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Hilft nun der Verfassungsschutz?

Thor-Steinar-Geschäft in der List Hilft nun der Verfassungsschutz?

Die Hauseigentümer wollen den umstrittenen „Thor-Steinar“-Laden in der List schnell wieder loswerden – und suchen dazu jetzt Hilfe beim Verfassungsschutz. Derweil gibt es Kritk am Einsatz der Polizei gegen die Demonstration vor dem Geschäft.

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Der Thor-Steinar-Laden in der Podbielskistraße.

Quelle: Frank Wilde

Hannover. Auf Anregung des SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte wollen die Hauseigentümer bei der Immobilienbeauftragten des niedersächsischen Verfassungsschutzes um Rat fragen. Für Schwierigkeiten sorgt jedoch die undurchsichtige Rolle des Eigentümers des „Tønsberg“-Ladenlokals, das die Kleidung des umstrittenen, unter Neonazis beliebten Labels verkauft.

Die Ladenfläche gehört der Firma Dimo Logistik aus Eichwalde, die die Räume an „Tønsberg“ weitervermietet. Dimo hatte den Laden von der Voreigentümerin gekauft. „Wir haben dem Verkauf zugestimmt, weil das Unternehmen unverfänglich schien“, sagt der Hausverwalter. Bei einer Hintergrundrecherche habe er keine Verweise auf Verbindungen zur rechtsextremen Szene gefunden.

Auch beim Verfassungsschutz ist das Unternehmen bislang nicht bekannt. „Wir hoffen, dass Dimo auch nicht weiß, an wen sie da vermietet haben“, sagt der Hausverwalter. Er selbst habe erst einen Tag nach der Eröffnung von dem „Thor-Steinar“-Laden erfahren. Vorher hatte es geheißen, dass ein Sportgeschäft in der Podbielskistraße 159 einziehen soll. Dimo hat bislang auf ein Schreiben der Hausverwaltung nicht geantwortet. Sollte eine außergerichtliche Einigung scheitern, will der Verwalter eine Versammlung der 16 Eigentümer der Immobilie einberufen. Diese soll dann über eine Klage entscheiden.

Kritik an Pfeffersprayeinsatz

Grüne und Piratenpartei haben Kritik am Vorgehen der Polizei während der Demonstration gegen das „Thor-Steinar“-Geschäft am vergangenen Sonnabend geäußert. Die Polizisten hatten an der Stadtbahnhaltestelle Pelikanstraße Pfefferspray gegen Demonstranten eingesetzt, die handgreiflich geworden waren. „Ich erwarte von der Polizei in solchen Situationen mehr Feingefühl und keine Pfefferspraykeule“, kritisiert Hannovers Grünen-Vorsitzender Tobias Leverenz. Auch Piraten-Ratsherr Dirk Hillbrecht, sieht die Verhältnismäßigkeit der Mittel nicht gewahrt: „Als Augenzeuge kann ich mir den Waffeneinsatz nicht erklären.“

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