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Stadt Hannover Hannover im Großstadtvergleich: Viele Pendler, wenige Sportler
Aus der Region Stadt Hannover Hannover im Großstadtvergleich: Viele Pendler, wenige Sportler
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00:46 09.06.2018
Hannover Luftbild Hannover im Abendlicht, Sonnenuntergang über Hannover mit Deister im Hintergrund. (Foto/Michael Thomas) Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Hannovers Bevölkerungswachstum hat sich im vergangenen Jahr verlangsamt: Im Fünfjahreszeitraum sind insgesamt 23.400 Neubürger hinzugekommen (plus 4,6 Prozent), im vergangenen Jahr waren es allerdings nur 700 davon. Im Vergleich unter den 15 größten deutschen Städten weist Hannover damit ein weiterhin relativ langsames Wachstum auf – was wahrscheinlich auch an der immer noch sehr geringen Bautätigkeit liegt. 2015 wurden zwar 1232 Wohnungen fertiggestellt, 2016 aber waren es nur 867, trotz der beschlossenen Bauoffensive von Stadt und Wohnungsbranche, die erst langsam in Gang kommt. Damit ist Hannover fast Schlusslicht im Großstädtevergleich. Und wer keine Wohnung findet, muss ins Umland ausweichen.

Die Zahlen stammen aus dem neuesten Lagebericht zur Stadtentwicklung, den die Verwaltung am Mittwoch vorgestellt hat und der die Entwicklung Hannovers von 2012 bis 2017 im Vergleich zu den anderen 14 Großstädten untersucht. Die Stadt sieht ihren positiven Trend bestätigt. Tatsächlich punktet Hannover vor allem beim sogenannten Erschwinglichkeitsindex, mit dem das verfügbare Einkommen der Stadtbevölkerung ins Verhältnis zu Immobilienpreisen gesetzt wird. Demnach ist Bremen die „erschwinglichste“ Großstadt, Hannover folgt an zweiter Stelle. Teuerste Stadt ist wie immer München.

Durchschnittsmieten haben sich stabilisiert

Die Durchschnittsmieten in Hannover haben sich dem Bericht zufolge bei etwa 8 Euro pro Quadratmeter stabilisiert, allerdings sind sie vor allem in Altbauwohnungen seit 2011 um 33 Prozent gestiegen. Bei Neubauten liegt der Schnitt mit 10 Euro pro Quadratmeter leicht unter dem Großstädteschnitt. Die ortsübliche Vergleichsmiete liegt im Stadtdurchschnitt derzeit bei 6,30 Euro und damit auf Platz elf der 15 Großstädte. Auch Eigentumsimmobilien gelten in Hannover weiter als preiswert.

Zugelegt haben, wahrscheinlich auch durch die Situation am Wohnungsmarkt, die Pendlerzahlen. Nach Hannover fahren werktäglich 175.000 Arbeitnehmer, wohingegen nur 60.400 Arbeitnehmer die Stadt auf dem Weg zum Job verlassen. Setzt man das Pendlersaldo (plus 115.600 Einpendler) ins Verhältnis zu den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, landet Hannover im Großstädtevergleich auf dem vierten Platz: Größer ist der Einpendlerüberschuss nur in Frankfurt, Düsseldorf und Stuttgart.

Mehr Beschäftigte, weniger Arbeitslose

Bei zuletzt 318.900 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Hannover (plus 9,9 Prozent im Fünfjahresvergleich) ist die Arbeitslosenquote von 10,1 auf 8,6 Prozent gesunken, die Landeshauptstadt liegt damit ziemlich präzise im Schnitt der Großstädte. Am größten ist die Arbeitslosigkeit in Duisburg (12,4 Prozent), am geringsten in München (4,1 Prozent). Der durchschnittliche Erwerbstätige erwirtschaftet in Hannover 57.100 Euro Bruttoinlandsprodukt, auch das ist Mittelwert der Großstädte, wobei hier die Bankenstadt Frankfurt die Skala mit 92.200 Euro anführt. Schlusslicht ist wieder Duisburg mit 34.200 Euro.

„Großstadt im Grünen“ – wirklich?

Flächenmäßig ist Hannover unter den Großstädten die zweitkleinste Stadt (204 Quadratkilometer) vor Nürnberg (186) und damit nicht einmal ein Viertel so groß wie Berlin (891). Die Einwohnerdichte liegt mit 2610 Einwohnern pro Quadratkilometer trotzdem im guten Mittelfeld der Großstädte. Zum Vergleich: Am engsten ist es in München mit 4710 Einwohnern pro Quadratkilometer. Auffällig ist, dass nur in Nürnberg und Frankfurt der Anteil der für Verkehr genutzten Flächen im Stadtgebiet größer ist als in Hannover, dagegen Grünflächen in zahlreichen Städten einen größeren Anteil ausmachen – das lässt am hannoverschen Selbstbild der „Großstadt im Grünen“ zweifeln.

Der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund (auch deutsche Spätaussiedler) liegt in Hannover mit 32,9 Prozent nur leicht über dem Großstadt-Durchschnittswert von 31,7 Prozent. Bei einem anderen Merkmal aber ist Hannover fast Schlusslicht: Dem Anteil von Mitgliedern in Sportvereinen je 1000 Einwohnern. In Hannover sind es 213, vor Dresden (190) und Berlin (154), in München dagegen sind es 379.

Von Conrad von Meding

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