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Stadt Hannover Mutter chauffierte Sohn zu Drogenkäufen
Aus der Region Stadt Hannover Mutter chauffierte Sohn zu Drogenkäufen
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00:15 13.12.2014
Von Michael Zgoll
Die 65-jährige Gabriele B. steht wegen Beihilfe zum Drogenhandel vor Gericht. Quelle: Wilde
Hannover

Gabriele B. ist 65 Jahre alt, müht sich wegen Rückenbeschwerden mit einem Rollator ab. Die Rentnerin hat zwei Kinder. Und steht seit seit Mittwoch vor Gericht, gemeinsam mit ihrem Sohn. Offenbar hat sie es übertrieben mit der Mutterliebe, hat dem 40-jährigen Michael B. bei krimininellen Geschäften zur Seite gestanden. Vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Hannover muss sich der Mann wegen Handels mit nicht geringen Mengen Drogen verantworten. Auch wenn die Staatsanwaltschaft nur einen minder schweren Fall angeklagt hat, könnte B. zu einer Haftstrafe bis zu zehn Jahren verurteilt werden. Die Seniorin steht wegen Beihilfe vor Gericht.

Mutter und Sohn leben in verschiedenen Stadtteilen von Hameln. Im Februar dieses Jahres, so die Anklage, chauffierte die Frau Michael B. nach Hannover. In ihrem Ford Fiesta, sechs Mal, immer nach Vahrenheide. Dort nahm ihr Sohn Heroin in Empfang, mal vor der IGS Vahrenheide-Sahlkamp, mal auf einem Lidl-Parkplatz, oft in einer Wohnung in der Dresdener Straße. Meist war es ein Heroingemisch mit mittlerem Wirkstoffgehalt, fünf Päckchen à 15 Gramm pro Hannover-Trip. Bis Monatsende kamen gut 400 Gramm mit einem Einkaufswert von 4000 bis 5000 Euro zusammen.

Mutter will nichts von Rauschgiftring gewusst haben

Die Mutter habe gedacht, so erzählt sie am Rande des Prozesses, dass ihr Sohn den Stoff nur für sich selbst brauchte. Dass er Mitglied eines Rauschgiftrings war, dem zwei bis drei Dutzend Mitglieder angehören sollen, will die 65-Jährige nicht gewusst haben. Sie habe nicht geahnt, dass der Großteil des Heroins aus Vahrenheide andere Abnehmer im Raum Hameln-Hildesheim fand, sagt sie.

Michael B. wurde schon lange observiert. So listet die Anklage denn auch zehn weitere Drogenkäufe auf, zu denen der Angeklagte zwischen Mai und Juli 2014 per Zug nach Langenhagen oder Vinnhorst reiste. Hier nahm er noch einmal 700 Gramm Heroingemisch in Empfang. Der Drogenhandel wiegt doppelt schwer, weil B. gelegentlich Teleskopschlagstock oder Reizgas mit sich führte. Festgenommen wurde der 40-Jährige am 17. Juli vor dem Hamelner Bahnhof, mit 120 Gramm Stoff im Gepäck.

Angeklagte hoffen auf Kronzeugenregelung

Nächste Woche wollen Mutter und Sohn aussagen. Sie hoffen dank der Kronzeugenregelung auf eine milde Strafe. Dabei wird die Seniorin sicher erzählen, wie sie seit 20 Jahren versucht, ihrem Sohn den Drogenkonsum auszureden und wie oft seine Therapieversuche gescheitert sind. Zur Sprache kommen dürfte auch, dass Angeklagte schon mehrfach inhaftiert war. Gabriele B. sitzt zum ersten Mal auf der Anklagebank. Und sie möchte um nichts in der Welt ins Gefängnis.     

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