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Stadt Hannover Braucht Hannover mehr Mut?
Aus der Region Stadt Hannover Braucht Hannover mehr Mut?
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00:35 08.06.2018
Braucht Hannover mehr Mut? Debatte in der Architektenkammer mit (v. lil.) Matthias Herter, Reinhard Spieler, Olaf Bartels, Uwe Bodemann, Robert Marlow Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Alle wollen, dass Hannover trotz des derzeitigen Stadtwachstums bezahlbar und lebenswert bleibt, dabei moderner wird, kreativer, urbaner wie vielleicht Hamburg oder Berlin. Aber zugleich werden die Orte, an denen sich eine eigene Kulturszene entwickelt hat, bei der Planung neuer Quartiere wegrasiert, wie etwas das Chéz Heinz im Fössebad, das Neubauplänen weichen soll. Wie das zusammenpasse, fragte Besucher Uwe Stade von der Bürgerinitiative Wasserstadt bei einer Diskussion von Architektenkammer und Wohnungswirtschaft und traf damit eigentlich den Kern der Veranstaltung. Beantwortet wurde die Frage trotzdem nicht.

Es braucht mehr Mut zum Experiment

Wie man Neubaugebiete so entwickelt, dass sich die Bewohner damit identifizieren und gerne darin leben – die Frage treibt Planer seit Jahrzehnten um. Standardantworten gebe es nicht, da war sich die Runde schnell einig, die aus Stadtbaurat Uwe Bodemann, Architektenkammerpräsident Robert Marlow, Meravis-Wohnbauchef Matthias Herter und Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel-Museums, bestand. Spieler forderte, dass Hannover markanter werden müsse, etwa so wie das „Brikett“ am Maschsee, dem Erweiterungsbau seines Museums, der zwar unaufgeregt, aber trotzdem prägnant ein neuer Blickfang am Maschsee sei. Es brauche mehr Mut zum Experiment. „Hannover hat viel Luft nach oben. Hier ist man immer nur Messestadt, mit Schützenfest und Maschseefest. Es fehlt der schwittersche Geist von Anarchie – kein Wunder, dass die Kunstakademie nach Braunschweig abgewandert ist“, stichelte Spieler. Die Generation der Über-50-Jährigen verharre zu häufig auf dem Status quo, in der Sorge, dass es unruhig werde.

Oliver Kuklinski vom Bürgerbüro Stadtentwicklung widersprach. Längst gebe es kreative Projekte wie den Hafven in der Nordstadt, den Transformationsraum in Hainholz oder das Platz-Projekt in Linden. Diese seien nur nicht auf dem Radar derer, die die klassischen Stadtentwicklungsdebatten führten. Eine Steilvorlage für Stadtbaurat Bodemann, der sich für eine stärkere kooperative Stadtentwicklung aussprach. Er hob als Beispiel die in wenigen Tagen beginnende Bürgerbeteiligung am Steintorplatz hervor, mit einem Doppeldeckerbus des Platz-Projekts: „Wir gehen dahin, wo die Leute sind, die sonst nicht zu Bürgerbeteiligungen kommen.“

Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung lebt gerne in Hannover

Grundbedingung einer guten Stadtentwicklung müsse aber sein, dass sich weiterhin alle Menschen das Wohnen in der Stadt leisten könnten, sagte Bodemann: „Auch die Putzfrau und die Friseurin – die können das in München gar nicht mehr bezahlen“. Die Qualität von Hannovers durchmischter Stadtgesellschaft müsse erhalten bleiben. Dass Umfragen zufolge mehr als 90 Prozent der Bevölkerung sehr gerne in Hannover lebten, sei ein Qualitätsmerkmal, das auch ein wichtiger Baustein für die Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt sein müsse. „Wir sind eine Stadt, in der der Ausgleich funktioniert – das ist ein Thema, das wir nach Europa tragen sollten.“

Und: Soll nun für die Kulturhauptstadt auch ein neues Kulturhaus gebaut werden? Architektenkammerpräsident Marlow brach erneut eine Lanze für das Projekt von Oberbürgermeister Stefan Schostok, am grünen Ufer der Innenstadt-Leine ein Kulturhaus zu errichten. „Aber nicht als elitärer Konzertsaal, sondern als ,Mediathek des 21. Jahrhunderts´ mit Büchern und W-Lan, mit einem Konzertsaal, aber auch mit Proberäumen für Jugendliche und vielleicht einem Kulturcafé.“ Natürlich lebe eine Kulturhauptstadtbewerbung vor allem von den lebendige Projekten der Stadtbewohner – aber irgendein physisches Element, das von der Kulturhauptstadt auch langfristig bleibe, sei wertvoll für die Stadt – damit die Kreativität sichtbar bleibt.

Von Conrad von Meding

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