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Stadt Hannover Hannovers Autofahrer stehen 36 Stunden im Stau
Aus der Region Stadt Hannover Hannovers Autofahrer stehen 36 Stunden im Stau
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00:15 24.02.2017
Von Conrad von Meding
Viel Verkehr: Auch am SonntG quälten sich viele Autofahrer durch Stau und stockenden Verkehr - wie hier am Aegi. Foto: Franson Quelle: Samantha Franson
Hannover

Hannoversche Autofahrer haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 36 Stunden im Stau gestanden - das sind 20 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt von 30 Stunden. Das geht aus Daten des Verkehrsdienstleisters Inrix hervor, die am Dienstag für 1000 Städte weltweit veröffentlicht werden sollen.

Der ADAC mahnt, dass die Verkehrssteuerung besser werden müsse. Vorrangschaltung für Busse und Bahnen sei zwar sinnvoll, „aber es kann ja nicht sein, dass die Ampeln für einen Bus schon auf Grün schalten, wenn er noch an der Haltestelle steht“, sagt Sprecherin Christine Rettig. Auch müsse darüber nachgedacht werden, wenigstens zu Stoßzeiten grüne Welle auf Einfallstraßen zu ermöglichen. Schließlich gehe es nicht nur um die Wartezeit der Autofahrer, sondern auch um Umweltverschmutzung und Lärm.

1758 Euro Kosten pro Fahrer

Inrix wertet seit Jahren Daten aus, die von modernen Autos mit Sim-Karten, von Navigations-Apps mit Rückkanal und zum Teil auch von Verkehrserfassungssystemen geliefert werden. Aus diesen Daten werden täglich Stauvorhersagen etwa für Verkehrswarnungen und Handy-Apps generiert. Nach Firmenangaben liefern weltweit etwa 300 Millionen Kraftfahrzeuge die Daten, darunter auch Lkw- und Taxiflotten. Wie gut die Datenbasis für Hannover ist, dazu gibt es aber keine Angaben. Staumeister ist aktuell München mit 49 Stunden. Hannover steht an neunter Stelle von 62 deutschen Städten, europaweit auf Platz 23.

Nach Berechnungen von Inrix hat jeder Autofahrer in Hannover durchschnittlich Mehrkosten von 1758 Euro durch Staus zu schultern gehabt. In die Summe fließen laut Inrix-Manager Holger Hochgürtel außer reinen Fahrzeug- und Spritkosten auch Kosten für vergeudete Zeit und anteilig für Folgekosten der Emissionsschäden mit ein. Im Vorjahr waren für Hannover 35 Staustunden ermittelt worden - die Angaben sind aber nicht vergleichbar, weil die Datenbasis geändert wurde: Neuerdings werden nur noch Stoßzeiten erfasst, und der Raum Hannover wurde enger definiert. Es geht um das Stadtgebiet und direkte Randlagen, etwa das Autobahnkreuz und Bundesstraßen im Umland.

Bei der Verkehrsmanagementzentrale (VMZ) kann der stellvertretende Betriebsleiter Thomas Seidel die Inrix-Daten nicht bestätigen, weil sie so nicht erfasst würden. Richtig sei aber die Tendenz: Landesweit habe sich die Stauzeit von insgesamt 4576 auf 4958 Stunden erhöht. Allerdings messe man nur Staus über 30 Minuten und auch nicht innerstädtischen Verkehr. Bei Inrix hingegen zählt jede Wartezeit, „sobald man weniger als 65 Prozent der erlaubten Geschwindigkeit fahren kann“, sagt Hochgürtel. Bei erlaubtem Tempo 50 wären das also 32,5 Kilometer pro Stunde.

Rathaus: „Pauschal und falsch“

Die Stadt weist darauf hin, dass Hannovers Verkehrslage vor allem durch überregionale Straßen bestimmt wird - lange Staus gibt es insbesondere auf den Autobahnen und Bundesstraßen. Daher sei die Darstellung der Studie „pauschal, unvollständig und falsch“. Laut einer Inrix-Studie von 2016 entfielen 37 Prozent der Staukosten auf zwei störungsanfällige Abschnitte der A 2. Im Stadtgebiet arbeite man seit Jahren an der Verbesserung des Verkehrsflusses, vor allem auf Hauptverkehrsstraßen. Mithilfe des neu angeschafften Verkehrsrechners würden schrittweise Systeme zur Verkehrserfassung und -steuerung eingesetzt, „um frühzeitig Staubildungen zu vermeiden“.

Deutsche Städte im Vergleich

Platzierung

Stadt

Staustunden

1.

München

49

2.

Heilbronn

46

3.

Köln

46

4.

Stuttgart

46

5.

Hamburg

41

6.

Berlin

40

7.

Frankfurt

39

8.

Ruhrgebiet

36

9.

Hannover

36

10.

Düsseldorf

34

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