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Stadt Hannover Üstra muss hohes Defizit hinnehmen
Aus der Region Stadt Hannover Üstra muss hohes Defizit hinnehmen
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01:00 30.04.2018
Die Üstra hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Quelle: dpa
Hannover

 Die Gründe dafür, dass die Üstra 2017 tiefer in die roten Zahlen gerutscht ist, sind vielfältig. Sie erhält auf Grund einer Gesetzesänderung erst später Ausgleichszahlungen für den Schülerverkehr. Wegen Tariferhöhungen sind die Personalkosten um 12,2 Millionen Euro gestiegen, die Sanierung der Unternehmenszentrale am Hohen Ufer hat insgesamt 16 Millionen Euro gekostet. Die Fahrgastzahl ist, wenn auch auf hohem Niveau, nach Zuwächsen in der Vergangenheit bei 176 Millionen stagniert, ohne dass das Unternehmen eine genaue Ursache dafür nennen kann.

„Das vergangene Jahr war bewegt und nicht einfach“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Ulf-Birger Franz. Verstöße bei Auftragsvergaben und Patzer beim Beantragen von  Zuschüssen für neue Busse haben zur Ablösung des alten Vorstandes geführt. Seit Dezember sind Volkhardt Klöppner als Vorsitzender und die frühere Betriebsratschefin Denise Hain als Vorstand für Betrieb und Personal im Amt. Für eventuell anfallende Kosten in diesem Zusammenhang hat die Üstra Rückstellungen gebildet. „Gleichzeitig prüfen wir Schadenersatzansprüche gegen den früheren Vorstand“, erklärt Franz.

Das neue Spitzenduo hat den Einkauf neu organisiert, die Beschaffungsrichtlinien und den unternehmensinternen Verhaltenskodex überarbeitet und ein internes Hinweisgebersystem für eventuelle Verstöße eingeführt. „Wir haben Kleinigkeiten erhalten, aber auch Fälle, in denen wir die Staatsanwaltschaft eingeschaltet haben“, sagt Klöppner.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ulf Birger Franz, die Vorstände Denise Hain und Volkhardt Kloppner sowie Betriebsratschef Christian Bickel hatten keine erfreulichen Zahlen zu präsentieren. Quelle: Frank Wilde

Nach Einschätzung des Vorstandes werden sich die Zahlen bei der Üstra nicht bessern. Im Jahr 2019 könnte das Defizit sogar die 40-Millionen-Euro-Marke übersteigen. Grund dafür sind anstehende Investitionen von 360 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren; Franz spricht vom unfangreichsten Paket der Unternehmensgeschichte. Die Üstra kauft weiter Stadtbahnen und will die Busflotte modernisieren Die Betriebswerkstatt, die Leitstelle und das Verwaltungsgebäude auf dem Betriebshof Glocksee müssen neu gebaut, die Bushalle und die Werkstatt auf dem Betriebshof Mittelfeld grunderneuert werden. Um alles zu schultern, sind Kredite in Höhe von knapp 80 Millionen Euro erforderlich. Dabei wird sich auch die für den Nahverkehr zuständige Region engagieren müssen. Das Defizit im laufenden Geschäft wird über die Holding VVG mit Gewinnen von Enercity verrechnet.

Außerdem will Klöppner eine neue Kundenoffensive starten. Fahrgastinformation soll verbessert, Mobilitätsshop und Apps sollen modernisiert und der Online-Zahlungsverkehr gestärkt werden. WLan in Fahrzeugen gibt es bisher nur in den Elektrobussen, was sich binnen zwei Jahren komplett geändert haben soll. 

„In einigen Bereichen ist es noch ein weiter Weg bis zur Weltklasse“, sagt Klöppner. Das gelte auch für neue Angebote. So sei es fahrlässig, sich nicht mit dem Busservice zu befassen, den in Hannover die VW-Tochter Moia bietet und ausbauen will. „Wir gucken da hin und wollen auch ausloten, ob eine Zusammenarbeit möglich ist“, sagt Klöppner.

Elektrobusse für die City

Bis zum Jahr 2022 will die Üstra die Buslinien, die die Innenstadt tangieren, komplett mit Elektrobussen bedienen. „Wegen der Luftreinhaltung halten wir das für unumgänglich“, sagt der Vorstandsvorsitzende Volkhardt Klöppner. Notwendig sind nach Angaben von Betriebsvorstand Denise Hain 40 Fahrzeuge, acht bis zwölf Ladestationen an den Strecken sowie weitere auf den Betriebshöfen Vahrenwald und Mittelfeld. Die Gesamtinvestitionen liegen im zweistelligen Millionenbereich; dafür will das Unternehmen Fördertöpfe etwa des Bundes nutzen.

Im vergangenen Jahr hat die Üstra einen Testbetrieb mit Elektrobussen auf der Ringlinie 100/200 abgeschlossen. „Das ist wegen der hohen Verkehrsdichte und den Baustellen unsere Stresslinie“, sagt Hain. Weil die Ergebnisse erfreulich ausfielen, soll die Ringlinie bis März 2020 komplett mit den Stromern bestückt werden. Es folgen bis Oktober 2020 die Linie 121 und bis Jahresende 2021 die Linien 120, 128 und 134. Eine Unwägbarkeit liegt in der Frage, ob die Industrie die notwendigen Fahrzeuge schnell genug liefern kann.  

Von Bernd Haase

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