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Stadt Hannover So hat Hannover den Schulabschluss gefeiert
Aus der Region Stadt Hannover So hat Hannover den Schulabschluss gefeiert
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00:17 25.06.2018
Schulleiter Wolfgang Drücker (re.) verabschiedet den letzten Jahrgang der Bertha-von Suttner-Schule. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Wolfgang Drücker ist aufgeregter als sonst. „Es ist nicht irgendein Tag, es ist ein ganz besonderer Tag“, sagt der Leiter der Bertha-von Suttner-Schule. Er hat am Freitag den letzten 10. Jahrgang seiner Schule verabschiedet. Alle Schüler, die jetzt nachkommen, werden zwar noch in demselben Gebäude unterrichtet, aber sie besuchen die Integrierte Gesamtschule (IGS) Südstadt. Die Bertha-von-Suttner-Haupt- und Realschule ist mit Schuljahresende in der nächsten Woche Geschichte. Nach nur acht Jahren. 2010 war sie aus der Verschmelzung der Heinrich-Heine- und der Gustav-Stresemann-Schule hervorgegangen, drei Jahre später entschied die Stadt, am Standort die IGS Südstadt zu gründen und die Bertha-von-Suttner-Schule auslaufen zu lassen.

Die Großen gehen

Von einst 800 Schülern in 28 Klassen sei am Ende nur ein Abschlussjahrgang mit 58 Schülern übrig geblieben. Eine Hauptschulklasse, zwei Realschulklassen. „Das waren für uns immer die Großen, wir konnten sie immer fragen“, sagt Neuntklässlerin Benan. Die Gesamtschülerin führt zusammen mit Ella, ebenfalls eine Neuntklässlerin, durch das Programm der Abschlussfeier: „Traurig, dass die Zehntklässler jetzt gehen, jetzt sind wir auf einmal die Großen.“

„Ab jetzt könnt Ihr endlich aufatmen“, ruft Drücker den Zehntklässlern zu. Die stressige Prüfungszeit sei vorbei. Die Bedeutung dieses Tages, des ersten Schulabschlusses, dürfte vielen erst im Nachhinein richtig bewusst werden. Von 43 Realschülern erreichten 20 den erweiterten Sekundarabschluss I, der zum Besuch der Oberstufe berechtigt.

Erst Sprachlernklasse, dann Jahrgangsbester

Von den 15 Hauptschülern schafften sieben den Realschulabschluss, und ein Junge bekam sogar den Erweiterten Sekundarabschluss I: Nasrulah Gholami (18) ist mit einem Schnitt von 1,6 sogar der Jahrgangsbeste. Umso bemerkenswerter: Er kam erst 2014 aus Afghanistan nach Hannover und startete an der Schule in der Sprachlernklasse, jetzt will an der Gesamtschule sein Abitur machen. Drücker zeigt sich von Nasrulahs Bildungserfolg sichtlich beeindruckt: „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt der Schulleiter. Und er hat so einiges erlebt in den vergangenen Jahrzehnten, Ende des Schuljahres geht er in den Ruhestand.

Zwillingsschwestern gehören zu besten Abiturientinnen

In der Bertha-von-Suttner-Schule hängen bunte Girlanden, an der Schillerschule sind die Treppengeländer mit goldenem Krepppapier umwickelt. Zu feierlicher Musik ziehe die 114 Abiturienten in die Aula des Kleefelder Gymnasiums ein. Nur die engsten Angehörigen passen in die Aula, die Feier wird per Livestream in andere Klassenräume übertragen.

„Abistokratie“ ist des Motto des diesjährigen Jahrgangs der Schillerschule, nicht die „Herrschaft der Besten“, sondern die „Herrschaft der Abiturienten“. Direktorin Beate Günther rät den Jugendlichen, die Sache zu suchen, die ihre eigene sei, und dies dann mit Hingabe zu machen. „Sie werden sehen, das wird Sie glücklich machen.“ Die allgemeine Hochschulreife gebe den Schülern die „Freiheit der Wahl“. Für die 18-jährigen Zwillinge Zoe und Lena Janczuk, die das beste und drittbeste Abitur der Schule hinlegten, und Isa Begemann, die Zweite, ist schon klar, was sie in Zukunft machen. Isa will Freiwilligendienst in Frankreich ableisten und die Zwillingen fliegen zum Work-and-Travel nach Neuseeland. Natürlich zusammen.

An der Bertha-von-Suttner-Schule wollen die meisten weiterhin die Schulbank drücken, gut 15 haben aber auch schon eine Ausbildungsplatz. In der 5. Klasse habe eine Reise begonnen, sagt Schulsprecherin Madleen Seland. „Wir sind am Ziel, die Lehrer sind am Ende“, fügt sie schmunzelnd hinzu.

Von Saskia Döhner

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