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Stadt Hannover Hannovers Notaufnahmen sind voll
Aus der Region Stadt Hannover Hannovers Notaufnahmen sind voll
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00:30 12.12.2014
Von Mathias Klein
Die Notaufnahme in der MHH: Alle neurologischen Stationen in Hannover sind derzeit belegt. Quelle: Jan Philipp Eberstein (Archiv)
Hannover

In dem Schreiben, das der HAZ vorliegt, appelliert die Rettungsleitstelle an die Krankenhäuser, „dringlichst entsprechende Versorgungskapazitäten bereitzustellen“.

Außerdem zitiert die Leitstelle Paragraph 13 des Krankenhausgesetzes. Darin heißt es, dass die Krankenhäuser, die sich zur Notfallversorgung verpflichtet haben, die Notfallversorgung von lebensbedrohlich Verletzten und Erkrankten sicherstellen müssen. Mit dem Schreiben werde klargestellt, dass die Rettungswagen mit Notfällen trotzdem die Notaufnahmen anfahren, sagt Feuerwehrsprecher Jan Feichtenschlager.

Die Kliniken bestätigen die Schwierigkeiten. Natürlich würden Notfallpatienten trotz der Probleme weiterhin behandelt, heißt es übereinstimmend. Anders sehe es derzeit allerdings aus, wenn Patienten mit Rückenschmerzen kämen. „Die Patienten werden nach der Notversorgung dann zunächst in anderen Bereichen aufgenommen und dort mitversorgt“, sagt Achim Balkhoff von den Diakonischen Diensten Hannover. Nach Angaben des Unternehmenssprechers gebe es die Probleme mehrmals im Jahr. Zwar hätten die Henriettenstiftung und das Friederikenstift jeweils rund 50 Patientenbetten in ihren Neurologien. Diese seien aber wegen der demografischen Entwicklung meist voll belegt.

Nach Ansicht des Chefarztes der Neurologie im Nordstadtkrankenhaus, Prof. Andreas Schwartz, wird sich die Situation in wenigen Tagen entspannen. Im Moment gebe es in seinem Haus aber zahlreiche Patienten, die für länger geplante Untersuchungen in der Klinik seien. „Die wollen das bis Weihnachten erledigt haben“, berichtet Schwartz. In der Neurologie des Nordstadtkrankenhauses gibt es 75 Betten.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) verfügt über rund 80 Betten. Auch dort kann nach Angaben von Sprecher Stefan Zorn jederzeit eine Computertomographie angefertigt werden, um bei der Diagnostik eines Schlaganfalls eine Gehirnblutung auszuschließen.

Das Schreiben der Rettungsleitstelle dokumentiere, „wie desaströs es um die Notfallversorgung in der Region Hannover bestellt ist“, sagt der Vorsitzende der CDU-Regionsfraktion, Bernward Schlossarek. „Gerade bei Schlaganfällen ist diese Situation nicht mehr hinnehmbar, weil es um Menschenleben geht“, betont er.

Bereits vor rund eineinhalb Monaten waren erhebliche Probleme mit der Notfallversorgung in Hannover bekannt geworden. Damals hatten Sanitäter berichtet, dass Krankenhäuser mit Notaufnahmen die Fahrer von Rettungswagen immer häufiger abweisen.

Wie oft sich Notaufnahmen komplett oder stationsweise bei der Rettungsleitstelle abmelden, ist unklar. Darüber werde keine Statistik geführt, heißt es in der Leitstelle. In der Rettungsleitstelle werde derzeit aber über Lösungen nachgedacht, berichtet Feuerwehrsprecher Jan Feichtenschlager. Daher gebe es derzeit unter anderem Gespräche mit dem Landessozialministerium und der Krankenhausgesellschaft.     

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Die Versorgung von Notfällen stellt Kliniken und Rettungskräfte vor wachsende Probleme. Sanitäter berichten immer häufiger davon, dass Krankenhäuser die Besatzungen von Rettungswagen abweisen, indem sie sich wegen Überlastung bei der Rettungsleitstelle der Region abmelden.

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