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Stadt Hannover Dieser Hausmeister schneidert schrille Kostüme
Aus der Region Stadt Hannover Dieser Hausmeister schneidert schrille Kostüme
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00:18 21.08.2017
Von Uwe Janssen
Quelle: Von Dithfurth
Hannover

Marcus Kolbe schneidert am Küchentisch - unter interessierter Beobachtung seiner beiden Katzen. „Ich will kein Atelier, wo ich abends nach der Arbeit noch hinfahren muss“, sagte Kolbe, „ich mache alles hier.“ Und zwar unter dem Label „Vittorio Couture“.

Ideen entstehen auch in seinem Heim genug, das er zusammen mit Ehemann Timo bewohnt. Die Travestieszene hat ihn längst auf dem Schirm, Szenestar Elke Winter beispielsweise vertraut auf Kolbes Fähigkeiten. Für Comedienne Daphne de Luxe hat er ein Kleid geschneidert, das zu großen Teilen aus Capri-Sonne-Tüten besteht. Weltexklusiver Erkenntnisgewinn: „Ich weiß jetzt: Die sind waschbar bei 60 Grad und farbecht.“ Dafür könne er Capri-Sonne Kirsche „auf Lichtjahre“ nicht mehr sehen. Seine Spezialitäten sind neben wuchtigen oder auch spleenigen Bühnenoutfits Brautkleider und Kilts. Besonders gern schneidert er für formenreiche Damen. „Wer es schafft, eine Frau mit Rundungen einzupacken, kann sich Schneider und Designer nennen. Ein Pfund Knochen verpackt auch jeder Metzger hübsch.“

Dabei hat der 38-jährige Hannoveraner dieses Handwerk nie gelernt. Sondern Gärtner. Als solcher hat er bei der Heimkehr angefangen, die Schneiderei war reines Hobby. „Ich habe schon als Kind gekaufte Kostüme nie gemocht.“ Irgendwann brachte er sich selbst einige Grundtechniken bei. Vom Hosenkürzen und Knopfannähen arbeitete er sich zu Kostümen vor. Als eben jene Daphne de Luxe dann per Aufruf einen neuen Schneider suchte, blickte sie irgendwann auf ein Foto eines venezianischen Barockkleides, entworfen und umgesetzt von Marcus Kolbe. „Und dann ging das los.“

Mittlerweile hat der vollbärtige Flamingo-Fan genug zu tun. Kilts, Schals, Sportbeutel - alles mit individuellen Designs und Kniffen. Kolbe liebt Karomuster und Brokatstoff. Er hat ein Faible für klassische Schnitte und Modestile, bei denen noch nicht alles erlaubt war. „Ich liebe Korsagen“, schwärmt er und hat natürlich auch gleich Beispiele zur Hand. Wenn er Brautkleider schneidert, lädt er seine Kundinnen und deren Angehörige an den Arbeitsplatz Küchentisch ein, es gibt Kaffee und ein Gespräch über gestalterische und preisliche Vorstellungen. „Wichtig ist für mich, dass ich weiß, was die Braut wirklich tragen will.“ Es muss ja nicht gleich Capri-Sonne sein.

Die Auftragslage wird immer besser, ein Auftritt in der Vox-Reihe „Das perfekte Dinner“ war der Sache nicht abträglich. In der kleinen Wohnung stapeln sich Stoffbahnen und Kisten mit Accessoires, Schals, Knopfblumen - oder Strumpfbänder. „Die finde ich zu Kilts toll.“

Trotz der vielen Anfragen will er sein Hobby nicht zum Beruf machen. Weil er seinen Hauptberuf mag. Und: „Dann müsste ich Reißverschlüsse einnähen und Hosen flicken, um Geld zu verdienen.“ So gönnt er sich den Luxus, nur das zu machen, was ihn inspiriert und was ihm Spaß macht.

Heute zeigt er beim wiederbelebten Gay-Fest „Tummelplatz der Lüste“ an der Marktkirche seine Kreationen. „Mein erster eigener Stand, das ist wirklich aufregend“, sagt er. Und am Montag ist er dann wieder der hilfsbereite Hausmeister.

Mehr Infos über Marcus Kolbes Hobby unter vittorio-couture.de.

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