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Stadt Hannover Waschbären erobern die Stadt
Aus der Region Stadt Hannover Waschbären erobern die Stadt
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14:21 29.10.2018
Quelle: Nicht nur niedlich: Waschbären stellen zunehmend eine Gefahr für heimische Arten dar. dpa
Hannover

Immer mehr Waschbären nehmen Kurs auf Hannover. Mittlerweile halten sich die Tiere nicht mehr ausschließlich in der Leinemasch auf, sondern sind vermehrt auch in Wohngebieten anzutreffen. „Am Ohedamm sind uns in der vergangenen Woche gleich zwei Waschbären in die Falle gegangen“, sagt Stadtjäger Heinz Pyka. Aber auch rund um den Maschsee und am Ricklinger Holz treiben die Tiere ihr Unwesen. Und es sind nicht die einzigen Jäger, die es auf die vielen Bodenbrüter abgesehen haben. „Zu der steigenden Population an Waschbären kommen auch vermehrt amerikanische Nerze, Füchse, Dachse und seit Kurzem auch der asiatische Marderhund“, so Pyka. Der Druck für die heimischen Arten sei immens groß.

Der Stadtjäger hat beobachtet, dass etwa Feldlerchen oder Kiebitze kaum noch eine Chance haben gegen die Plage an Waschbären und streunenden Katzen. „Die kleinen Bären sind gute Schwimmer, exzellente Kletterer und haben zudem keine natürlichen Feinde“, betont Pyka. Dass sie immer weiter in Wohngebiete vordringen, liegt aber vor allem am Verhalten der Bürger. „Viele Abfälle landen im Gebüsch, da ist der Opportunist Waschbär dann schnell zur Stelle“, so der Stadtjäger. Das Verschließen von Mülltonnen mit starken Gummibändern bringe nicht viel. „Das kriegen die Tiere auf und sitzen dann in den Tonnen fest.“ Relativ neu auf dem Speiseplan der Waschbären seien zudem Amphibien und der Inhalt von Fangeimern entlang der Krötenzäune.

Im Stadtgebiet stellen Pyka und seine Kollegen regelmäßig Waschbär-Fallen auf, „in den Randbereichen schießen wir aber auch.“ Pyka geht davon aus, dass derzeit mehr als 100 Tiere in der Stadt unterwegs sind, „viele Menschen finden sie zunächst so niedlich, dass sie sie auch noch füttern.“ Die geschickten Tiere seien aber auch ziemlich aggressiv, und wenn erst mal das Zwergkaninchen aus seinem Gehege verschwunden sei, lasse der Kuscheltiereffekt schnell nach.

In der Region Hannover haben Jäger im vergangenen Jahr rund 650 Waschbären erlegt. Die Europäische Union stuft die Tiere als sogenannte „invasive Art“ ein – das bedeutet, dass sie eine Gefahr für die natürlichen Ökosysteme, Biotope und Arten darstellen. „Die Zahlen steigen jährlich auch in der Region. Vor allem die Plünderung von Greifvogelnestern werden vom Artenschutz als Problem angesehen“, sagt Regionssprecher Klaus Abelmann. Auch bei den Singvögeln und beim Niederwild seien zunehmend Verluste von Gelegen und Jungtieren zu befürchten. Waschbären kommen vom amerikanischen Kontinent, das Verbreitungsgebiet erstreckte sich ursprünglich von Mittelamerika bis nach Kanada. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind die Tiere auch in Europa vertreten – Tendenz offensichtlich stark steigend.

Metallmanschette gegen Klettertiere

Die Möglichkeit, dass Waschbären morgens oder abends beim Sortieren des Hausmülls vor dem eigenen Heim beobachten kann, steigt mit wachsender Population. In Siedlungsbereichen können die Tiere aber nur schwer gejagt werden. Sie lassen sich nur vertreiben, indem man ihnen die Lebensbedingungen verschlechtert, heißt es in einem Infoblatt der Jägerschaft. Die Pelztiere sollte man keinesfalls füttern und auch dafür sorgen, dass sie sich nicht an Mülltonnen zu schaffen machen können. Wer Obst, Vogelnester und Bruthöhlen gegen die Räuber schützen will, kann in etwa einem halben Meter Höhe vom Boden aus gemessen 60 Zentimeter breite Metallmanschetten um Baumstämme anbringen. Stehen Bäume nah an Häusern, ist es hilfreich, die Äste so zu kürzen, dass sie mindestens einen Meter von Fallrohren oder anderen Objekten am Gebäude entfernt sind, an denen die Tiere hochklettern könnten.

Von Susanna Bauch

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