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Stadt Hannover Hannover hinkt bei e-Mobilität hinterher
Aus der Region Stadt Hannover Hannover hinkt bei e-Mobilität hinterher
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00:15 21.05.2017
Von Conrad von Meding
Quelle: Meding
Hannover

In Hamburg sind gut zwölf von 10.000 zugelassenen Autos elektrisch unterwegs. Im sonnenverwöhnten Freiburg sind es schon mehr als 14, und Stuttgart zählt, dank vieler Förderprojekte und Unterstützung von Mercedes, sogar rechnerisch 27,3 von 10.000 e-Pkw. In Hannover-Stadt dagegen liegt die Zahl aktuell bei 5,3 e-Autos – wenn man auch Lieferwagen hinzurechnet, dann wären es immerhin 7,99 Fahrzeuge pro 10.000 Einwohner.

Alternative zum Sprit-Auto?

Obwohl immer mehr Autofahrer wegen Luftverschmutzung, Diesel-Affäre und drohender Fahrverbote über einen Umstieg nachdenken, geht der Ausbau der Elektromobilität nur zäh voran. Jetzt hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel vom Ziel verabschiedet, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straßen zu bringen. „So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen“, hat sie laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ an diesem Montag während eines Fraktionskongresses in Berlin gesagt. Schon im Januar hatte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel Zweifel geäußert: „Wenn wir nicht noch die Fahrräder dazuzählen, werden wir nicht mal auf die Hälfte kommen. Ich rate zu ein bisschen mehr Realismus.“

e-Mobilität muss man lernen

Auch die bisherigen Erfahrungen im bislang größten deutschen e-Auto-Alltagstest, den die Madsack Mediengruppe derzeit an zehn Standorten bundesweit von privaten Testern absolvieren lässt, zeigt deutlich die Schwächen der e-Mobilität. Die Ladekapazität der Fahrzeuge, die derzeit am Markt erhältlich sind, ist zwar für den Stadtverkehr bestens geeignet – für Langstrecken benötigt aber ein weiteres Fahrzeug, wer nicht häufiges Zwischenladen in Kauf nehmen will. Wobei der Test auch zeigt: e-Mobilität muss man lernen. Die Tester gewöhnen sich seit Tagen daran, Routen zu planen und vorausschauend zu fahren, keine Schnellstarts zu absolvieren (was an Ampeln mit Elektroantrieb Spaß macht) und die Energiereserven des Wagens auszuschöpfen. e-Enthusiasten erinnern gerne: Als Verbrennungsmotoren eingeführt wurden, musste man sich den Sprit aus Apotheken holen und stets genug Reservekanister mit sich herumführen. Diese Innovation mit Erschwerniszulage wiederholt sich derzeit bei der Einführung der e-Mobilität – und immerhin werden von Jahr zu Jahr die Reichweiten größer.

Kapazität wird immer besser

Mit sehr vorsichtigem Fahren schaffen unsere Tester es, den neuen e-Golf auf knapp über 200 Kilometer Distanz zu bringen, ohne nachzuladen. Wer aber so in den Urlaub nach Südfrankreich fahren will, muss deutlich häufiger und deutlich längere Pausen einplanen. Schon ein Besuch bei Freunden in Süddeutschland wird so zur Tortur, wenn Kinder mitfahren.

Die Ladekapazität der Autos ist der eine Schwachpunkt, die Lade­infrastruktur der andere. Noch immer gibt es viel zu wenig Ladestationen im öffentlichen Raum. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat im März ein 300 Millionen Euro schweres „Bundesprogramm Ladeinfrastruktur“ aufgelegt, mit dem 15 000 zusätzliche Ladesäulen finanziert werden sollen. Dabei geht es vor allem auch um die teuren Schnellladesäulen, die an Autobahnen und Bundesstraßen installiert werden sollen. Aber auch die Region und einige Regionskommunen wollen von dem Kuchen etwas abhaben. In Kooperation mit der Stadt haben die Stadtwerke für vier Standorte Zuschüsse für Ladesäulen beantragt, man hofft ab Juli auf den Förderbescheid. Die Zahl der Säulen im Stadtgebiet würde sich dann auf 45 erhöhen.

Zusätzlich haben die Kommunen Burgwedel und Gehrden Fördergeld beantragt, und die Region hat einen Antrag für ein 100 000-Euro-Programm aufgesetzt, mit dem sowohl die Ladeinfrastruktur verbessert werden soll, wie auch öffentliche Fuhrparks umgestellt und Öffentlichkeitsarbeit für e-angetriebene Fahrzeuge betrieben werden sollen.    

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