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Stadt Hannover Hannover bekommt ein 
eigenes Musical-Haus
Aus der Region Stadt Hannover Hannover bekommt ein 
eigenes Musical-Haus
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20:38 27.01.2017
Von Simon Benne
„Wir sind zum Erfolg verdammt“: Julia Goehrmann und Gerhard Weber wollen Hannover zur Musical-Stadt machen. Quelle: Villegas
Hannover

Sie ist eine erfahrene Schauspielerin, aber das ist Neuland für sie: „Ich muss diese Rolle erst lernen – obwohl mir niemand einen Text dafür gegeben hat“, sagt Julia Goehrmann. Sie meint ihre neue Rolle als Geschäftsführerin. Gemeinsam mit Gerhard Weber als künstlerischem Leiter hat sie jetzt die Musical Factory Hannover gegründet – und will Hannover zur Musical-Stadt mit einem eigenen Musical-Haus machen. „Wir wollen uns dauerhaft in der Stadt etablieren“, sagt der frühere Landesbühnen-Intendant Weber.

Kammer-Musical statt Großevent

An welchem Ort die neue Kulturstätte ihren Platz haben soll, verrieten sie noch nicht. Es gebe noch keine feuerpolizeiliche Veranstaltungsgenehmigung. „Ein eigenes Haus wollen wir jedoch nicht bauen“, sagt Weber. Auch zum ersten Stück hielten sie sich noch bedeckt: „Es wird ein Musical, das in Hannover noch nicht zu sehen war“, sagt Weber – und Julia Goehrmann spiele in der Eröffnungsproduktion mit. Anfang Juli sollen Spielstätte und Titel des Stückes offiziell bekannt gegeben werden.

Alte Bekannte

Für beide Musical-Macher ist es eine Art Heimkehr: Julia Goehrmann ist Tochter des langjährigen Messe-Chefs Klaus Goehrmann. Die 47-Jährige studierte Schauspiel in Hamburg, war in verschiedenen TV-Rollen (unter anderem „Soko Wismar“) zu sehen und stand in Stücken wie 
„A Chorus Line“ und „Cabaret“ auf der Bühne. In Hannover erntete sie 2001 an der Landesbühne im Stück 
„Victor / Victoria“ großen Applaus – unter dem Intendanten Gerhard Weber. Der gebürtige Hannoveraner leitete die Einrichtung, die später im Theater für Niedersachsen (TfN) aufging, von 1998 bis 2004 – „sechs schöne Jahre“, wie er selbst heute sagt. Elf Jahre lang war er anschließend Intendant in Trier. Seine Karriere begann der umtriebige Theatermann in den Siebzigern als Regieassistent von Claus Peymann in Stuttgart. Rund hundert Produktionen hat der 66-Jährige auf die Bühne gebracht. Derzeit ist seine Inszenierung der „Blues Brothers“ am Stadttheater Pforzheim zu sehen. be

Ansonsten seien die Pläne jedoch weit fortgeschritten: „Wir haben schon ein Team aus Musikern und Ausstattern um uns geschart“, sagt Julia Goehrmann. Ein Logo, entwickelt von der Werbeagentur Da Capo, gibt es bereits. „Und das Vorsingen für die Rollen läuft noch bis Februar“, sagt die Schauspielerin. Die ersten 48 Vorstellungen bis Ende November seien schon fest geplant.

Zwei Produktionen pro Jahr

Die Musical Factory will zwei Produktionen pro Jahr präsentieren, die jeweils bis zu acht Wochen am Stück laufen sollen – dazu kommen noch Gastspiele außerhalb sowie Gala-Auftritte beispielsweise bei Firmenfeiern. „Wir reden nicht von Großproduktionen, sondern von Inszenierungen vor etwa 250 Besuchern“, sagt Goehrmann. Sie nennt das „Kammer-Musical“ – und schwärmt vom unmittelbaren Kontakt zwischen Bühne und Publikum. Etwa vier bis sieben Akteure sollen pro Stück auf der Bühne stehen, für jede Produktion würden neue Künstler verpflichtet – und es soll Livemusik geben, nicht nur Klänge aus der Konserve.

„Es gibt im Segment Musical eine Marktlücke in Hannover“, sagte Weber, der die Pläne der Musical Factory jetzt in der Schlossküche präsentierte: „Und das Genre ist generationsübergreifend.“ So seien auch Nachmittagsvorstellungen für Familien geplant. Auf dem Spielplan sollen Stücke wie „Kiss Me Kate“, „Der kleine Horrorladen“ oder „Blues Brothers“ stehen. „Vielleicht gelingt es uns auch mal, eine deutsche Erstaufführung aus London nach Hannover zu holen“, sagt der 66-Jährige.

Sie seien zwar auf der Suche nach Sponsoren, doch mit Finanzspritzen durch das Land, potente Stiftungen oder die Unesco-City of Music Hannover kalkulieren die Musical-Macher nicht. Sie müssten sich schon aus eigener Kraft finanzieren, sagt Weber: „Wir sind zum Erfolg verdammt.“     

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