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Wird Hannoveranerin erste Deutsche im All?

Raumstation ISS Wird Hannoveranerin erste Deutsche im All?

Wird die erste deutsche Astronautin aus Hannover kommen? Unmöglich ist das nicht. Eine Nachwuchswissenschaftlerin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat sich für den Flug zur internationalen Raumstation ISS beworben – und gehört zur engeren Auswahl.

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In der engeren Auswahl für die ISS-Mission: Daphne DeTemple.

Quelle: Julianna Socher

Hannover. Elf deutsche Männer waren schon im All, aber noch nie eine Frau. Die private Initiative „Die Astronautin“ will das ändern. Auf die Ausschreibung Anfang 2016 meldeten sich 408 hoch qualifizierte Frauen – Ingenieurinnen, oft aus der Luft- und Raumfahrt, Wissenschaftlerinnen, Ärztinnen, Pilotinnen.

Mit ihren 25 Jahren ist Daphne DeTemple die jüngste Bewerberin für den Trip ins All. Und eigentlich hat die junge Frau aktuell als Doktorandin im Transplantationslabor der MHH alle Hände voll zu tun, denn sie steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion. Dennoch hat Daphne DeTemple seit Frühjahr 2016 erfolgreich verschiedene Tests für das Raumfahrtprojekt durchlaufen. Diesen Monat starten die medizinischen Untersuchungen in Köln. Vorher liefen bereits psychologische Tests. Mit Wissen und kognitiven Fähigkeiten, Persönlichkeit und Gesundheit müssen die Bewerberinnen punkten.

Seit eine Braunschweigerin, die am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt an Hubschraubern forscht, ausschied, ist DeTemple als einzige Kandidatin aus Niedersachsen noch im Rennen. Bis März will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Kreis der Anwärterinnen auf maximal zehn verkleinern, von denen eine Jury dann zwei auswählt. Beide Kandidatinnen werden von diesem Jahr an ausgebildet und auf die ISS-Mission vorbereitet. Spätestens 2020 soll die Astronautin zehn Tage auf der ISS verbringen und medizinische Experimente durchführen. Wenig erforscht sind bisher die Auswirkungen von Schwerelosigkeit auf Hormonhaushalt und Sehvermögen von Frauen.

Hinter der Initiative „Die Astronautin“ steckt Claudia Kessler, selbst diplomierte Ingenieurin für Luft- und Raumfahrt. Die Geschäftsführerin des privaten Personaldienstleisters für Luft- und Raumfahrt ist noch in Verhandlungen mit Sponsoren für den Trip zur ISS. Denn die erste deutsche Astronautin wird, sollte alles klappen, als „Touristin“ ins All reisen.

Der Andrang der Bewerberinnen zeigt allerdings, dass die Zeit überreif ist: Bei der jüngsten offiziellen Esa-Ausschreibung im Jahr 2008 hatten sich noch 310 Frauen aus Deutschland beworben. Jetzt waren es rund 100 mehr.
Und Vorbilder sind sie offenbar jetzt schon: Selbst für die Bewerberinnen, die das All nur von der Erde aus kennen, gehen bereits Einladungen von Schulklassen ein.

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