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Stadt Hannover Hat Hannover zu wenig Kinderärzte?
Aus der Region Stadt Hannover Hat Hannover zu wenig Kinderärzte?
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19:45 26.07.2017
Von Andreas Schinkel
Kinderärztin Claudia Dornow nimmt in ihrer Praxis in der Lindener Falkenstraße nur noch Kinder aus dem Viertel auf. Foto: Schaarschmidt Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Mehrmals täglich bekomme sie Anrufe, ob sie und ihre Kollegen in der Gemeinschaftspraxis noch Patienten aufnähmen. „Inzwischen haben wir einen Annahmestopp verhängt und beschränken uns auf Kinder aus dem Viertel“, sagt Dornow. Akute Fälle werde man zwar nicht abweisen. „Aber die Familien sind verzweifelt“, sagt die Ärztin.

Den Engpass bestätigen viele Eltern, die sich derzeit auf die Suche nach einen Kinderarzt machen. „Unser Sohn ist etwas zu früh geboren, und wir benötigten schneller als erwartet einen Termin für die ersten Untersuchungen“, erzählt etwa Katharina Schories aus der List. Doch auf Nachfrage bei einer Praxis im Viertel wurde ihr gesagt, alles sei voll sei, die meisten Eltern meldeten sich drei Monate im voraus. Da sei sie etwas nervös geworden, berichtet die junge Mutter, schließlich benötigte sie das Rezept für ein Vitamin-D-Präparat, das dem Säugling am siebten Tag nach der Geburt verabreicht werden sollte. Am Ende stellte ihr Hausarzt das Rezept aus.

In Hannover wie auch in ganz Deutschland ist in Quoten streng geregelt, wie viele Kassenärzte sich niederlassen dürfen. 37 Vertragsärzte sind in Hannover zugelassen, hinzu kommen fünf angestellte Ärzte. Sie betreuen exakt 81.643 Patienten unter 18 Jahren.

Die Engpässe, von denen Eltern und Ärzte berichten, sind auch der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) zu Ohren gekommen. „Wir finden gerade mithilfe einer Umfrage heraus, wie die Versorgung wirklich aussieht“, sagt Nicole Löhr von der KVN. Man habe Kinderärzte angeschrieben und um ihre Erfahrungen gebeten. Im September sollen erste Ergebnisse vorliegen.

Dass es in Hannover immer mehr Kinder gibt, ist kein Geheimnis. Die Stadtverwaltung muss jedes Jahr zusätzliche Kita- und Krippenplätze schaffen, um den Rechtsanspruch auf Betreuung zu gewährleisten. Auch durch den Zuzug von Flüchtlingen ist die Zahl der Kinder gestiegen. „Wir behandeln immer mehr Flüchtlingskinder in unserer Praxis“, berichtet Kinderärztin Dornow. Sie fordert, dass die KVN reagiert und mehr Kassenärzte in Hannover zulässt. Dem schließt sich der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte an. „Wir arbeiten am Limit“, sagt die niedersächsische Verbandssprecherin Tanja Brunnert. Die Bedarfsplanung für Kinderärzte müsse in den Ballungszentren überarbeitet werden. Kinderarzt Thomas Buck, zugleich Obmann der Kinderärzte in Hannover, ist der Ansicht, dass nicht unbedingt mehr Kinderärzte nötig seien. „Eine Reihe von Praxen schöpft ihre Kapazitäten nicht voll aus“, sagt er. In der Regel behandeln kinderärztliche Praxen in Hannover zwischen 800 und 1000 Patienten pro Quartal. Manche Praxen kümmerten sich nur um halb so viele Hälfte Patienten, ist aus Ärztekreisen zu hören. „Die arbeiten auf Sparflamme, gelten aber als kompletter Standort mit Kassenzulassung“, heißt es.

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