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Stadt Hannover Hildesheimer Salafist stirbt im Irak
Aus der Region Stadt Hannover Hildesheimer Salafist stirbt im Irak
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00:17 12.09.2016
Irakische Truppen während einer Militäroperation in der Nähe von Ramadi.  Quelle: dpa (Archiv/Symbolbild)
Hannover/Hildesheim

Aus Hildesheim in den Heiligen Krieg: Ein 22-jähriger Salafist aus der Domstadt ist im Kriegsgebiet im Irak ums Leben gekommen. Der deutsche Konvertit sei dort mutmaßlich durch eine amerikanische Bomben getötet worden, meldet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe (Erscheinungstag: Sonnabend). Islamistische Ausreiser bereiten Verfassungsschutz und Polizei in Niedersachsen große Sorge, denn Rückkehrer aus dem Kriegsgebiet gelten durch ihre Erfahrung mit Kampfsituationen und Waffen als besonders gefährlich.

Der 22-Jährige war den Sicherheitsbehörden bereits im vergangenen Jahr aufgefallen. Als er im Sommer 2015 versuchte, über den Flughafen Leipzig ins Kriegsgebiet auszureisen, wurde er gestoppt und sein Pass wurde eingezogen. Einige Wochen später gelang ihm dennoch die Ausreise.

Im März dieses Jahres erhielt die Mutter des Hildesheimers dann die Nachricht vom Tod ihres Sohnes. Das geht nach Angaben des „Spiegels“ aus einer WhatsApp-Nachricht hervor, die ein angeblicher Freund des Konvertiten geschickt hat: „Er wurde vor ca. neun Tagen von einer amerikanischen F-16 gebombt. In der Nähe der Stadt Ramadi, Irak“, lautete der Text. Eine offizielle Bestätigung, dass der 22-Jährige tatsächlich tot ist, gibt es nicht.

75 Niedersachsen in Kriegsgebiet gereist

Nach Schätzungen der niedersächsischen Sicherheitsbehörden sind bislang rund 75 Personen aus Niedersachsen in das Kriegsgebiet in Syrien und dem Irak ausgereist. Rund zwei Dutzend der Ausreiser sollen mittlerweile wieder nach Deutschland zurückgekehrt sein. Polizei und Verfassungsschutz in Hannover vermuten, dass rund 15 Ausgereiste als Selbstmordattentäter oder Kämpfer im Kriegsgebiet ums Leben gekommen sind. Insgesamt hat aber in diesem Jahr die Ausreisedynamik in ganz Europa deutlich abgenommen. Experten vermuten, dass der Krieg in Syrien und dem Irak für die radikalisierten Jugendlichen weniger attraktiv geworden sein könnte, da sich der IS dort in der Defensive befindet. Befürchtet wird aber auch, dass der IS deswegen seinen gewaltbereiten Anhängern empfiehlt, stattdessen in Europa zu bleiben und hier Anschläge vorzubereiten.

Mit der Gefahr des islamistischen Terrors in Niedersachsen hat sich am Freitag der Untersuchungsausschuss des Landtags beschäftigt. FDP und CDU vermuten, dass die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden Lücken aufweist und sahen sich nach der Aussage einer Referatsleiterin des Verfassungsschutzes in dieser Befürchtung bestätigt. „Der Umgang des Verfasssungsschutzes mit Safia S. war geradezu fahrlässig“, sagte CDU-Obmann Jens Nacke. Im Februar hatte Safia S. im hannoverschen Hauptbahnhof einen Polizisten mit einem Messer angegriffen und lebensbedrohlich verletzt. Dem Verfassungsschutz war das Mädchen bereits seit 2010 bekannt - ein Video mit ihr und Hassprediger Pierre Vogel diente der Behörde als Beispiel für die Radikalisierung Minderjähriger. Doch niemand habe sich um Safia selber gekümmert, so Nacke. SPD und Grüne sehen dagegen keine strukturellen Defizite bei der Zusammenarbeit von Polizei und Verfassungsschutz.

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