Jahr als Pfarrer für St. Bernward zuständig ist. Vielen der Gläubigen war gemein, dass sie als Fremde hierher kamen: Im Jahr 1940 gab es in St. Bernward einen Gottesdienst für polnische Zwangsarbeiter. Nach dem Krieg kamen die vertriebenen Schlesier. Und 1977 wurden hier Kinder italienischer Gastarbeiter gefirmt. „Wir stammen aus ganz verschiedenen Gegenden, doch wir haben hier im Glauben zusammengefunden“, sagt die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Helga Witte.

Alle 4800 Mitglieder der Pfarrei, zu der heute auch die Kirchen St. Eugenius in Mittelfeld und St. Michael in Wülfel zählen, haben jetzt Post bekommen. Einladungen zum Jubiläum, das groß gefeiert wird. Das Programm, das mit einem Fest am 9. September beginnt, stehe unter dem Motto „Mehr als alte Steine“, sagt Helga Witte: „Wir wollen dabei zeigen, wie lebendig und vielfältig unsere Gemeinde auch nach 125 Jahren noch ist.“

Das Programm zum Gemeindejubiläum

Es gibt Musik, Führungen und eine Wallfahrt: St. Bernward feiert sein 125-jähriges Bestehen mit einem großen Festprogramm. Zum Auftakt gibt es am Sonntag, 9. September, ein großes Fest rund um die Kirche in der Hildesheimer Straße 241. Es beginnt mit einem Festgottesdienst um 11 Uhr, anschließend gibt es internationale Küche, Livemusik mit der Band Pete Brown & Friends und Kinderaktionen. Um 17 Uhr beginnt die ökumenische Abschlussandacht.

Unter dem Titel „Wie Döhren katholisch wurde“ steht ein historischer Spaziergang mit Bernward Kalbhenn am 29. September um 14 Uhr in St. Bernward. Ein weiterer Termin für den 30. September ist angedacht. Anmeldung unter (0511) 9525273.

Am 7. Oktober, 9 Uhr, gestaltet der Kindergarten den Familiengottesdienst in St. Bernward zum Erntedankfest. Am gleichen Tag beginnt um 15 Uhr in St. Michael eine Messe mit Krankensalbung.

Einen Kinderbibeltag für Grundschüler gibt es am 11. Oktober von 9.30 Uhr bis 13 Uhr. Anmeldung unter (0511) 9525273.

Unter dem Motto „Mein liebstes Kirchenlied“ steht die Musik im Gottesdienst in St. Michael am 25. Oktober um 18 Uhr. Stimmzettel für die Abstimmung liegen beim Jubiläumsfest am 9. September aus.

Ein Orgelkonzert beginnt in St. Bernward am 4. November um 18.30 Uhr. Am 9. November um 17 Uhr feiert die Kardinal-Bertram-Schule in St. Michael das Martinsfest. Und für den 18. November ist eine Wallfahrt mit dem Bus nach Hildesheim geplant (Anmeldungen unter 0511-9525273). Das Programm endet mit einer Messe zum Patronatsfest am 20. November um 18.30 Uhr in St. Bernward.

Von Simon Benne

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