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Stadt Hannover Das müssen die neuen Ordnungshüter können
Aus der Region Stadt Hannover Das müssen die neuen Ordnungshüter können
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07:00 21.07.2017
Von Andreas Schinkel
Der Raschplatz ist einer der Brennpunkte, an denen die Ordnungstruppe eingesetzt werden soll. Quelle: Philipp von Ditfurth
Hannover

Ruhiges, sicheres Auftreten gehöre zu den Anforderungen, die Fähigkeit zur Deeskalation, aber auch Kenntnisse in Selbstverteidigung. Keinesfalls wolle man „Schwarze Sheriffs“ rekrutieren, die martialisch auftreten und mit Schlagstöcken herumfuchteln. „Wir wollen, dass der kommunale Ordnungsdienst ein Erfolg wird“, sagt Gödecke.

Das massive Aufstocken der städtischen Ordnungskräfte, die bisher aus 15 Mitarbeitern bestanden, ist Teil des neuen Sicherheitskonzepts von Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD). Anlass sind die zunehmenden Beschwerden über aggressive Bettlerbanden in der City, über die Trinkerszene auf dem Raschplatz und auf dem Weißekreuzplatz sowie über lärmende Straßenmusikanten. Man müsse die Sorgen der Bevölkerung ernst nehmen, sagte Schostok bei der Vorstellung des Konzepts.

Konfliktträchtige Einsätze

Die neue Ordnungstruppe soll im gesamten Stadtgebiet eingesetzt werden. Die Mitarbeiter patrouillieren sechs Tage in der Woche zwischen 8 und 22 Uhr, bei Bedarf auch an Sonn- und Feiertagen. Die Ordnungshüter erhalten weitreichende Kompetenzen. Sie können Platzverweise erteilen, Bußgeld nehmen, Identitäten feststellen und sogar Kleidung durchsuchen. Sie müssen pöbelnde Trinker zur Ordnung rufen, Bettler, die Passanten bedrängen, zur Räson bringen und unerwünschte Straßenmusiker zum Ortswechsel bewegen. Grundlage sind neue Vorschriften in der Stadtsatzung. Dass das alles nicht ohne Konflikte ablaufen dürfte, liegt auf der Hand.

Der Personalrat fordert daher, dass die Kollegen im Streifendienst gut geschützt sind. „Sie sollten eine geeignete Schutzkleidung tragen“, sagt Personalratschefin Gödecke. Auch hier müsse darauf geachtet werden, dass die Ausstattung verhältnismäßig bleibt und insgesamt kein aggressives Erscheinungsbild abgibt. „Wir wollen keine Waffen“, sagt Gödecke. Schostok hatte bereits angekündigt, dass der Ordnungsdienst in blaue Uniformen gekleidet wird sowie Handys und E-Bikes erhält.

Die bisherigen Ordnungskräfte der Stadt, Servicegruppe Innenstadt und Parkranger, sollen zum großen Teil in der neuen Ordnungstruppe aufgehen. Die Personalvertreter wünschen sich, dass der Wechsel auf freiwilliger Basis erfolgt. Die Stadtverwaltung müsse zudem dafür sorgen, dass die langjährigen Kollegen bei Bedarf geschult werden. „Fortbildungen müssen vom Arbeitgeber übernommen werden“, sagt Gödecke.

Noch hat der Rat dem Ordnungskonzept nicht zugestimmt. Die Parteien haben sich Bedenkzeit erbeten. Lob kommt bereits von den City-Kaufleuten. Sie begrüßen, dass die Stadtverwaltung endlich härter gegen Unruhestifter in der Innenstadt vorgehen will.

Türsteher müssen bereits Prüfung ablegen

Das Sicherheitsgewerbe hat sich bereits vor Jahren mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Niedersachsen auf Kriterien geeinigt, die alle Angestellten beherrschen sollten. Alle Türsteher, die in Hannover tätig sind, müssen seit dem Jahr 2003 eine sogenannte Sachkundeprüfung bei der IHK ablegen. So sieht es die Gewerbeordnung vor. Dabei geht es unter anderem um die Themen Straf-, Verfahrens- und Waffenrecht, Unfallverhütung und Umgang mit Menschen.

Nach einem zweiwöchigen Kurs erfolgt eine zweiteilige Prüfung. Im ersten Teil müssen die Türsteher 72 Fragen schriftlich beantworten, dann erfolgt die mündliche Prüfung. Die Originalbescheinigung über die bestandene Prüfung muss anschließend beim Ordnungsamt vorgelegt werden. Dort wird dann kontrolliert, ob der Türsteher Vorstrafen hat, die gegen seinen Einsatz in einem Club oder einer Discothek sprechen. Die Prüfungen vor der IHK finden sechsmal pro Jahr statt.

tm     

Die Blasen im Asphalt auf der Autobahn 2 werden ab Freitagvormittag beseitigt. „Es haben sich noch mehr aufgetan“, sagt Friedhelm Fischer, Leiter des Geschäftsbereichs Hannover des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Die Arbeiten könnten sich bis Sonnabend hinziehen. Staus sind möglich.

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