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Stadt Hannover Die Stadt hat richtig gute Noten
Aus der Region Stadt Hannover Die Stadt hat richtig gute Noten
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00:21 03.12.2014
Für die Auszeichnung Unesco City of Music greift Oberbürgermeister Stefan Schostok gern zur Gitarre. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Wie das zuständige Komitee der Bildungseinrichtung der Vereinten Nationen in Paris verkündete, darf künftig auch Mannheim diesen Titel führen. Heidelberg wurde als Stadt der Literatur in das Unesco-Netzwerk der Creative Citys aufgenommen.

Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova nahm in Paris insgesamt 28 Städte aus 19 Ländern ins Netzwerk „Creative Cities“ auf. Unter anderem wurde Turin als Stadt des Designs und das koreanische Busan als Stadt des Films geehrt.

Hannover ist damit eine von insgesamt vier deutschen Städten, die bislang Aufnahme in diesen exklusiven Kulturklub gefunden haben. Berlin war schon 2005 als Design-Stadt ausgezeichnet worden. Bewerbungen von Weimar und Essen sind in diesem Jahr gescheitert.

Die Auszeichnung ist nicht dotiert; Geld von der Unesco bekommt Hannover nicht. Doch der Titel soll helfen, Kontakte zu knüpfen: „Das Netzwerk der Creative Citys macht das kreative Potenzial ausgewählter Städte international bekannt und bringt diese miteinander in Verbindung“, sagt Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission: „Das kann die Entwicklung lokaler Initiativen erheblich fördern.“

Zahlreiche Künstler gratulierten der Stadt am Montag und werteten den Titel als Zeichen der Anerkennung für Hannovers bunte Musikszene. Viele Musiker, darunter Bands wie Fury in the Slaughterhouse oder die Weltklasseklarinettistin Sharon Kam, hatten Hannovers Bewerbung unterstützt. „Das vielfältige Angebot aller Genres von Pop bis Klassik hat den Ausschlag gegeben“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok: „Zudem gibt es in unserer Stadt überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze in der Musikwirtschaft.“

Hannovers Musikszene ist begeistert

Als City of Music firmierten bisher bereits Sevilla, Bologna, Brazzaville, Bogota, Gent und Glasgow. Neben Hannover und Mannheim ist jetzt auch das japanische Hamamatsu dazugekommen: Die Stadt ist für ihren Klavierwettbewerb berühmt. Außerdem sitzen dort die Instrumentenbauer Yamaha und Kawai. Insgesamt nahm Unesco-Generaldirektorin Irina Bokova gestern 28 Städte aus 19 Ländern ins Netzwerk der Creative Citys auf. Unter anderem wurden Turin als Stadt des Designs und das koreanische Busan als Stadt des Films geehrt.

Unisono priesen niedersächsische Politiker die Entscheidung, Hannover den Titel zuzuerkennen: „Die Stadt hat ein riesiges musikalisches Angebot und eine Musikhochschule der Spitzenklasse“, sagte Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). „In Hannover sind Tempo, Rhythmus und Groove zu Hause. Schön, dass die Unesco das bestätigt“, erklärte Ministerpräsident Stephan Weil.

Auch Wolfgang Besemer von Hannover Concerts zeigte sich erfreut: „Jetzt kommt es drauf an, das wir aus dem Titel auch etwas machen“, sagt der Konzertveranstalter. Er hatte sich in der Steuerungsgruppe engagiert, in der unter anderem Vertreter von Stadt und Musikhochschule die Bewerbung um den Titel koordiniert hatten: „In den nächsten Sitzungen werden wir besprechen, welche Aktivitäten wir nun ins Auge fassen“, sagt Besemer.

Zahlreiche Künstler hatten die Bewerbung Hannovers unterstützt – darunter Klassikstars wie der Bariton Thomas Quasthoff oder Klarinettistin Sharon Kam, Bands wie die Scorpions oder Fury in the Slaughterhouse oder Dirigent Ingo Metzmacher. Auch Liedermacher Heinz Rudolf Kunze hatte sich für den Titel stark gemacht: „Dass Hannover diesen jetzt bekommen hat, ist nicht unverdient, wenn man sich die Entwicklung der Musikszene in den vergangenen 30 Jahre anschaut“, sagt er jetzt. Die Auszeichnung sei ein weiterer Schritt, mit dem die Stadt ihr Graue-Maus-Image hinter sich lasse, sagt Kunze: „Es ist sehr beruhigend, dass auch einmal etwas klappt.“

Für die Stadt liegt in dem Titel auch eine Selbstverpflichtung: Sie muss nun Projekte unterstützen, die Hannovers Musikszene voranbringen: „Wir werden dazu Anfang des Jahres Gespräche führen“, sagt Kulturdezernentin Marlis Drevermann (SPD). Unter anderem soll es künftig im Zweijahresrhythmus Musikmessen und Kongresse geben, bei denen sich Akteure aus den City-of-Music-Städten austauschen.

 

Das Unesco-Netzwerk der Kreativen Städte

„Wir sind Weltliga!“

Was dieser Titel überhaupt bringt? Marlis Drevermann schaut für einen Moment, als wollte sie sagen: „Das hat bei der Fußball-WM doch auch nie einer gefragt.“ Dann beginnt Hannovers Kulturdezernentin eine Aufzählung mit den Fingern: „Der Titel ist eine große Werbeplattform für die Kultur der Stadt, wir werden intensiven Austausch mit anderen City-of-Music-Städten haben, Künstler aus Hannover werden im Ausland als Imageträger unserer Stadt unterwegs sein“, sagt sie. „Wir spielen als Musikstadt jetzt in der Weltliga“, schickt sie stolz hinterher: „Das ist doch ein Pfund, mit dem man wuchern kann.“

Die Stadt hat zu einer improvisierten kleinen Feier in die Halle des Neuen Rathauses geladen. Eine Blechbläserklasse der Schillerschule spielt Charpentiers Eurovisions-Hymne, und die Home Singers um Terry-Hoax-Sänger Oliver Perau intonieren noch einmal „Welcome Home“ – den Song, mit dem hannoversche Musiker die Bewerbung ihrer Stadt um den Unesco-Titel unterstützt hatten. „Wir haben es geschafft“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok in der Rathaushalle, und klingt fast pathetisch dabei.

Die Unesco hat Hannover den Titel zuerkannt – als diese Nachricht gestern die Runde machte, reagierten viele Akteure der Musikszene begeistert: „Für Hannover ist der Titel eine enorme Aufwertung“, sagt Gudrun Schröfel, Leiterin des renommierten Mädchenchors. Weltweit würde der Titel in der Branche wahrgenommen: „Das ist für die Imagepflege sehr hilfreich.“

Zahlreiche Künstler hatten die Bewerbung Hannovers unterstützt – darunter Klassikstars wie der Bariton Thomas Quasthoff oder Bands wie die Scorpions. Auch Liedermacher Heinz Rudolf Kunze hatte sich für den Titel starkgemacht: „Dass Hannover diesen jetzt bekommen hat, ist verdient, wenn man sich die Entwicklung der Musikszene in den vergangenen 30 Jahren anschaut“, sagt er. „Es ist sehr beruhigend, dass auch einmal etwas klappt."

Auch der weltbekannte Dirigent Ingo Metzmacher gratulierte seiner Heimatstadt: „Das ist eine wunderbare Auszeichnung.“ Er wünsche Hannover, dass der Titel ein Ansporn sei, künftig noch mehr in die Musik zu investieren. Ebenso erfreut zeigte sich Wolfgang Besemer von Hannover Concerts: „Jetzt kommt es drauf an, das wir aus dem Titel auch etwas machen“, sagt der Konzertveranstalter.

Da hat er wohl recht: Denn wie man einen solchen Titel konkret nutzt, blieb gestern oft noch unbestimmt und vage. Bei der Feier im Rathaus war viel von „Netzwerken“ die Rede, vom „Image-
gewinn“, von „weichen Faktoren“.
Immerhin skizzierte Schostok drei Ansätze: Erstens sollen in Hannover künftig Musikwirtschaft, Wissenschaft und Kunstszene stärker zusammenarbeiten – so könnten beispielsweise Brückenschläge zwischen Hörtechnologie und Künstlern intensiviert werden. Zweitens soll die international renommierte Kongressstadt Hannover künftig alle zwei Jahre im Rahmen einer Biennale einen City-of-Music-Kongress ausrichten, bei dem sich Akteure der Unesco-Städte austauschen. Und drittens soll es im Wechsel mit den Kongressen alle zwei Jahre Musikmessen geben – auch ein touristisches Rahmenprogramm für Besucher sei bereits angedacht. Der Oberbürgermeister verweist darauf, dass nach einer unlängst vorgestellten Studie die Zahl der Arbeitsplätze in Hannovers Kreativwirtschaft in den vergangenen fünf Jahren stetig gewachsen sei: „Musik kann sich auch in klingender Münze auszahlen.“

Auch Jann Bruns, Vizepräsident der Musikhochschule, ist überzeugt, dass der Standort Hannover aus dem Titel im Doppelsinne Kapital schlagen kann: So könnten Musikprojekte aus Hannover künftig leichter Sponsoren finden: „Geldgeber investieren gern in Netzwerke – wenn wir künftig mit anderen City-of-Music-Städten kooperieren, sind wir da klar im Vorteil.“ Auch für seine Musikhochschule selbst sei der Titel ein Segen: „Wir stehen ständig in Konkurrenz mit anderen internationalen Einrichtungen um die besten Musiker der Welt“, sagt er. Bislang hätten sich exzellente junge Künstler oft dafür entschieden, nach Berlin oder Köln zu gehen, weil diese Städte im Ausland bekannter waren: „Der Titel macht es jetzt leichter, für uns zu werben“, sagt er. „Und von den brillanten Musikern, die er anzieht, profitiert dann die ganze Stadt.“

Die Initiatoren der Bewerbung – eine Gruppe, an der Vertreter von Stadt und Musikhochschule ebenso beteiligt waren wie diverse Musiker – werden nun dafür sorgen müssen, dass Hannover dem Titel gerecht wird. „Wir stehen heute im Zieleinlauf – und müssen zugleich durchstarten“, sagt Schostok. Kulturdezernentin Drevermann zumindest ist optimistisch: „Wir haben uns als das beworben, was wir sind“, sagt sie. „Und wir sind nun einmal eine Stadt der Musik.“

Von Simon Benne

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